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Valle Camonica

Donnerstag
15. Mai 2003

 
Übersicht

Besuch eines Archeoparks

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Norden, um das Valle Camonica, das früher von Kelten besiedelte Haupttal, für uns zu erschließen. Bis Boario Terme nutzten wir die Schnellstraße. Den angestrebten Archeopark fanden wir auf Anhieb. Da er total von Kindern in Besitz genommen worden war und somit eher einem belebten Aben­teu­er­spielplatz glich, fuhren wir weiter in Richtung Norden. Dazu wollten wir jetzt die Land­straßen nehmen. Die Ampel vor der Ponte di Montecchio ist so hoch angebracht, daß ich sie übersah. Nach Heidis Hinweis ließ ich das Auto wieder zurückrollen und wartete vorschriftsmäßig auf grün, um über die schmale, alte Brücke zu fahren. In Breno suchten wir uns einen Parkplatz. Die Burg schien einen Abstecher wert zu sein. Zufälligerweise war gerade Markttag. Gleich am ersten Stand kauften wir für 7,-€ Käse. Die Schuhe, die Heidi besonders gefielen, wollten wir erst nach dem Rundgang eingehender untersuchen. Blusen mit eingewirkten Holzkugeln hielten Heidis Praxis­test nicht stand.

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Alles verrammelt____________Eine Turmruine_____________________Auf dem Weg zum Markt

Der Fußweg zur Burg geht direkt vom Marktplatz ab. Die Burg selbst ist in privater Hand und nicht näher anzusehen. Die Aussicht vom Wege aus über die Stadt und das Tal ist aber trotzdem ergötzlich. Wieder auf dem Markt probierte Heidi die Schuhe ihrer Wahl mit gepumpten Füßlingen an. Irgendwie sahen sie dann am Fuß doch nicht aus oder waren im Spann zu eng und sowieso falsch geschnitten. Aber einen Ziegenkäse vom Stand gegenüber nahmen wir noch mit. Die Zeit ging auf 12.00 Uhr zu und die Stände wurden langsam zusammengräumt. Wir erstanden zwei Ansichtskarten, die wir dann vor einer Bar bei Orangiade beschrieben. Der Briefkasten wird allerdings erst wieder in 21 Stunden geleert.

Von Breno fuhren wir weiter nach Capo di Ponte, wo sich ein Zentrum der hiesigen Fels­malereien befindet. Auch hier gibt es neben den zu erwanderndern, am Entdeckungsort zu begutachtenden, empfindlichen Kunstwerken einen Archeopark. Mehrere Schulklassen machten gerade Mittagspause. In einem Rundgang werden dem Besucher die gefundenen Zeichnungen und Symbole systematisch nach Deutung und Alter auf italienisch nahe­ge­bracht. Die Kinder können sich auch praktisch an steinzeitlichen Techniken probieren: bohren, schneiden von Steinen, mahlen mittels Stein und Schale. Es sind soviele Plätze vorhanden, daß bestimmt sechs Schulklassen in Vollbeschäftigung gehalten werden könn­ten, wenn die denn wollten und nicht lieber auf dem glatten Innenareal mit 'nem Flummi spielten. Das gesamte Gelände ist neu angelegt und immer noch im Werden. Na jedenfalls war der Eintritt frei.

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Blick über Cevo_____________Das Adamellogebiet_________________Durch diese hohle Gasse...

