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Parzsee und Goshawank

Sonntag
25. August 2019

 
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_Dilijan

Besuch des Dilijan-Nationalparks

Zur verabredeten Zeit um 7.30 Uhr versuchte ein Hotel­an­ge­stellter, die Pooltür von innen aufzuschließen. Irgendetwas hakte und er nutzte eine Umgehung, um dann vor unseren Augen die Fitnesswelt zu öffnen. Wir schätzten 8×10 Meter ist der Pool groß und grenzt an den Trainingsraum mit Tischtennisplatte und Gewichten. Wir blieben beim Schwimmen. Nur Jutta und Werner gesellten sich noch zu uns.

Das Frühstücksangebot hatte eine tolle Breite, ließ aber die Tiefe vermissen, soll heißen, leider etwas lieblos was die ge­schmack­liche Qualität betraf. Die Koffer wurden pünktlich um 9.15 Uhr vor die Tür verfrachtet, damit sie vom Personal zum Bus gebracht werden konnten. Für die am Parzsee startende Wanderung hatte sich Jascha offensichtlich frei gekauft und einen Teil seines Salärs an einen perfekt armenisch sprechenden Wildwart abgetreten, der ihm schon als Kind hier Weg und Steg gezeigt hatte. O.K.

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Da geht's lang"_______________Der Parz-See_________________Und seine Bewohner

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360°-Rundumblick

Unser neuer Begleiter stapfte also wohlgemut, ob der Aufgabe höchst motiviert, vor uns her. Ich weiß nicht, ob es eine armenische Vokabel für Touristenbewegen gibt. Ziel war der Ort Goshawank mit altem Kloster und dem weltweit schönsten gestickten Kreuzstein. Der Weg dorthin führte größtenteils auf Waldwegen hinauf auf einer Anhöhe mit einem Rast­platz und famosen Blick über das vor uns liegende Tal. Unser kundiger Bergführer brachte uns ohne Umstände auf dem schnellsten Wege ans Ziel.

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Am höchsten Punkt____________Drei Kreuzsteine______________Halme im Wind

Hätte ich mich oben auf dem höchsten Punkt nicht nochmal umgedreht, wären mir die drei Kreuzsteine in der malerischen Umgebung entgangen. Die Kinder in dem Dorf, durch das wir kamen, winkten uns zu.

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Ländliche Idylle________________ZIL-157____________________Gasrohre mit Zähler

Frank meinte, eine lohnende Aufgabe in dem Wiederaufbau eines schiefen Hauses20190825_122444.jpg
Wirklich reparaturbedürftig
gefunden zu haben. Ich halte die schiere Entfernung von Berlin für ein K.O.-Kriterium. Dann setzten sich die 40 Prozent der Regenwahrscheinlichkeit durch und fast alle holten ihre Regenjacken aus den Rucksäcken. Wir hatten auf die 60 Prozent gesetzt.

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Kapelle mit Kaufmannsladen_____Wie's innen aussieht..._________Blick auf Goshawank

An der Hripsime-Kapelle wurden noch diverse Fotos geschossen. Es hatte schnell wieder aufgehört zu regnen, bevor wir plötzlich mitten im Ort standen. Der Bus war auch schon da, und so bot es sich an das Schuhwerk zu wechseln. In einem der diversen Cafés nahmen wir dann alle eine kleine Erfrischung nach dem Gusto jedes Einzelnen. Und Heidi kaufte einen kleinen Esel für die Züricher.

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Gläubige Schwalben____________Und Eidechsen_______________Lichtspiele

Beim ersten Umrunden der Anlage unterhielten sich Andreas und ich so intensiv, daß wir gar nicht wahrnahmen, wie Jakob die Gruppe vor dem Denkmal von Mkhitar Gosh versammelte. Wir waren in die Kirche gestiefelt, schauten uns dort um, und als wir wieder rauskamen, hatte Jakob schon mit seinen Erklärungen zur tiefverwurzelten Gleich­be­rechtigung der Frauen in Armenien begonnen. Zum Beispiel verbleibt die Verwaltung der Mitgift der Braut auch in der Ehe in ihren Händen. Insgesamt war der Denkmalgeehrte ein sehr moderner Vordenker gewesen. Dann gingen Andreas und ich ein zweites Mal in die Kirche, wo der Reisegruppe die Eigenheiten der armenischen, asiatisch-orthodoxen Kirche erläutert wurden. die Kirchenvertreter hatten aus dringenden, lokalen Gründen an irgendeinen wichtigen Konzil in Rom nicht teilgenommen und brauchten wohl sogar zwei Jahrhunderte, um rehabilitiert zu werden.

