Südafrika - 11. Oktober 2005

- Cape Town
Cape Town
Gegen 6.00 Uhr begann der Kaffeeduft durch das Quartier zu ziehen. Das Frühstück wurde gern genommen und ich schaute mir noch einige Episoden eines Filmes an, der sich dann als eine Neuverfilmung von "Batman" herauskristallisierte. Als dann ein kombiniertes Einreise- und Zollformular verteilt wurde, das unbedingt ausgefüllt werden mußte und draußen dank der aufgehenden Sonne wieder mehr zu erkennen war, schaltete ich das TV-Teil aus. Leider lag sowohl der Sonnenaufgang als auch das Kap der guten Hoffnung beim Anflug auf der anderen Seite des Jumbos. Man kann eben nicht alles haben. Die Landung klappte absolut perfekt, wie auch die vorerst letzte Paß- und Zollkontrolle.

- Das Rathaus von Somerset West
Das von AVIS gemietete Auto ist ein roter Toyota Corolla mit Klimaanlage. Die haben hier alle neueren Autos. Der Linksverkehr ist schon gewöhnungsbedürftig. Wir quälten uns vom Flughafengelände und steuerten Somerset West an. Wir wollten uns den vom Film bekannten Ort einfach mal näher anschauen, Keks und Wasser kaufen und Markus Menke, den Gastgeber der zweiten und dritten Woche, telefonisch von unserer Ankunft zu unterrichten. Nach einer knappen Stunde (4 Rand Parkgebühren) brachen wir in Richtung Mossel Bay auf. In den Ortschaften fuhren wir - wie immer - vorschriftsmäßig 60 km/h, auf der Landstraße 100 km/h und auf dem kurzen Stück Autobahn 120 km/h und immer schön links. Ich hab heut ca. 73 mal den Scheibenwischer bei herrlichstem Sonnenschein betätigt. Ja, ja der Blinklichtschalter ist auf der rechten Seite, ich weiß. Aber man wird doch mal Dieter Hildebrand grüßen dürfen.

- Die Nationalstraße 2
Die N2 ist eine gut ausgebaute Straße, die meist einen Standstreifen und manchmal sogar eine zweite Spur besitzt. Fehlt die zweite Spur, kann in aller Regel trotzdem zügig überholt werden, weil langsamere Fahrzeuge gern den Standstreifen mitbenutzen, um das Überholen zu ermöglichen. Anfangs wunderte ich mich, daß hier die Warnblinkanlage oft in Aktion zu sehen ist. Bis ich dahinterkam, daß dies ein Zeichen des Dankes an den überholten Fahrer ist, der seinerseits per Lichthupe "gern geschehen" signalisiert. Macht richtig Spaß.
In Heidelberg fanden wir ein nettes Restaurant, in dem wir auf Empfehlung der Chefin das Tagesessen bestellten. Das Lamm war zusammen mit vielen Zutaten zart und schmackhaft angerichtet und wurde zu Reis gereicht. Schokoladenkuchen bzw. Erdbeertorte zum Cappuccino rundeten das Mittagsmahl ab. Sehr zu empfehlen das...
Da die zweite Auffahrt zur N2 durch widrige Meeresfluten unterbrochen worden war, kehrten wir auf dem gleichen Weg auf die Nationalstraße zurück, um endlich nach Mossel Bay zu gelangen. Heidi entschluf nach dem leckeren Mahl, es waren ja noch 100 km auf der N2 zurückzulegen. Das Haus in Dana Bay (nahe Mossel Bay) fanden wir auf Anhieb. "Lilien und Leoparden" ist ein einprägsamer Name für eine Pension mit Bed & Breakfast. Wir durften uns ein Zimmer aussuchen und wählten das mit der größten Fensterfront, denn man kann sich am Meer garnicht sattsehen. Ansonsten sind alle Zimmer sehr geschmackvoll eingerichtet, wie das ganze Haus auch. Nelly, die Wirtschafterin, erklärte uns noch, wo man in Mossel Bay am besten Fisch bekommt, bevor wir gegen 16.00 Uhr zu einem Stadtbummel aufbrachen.

- Mossel Bay
Leider machen die meisten Geschäfte hier schon um 17.00 Uhr die Läden dicht. Dafür öffnen alle schon um 8.30 Uhr. Nur die südafrikanische Alkoholkette hält gottseidank bis 20.00 Uhr die Pforten geöffnet, was uns in die Lage versetzte, noch Wein für den Abend zu kaufen, ohne diesen zurück zum Parkplatz schleppen zu müssen. Ich setzte lieber das Auto um. Nellys Empfehlung des "Kingfisher Restaurant" erwies sich Volltreffer. Die Auswahl ist hervorragend und was wir wählten - Kingfish bzw. Angelfish - war zubereitet und angerichtet, wie wir uns das nur wünschen konnten. Der Rückweg zu den Lilien & Leoparden verlief reibungslos.
Wir entschieden uns für den Rotwein, schnappten unsere Utensilien und begaben uns in die Launch. Was uns für den Wein noch fehlte, waren die entsprechenden Gläser, die uns Mr. Leopard nach einem kurzen Klopfen gern bereitstellte. Wir unterhielten uns noch über unsere morgigen Vorhaben und er bot uns an, sein Telefon für eventuelle Anfragen oder Buchungen benutzen zu lassen. Nelly könnte das gut arrangieren. Wirklich nett. Bis Heidis Kraft nach dem anstrengenden Tag und der unruhigen Nacht nachließen, lasen bzw. schrieben wir südafrikanische Geschichten.
Jost



