Südafrika - 29. Oktober 2005
Strandspaziergang in Strand

- Jost
Und wieder begrüßte uns der Tag mit schönstem Wetter. Das wär doch noch mal was, Somerset West in diesem Lichte zu sehen. Gesagt, getan. Hinter der zentralen Einkaufspassage stellten wir den Nissan in die pralle Sonne. Die angebotenen Sonnenschutzfolien für's Auto kauften wir nicht, denn Markus hatte ja eine im Kofferraum rumkullern, die wir nie benutzten. Es ist ja auch noch Frühling und man verbrennt sich die Hände nicht automatisch am Lenkrad eines länger in der Sonne geparkten Autos. Kann ja noch kommen, aber ohne uns. Tritt man von hinten in die Passage, so sieht man rechter Hand gleich einen Musikladen. Das heißt, es werden CDs auch klassischer Werke verkauft. Die Missa Luba, nach der Heidi sich erkundigte, war leider aus und bis Montag auch nicht heranzuschaffen. Trotzdem verließen wir das Geschäft nicht, ohne etwas erworben zu haben. Der gute Mann empfahl alternative Künstler und von zweien konnte Heidi nicht lassen. Bei Woolworth fand ich zwei nette Hemden und ein Paar tolle, exclusive Flippflopps. Wir schlenderten über den Markt. Dort steppte der Strauß. Wie schon erwähnt, erreichen die Einkaufsaktivitäten der arbeitenden Bevölkerung am Monatsende unglaubliche Höhen. Und wenn dann Wochenende ist, fahren auch noch die Leute vom Lande in kleinen VW- und sonstigen Bussen genau hierher auf den Markt zu Somerset West. Begleitend waren Musikanten am Werk - nicht zu vergleichen mit den Profis der Waterfront - ein Schifferklavier und ein Schlagzeug fragwürdiger Beschaffenheit genügten, die Leute in Stimmung zu bringen. Der Parkplatz sah aus wie ein Kleinbusbahnhof. Gegen 13.00 Uhr hatten die ersten ihre Geschäfte getätigt und bestiegen wieder ihre Busse in Richtung Heimat. Es würde zwar noch etwas dauern, aber in Kürze würde der größte Ansturm vorbei sein. Weiter oben, in Richtung Westen, war für heute ein afrikanischer Country Market angekündigt, der auch um 13.00 Uhr schließen sollte. Als wir eine halbe Stunde später dort vorbeifuhren, wurde noch reichlich gehökert, aber uns langte der Trubel. Außerdem wollten wir ja auch noch in Strand den Strand abwandern.

- Hotels in Strand
Am Kreisverkehr bogen wir auf den dortigen Parkplatz ein. Auch hier säumten Verkaufsstände die Promenade, das heißt eigentlich belegten sie diese. Wir wollen doch nur spazierengehen. Der Strand in Strand ist westlich ziemlich mit Riffen durchzogen, was nach Osten hin kontinuierlich abnimmt. Außerdem ist er unglaublich flach, wodurch sich die Wellen schön lange auslaufen. Wir patschten genüßlich nach Westen. Für die kleinen Kinder ist das Baden hier ein Traum. Und auch die Eltern sehen es sicher gern, wenn die lieben Kleinen nicht sofort in tiefere Gefielde geraten können. Nichtsdestotrotz sind Höschen oder Kleidchen im Nu durchnäßt, wenn man die Wellen unterschätzt oder gar mißachtet.

- Jost
Die bevorzugte Strandsportart ist hier eindeutig Rugby. Ich glaub, auf einen Fußball, der bewegt wurde, kamen 8 bis 10 von diesen Eierpflaumen, die sich die Jungs in Scheingefechten abzujagen suchten. Ach und gebadet wurde natürlich auch. Am westlichen Ende vom Stran in Strand steht ein Zaun, der das dort befindliche Vogelschutzgebiet vor ungebetenen Gästen schützt. Hier kehrten wir um und ließen die Sonne jetzt auf den Rücken scheinen. Heidi fand das eine oder andere Strandgut in Form von Meeresgetierresten, die sofort eingesackt wurden. Das Gezeitenbecken war von den Kiddies gut besucht, obwohl das Wasser eigentlich nur unwesentlich zurückweicht und man auch im richtigen Meer plantschen könnte. Mir war das so völlig ohne Wellen viel zu langweilig.
Da wir lieber schwimmen, fuhren wir zum Bikinistrand. Man ist hier schnell in beschwimmbarem Wasser und die Wellen waren ausgezeichnet am Brechen. Heidi durfte zuerst abbaden und kam mit klatschnassem Haupthaar wieder zurück. Die Welle war einfach zu groß und zu schnell gewesen, um ihrem Erguß ausweichen zu können. Auch ich stürzte mich in die Fluten und genoß den abrupt weniger werdenden Wellengang brustschwimmend. Als ich mein Pensum abgespult hatte, wurden die Wellen erstaunlicherweise wieder größer. Eine erwischte auch mich auf dem falschen Bein und wirbelte mich gehörig durcheinander. Sandstrand ist dafür die richtige Wahl, denn mit Klamotten dazwischen kann das verdammt ins Auge gehen. Durch die Spielerei mit den Wellen, verpaßte ich allerdings das erste übertragene Bundesligaspiel der Sportschau. Dafür kam dann gleich Hertha an die Reihe, die mit mehr Glück als Geschick zu einem 3:3 beim VfB Stuttgart kam. Und Bayern duselte sich doch wieder kurz vor Schluß zum 2:1-Auswärtssieg in Köln. Wie das Leben so spielt.

- Erinnerungsfoto
Markus tauchte noch auf, um sich nach unserem konkreten Abflugtermin zu erkundigen. Er würde wahrscheinlich nicht selbst mit an den Flughafen kommen können, denn ein außergewöhnlicher, dienstlicher Termin verhinderte dies. Aber sein Vater (seine Eltern kommen morgen in aller Herrgottsfrühe hier an) begleitete uns zum Flughafen und übernähme dann das Auto. Aber nun müsse er wirklich ins Bett. Mit Selbstauslöser lichteten wir noch die Urlauber und Markus ab. Na dann Gute Nacht. Nach den Nachrichten blieb Heidi vor der Glotze hängen und ich rätselte noch länger an Sudokus herum. Heidi schlief schon, als ich James Bond den Hahn abdrehte und auch ins Bett fiel.
Gute Nacht!
Jost