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Der Schönste von allen
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Interessanter Vortrag

Dann stellte sich der Priester neben Jakob und hielt eine Grundsatzrede über das Christentum an sich, die Jakob selbstverständlich synchron über­setzt. Als ein Paar sich segnen lassen wollte, waren wir erlöst. Für die individuelle Begehung des Geländes, das Fotografieren des Kreuzsteines und anderer Objekte bekamen wir eine halbe Stunde Zeit. Kaum war die Hälfte der Zeit abgelaufen, begann der Regen erst langsam, um sich dann doch heftig zu intensivieren. Als der Regen relativ schnell auch wieder nachließ, traf ich Heidi und einige andere Mitreisende im Café, wo sie Zuflucht gesucht hatten. Ich gönnte mir nebenan ein Softeis und wurde dann als Letzter herzlich im Bus begrüßt.

Beim nächsten Stop in Ijewan wurde uns die Gelegenheit gegeben, für einen Imbiß einzukaufen, da das nächste organisierte Essen erst um 7.00 Uhr angesetzt und für morgen garkein Mittagessen geplant war. Auch für unseren Besuch auf dem Jesiden­fried­hof am Donnerstag bat uns Jascha, Stifte, Schulhefter und Ähnliches zum Verschenken an die dort mit Sicherheit auftauchenden Kinder zu kaufen. Wir fanden alles, was wir brauch­ten und kauften kräftig ein: eine Melone, Kräuter, verschiedene Pflaumensorten, frische Feigen, Tomaten, Gurken, Paprika und Käse. Natürlich war das wieder viel zu viel, so daß wir das alles selbst zu siebt nicht schaffen sollten, wie sich später herausstellte.

Im Supermarkt ergänzten wir die Vorräte noch um einen Beutel Lavasch, Rot- und Weißwein sowie eine Flasche Ararat. Jetzt konnte es weitergehen. Ingrid und Lars hatten auch noch einen, über eine Brücke zu erreichenden Markt auf der anderen Straßenseite entdeckt. Für einen Besuch blieb uns aber keine Zeit mehr.

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Schönes Domizil

In Yenokavan wechselten wir auf Klein­busse, weil es die Straßenverhältnisse erforderten. Nun wurden die Häuschen verteilt. Wir erhielten die 7.1 und Sigi und Reinfried die 10.2. Entsprechend gekennzeichnet wurden die Koffer mit dem zweiten Kleintransporter zum Camp hoch und dann an die Häuser gebracht. Unser Kleinbus war bis auf den letzten Platz mit uns Touris und unserem Handgepäck inklusive Ein­kaufs­tüten gefüllt, so daß Jascha bis hinauf den eigentlich nicht vorhandenen Stehplatz nutzen musste. An der Re­zep­tion wurde die Was­ser­ration zur allgemeinen Nutzung abgestellt und die Schlüssel verteilt. Die Ferien­woh­nungen des Apaga Resorts sind gut ausgestattet, rustikal gestaltet und mit toller Aussicht gesegnet.

Wie erhofft gab es um 7.00 Uhr das Abendmahl. Konstant blieben Vorspeisengang und Nach­tisch. Die Linsensuppe zum Auftakt speiste den ersten Hunger. Als Hauptgericht wurden Kohlrouladen an Kartoffeln aufgetragen. Nach dem Essen schafften wir noch Wasser in unsere Unterkünfte, während die Frauen es sich vor der Rezeption gemütlich machten.

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Gemütliche Runde_____________Tolles Feuerchen______________Mein Platz ist leer

Um 9.00 Uhr wurde das Lagerfeuer angefacht und zwar so heftig, daß wir gleich uns und die Bänke in Sicherheit bringen mußten. Jasha hatte seine Gitarre mitgebracht, die er auch auspackte und einige armenische Lieder zum Besten gab. Die hinzugekommenen Jugendlichen sangen sogar mit. Zumindest bis Jascha „Über den Wolken” von Reinhard Mey anstimmte. Da sangen wir mit. Die Stimmung war sehr gut (shat lav). Den folgenden Titel kannten wir nicht. Es sei einer von Rammstein und der Anlaß, daß er Deutsch gelernt habe. Verrückte Geschichte.

Als die meisten schon in die Betten entschwunden waren, spielte Martina ein paar Lieder. Zum Abschluß wurde wieder Jascha aktiv und sogar Ashot sang mit und eine musikalische Einlage steuerte er auch noch bei. Das war wieder ein ganz toller Tag und auch Abend.

Bari Gischér!

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