Am Berghang geradezu kleben zwei interessante Dörfer über allem. Da müssen wir hoch! In Cevo hielten wir erneut an. Der Minimarkt war noch zu und so stromerten wir durch das verlassen daliegende, historische Zentrum Cevos: enge Gässchen, überbaute Gassen, steile Stiegen gesäumt von grauen, granitenen Häusern. Auf der Terrasse einer Bar tranken wir diesmal Orangensaft (Succo) und genossen sowohl den Blick ins Tal als auch hinauf zum Gletscher. Mit dem Fernglas konnte man sogar die Burg von Breno oder Meisen (?rote Stirn, schwarzer Hals, Rest gelb) beobachten. Nur vor Heidi hielten sie sich etwas bedeckt. Nett war auch die Aussicht auf den Garten nebenan. Irgendwann war alles einmal neu gewesen und es erfüllte noch immer seinen Zweck. Notfalls wird ein alter Autositz an vier Metallbeine geschweißt (oder umgekehrt) und gibt noch einen bequemen Gartensessel mit verstellbarer Rückenlehne ab. O.K. wir fahren noch weiter nach Saviore dell' Adamello. Erst noch Geld holen; an der Bank steht ein tolles Modell des Adamel­lo­glet­schers. Schade nur, daß es einigen Betrachtern anscheinend ein Dorn im Auge war. Wir fuhren also weiter ans Ende der Autowelt. Aber daß sie so abrupt enden würde überraschte doch. Eben fuhren wir noch über einen weitläufigen Platz und schon verengte sich die "Straße" so, daß wir nur noch mit angelegten Spiegeln und zwei Anläufen durchkamen. Nutzen tat uns das nichts, denn nach einem kleinen, hübsch hergerichteten Platz war die Autowelt mit Brettern vernagelt. Wir wendeten und versuchten es in die andere Richtung an einer kleinen, ausgesetzten Kirche vorbei. Wieder alles dicht. Es blieb nur noch eine Durchfahrt, die sich nach Befragung eines Ortsansässigen auftat, sich jedoch zumindest für unseren Astra als zu flach entpuppte. Zum Wenden blieb ausreichend Platz. Um wieder zur Engstelle zu gelangen, muß man erst wieder ans andere Ende der Exklave, erneut wenden und dann wieder in die Autowelt hineinschlüpfen, was besser geht als hinaus. Jetzt können auch die Außenspiegel wieder ihrem eigentlichen Zwecke zugeführt werden. Vom Parkplatz aus genossen wir noch einmal die Aussicht, bevor wir weiter nach Edolo fuhren.

Dort angekommen, war die Schranke geschlossen. Bis der Zug kam, dauerte es schon ziemlich lange und als dann die Schranke weiterhin geschlossen blieb, hatte ich doch keinen Lust mehr, länger zu warten. Zumal unsere Mägen langsam des Wartens müde wurden. Wir hatten ja noch unseren Käse im Gepäck und so bog ich in Malonno kurz­ent­schlossen rechts ab. Schwups waren wir wieder in einer Baustellenfalle. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Fällt mir spontan dazu ein. Auf dem Parkplatz vor dem Rathaus fanden wir ein schattiges Plätzchen am Kriegerdenkmal. Das gab der Brotzeit eine besondere Note. Irgendwie gelangten wir auch wieder auf die Landstraße. Für den weiteren Rückweg entschieden wir uns für die Schnellstraße, die zur Zeit bis kurz vor Breno ausgebaut ist.

Ruckzuck waren wir wieder in Sellere, wo Heidi eine weitere Zwischenmahlzeit zauberte. Wir lasen und schrieben und langsam wurde es Zeit, die Pizzeria "Sette Colli" in Bossico aufzusuchen. Nach Susannas Beschreibung kein Problem, nur daß wir doch mit dem Auto fahren mußten. Wieder Tornanti ohne Ende. Wir parkten wie vorgesehen an der Kirche und begaben uns zu Fuß in Richtung Pizzeria. Als wir sicherheitshalber nachfragten, wurde uns beschieden, daß die Pizzeria wahrscheinlich nur am Wochenende geöffnet habe. Also gingen wir zurück zum Auto, denn das war uns denn doch zu blöd, umsonst dort hinauf gelaufen zu sein. Und richtig, es standen zwar zwei Autos auf dem Parkplatz herum, aber es war alles verschlossen und auf einem Schild wurde auf Mittwoch 9.00-17.00 Uhr hingewiesen. Wer weiß, vielleicht war ja gestern offen. Aber da es jetzt schon 20.30 Uhr war, wären wir auch da zu spät gewesen.

Der See liegt toll da unten herum und der Mond geht auch schon voll auf. Sollten wir wirklich noch etwas essen oder doch lieber nicht? In Sovere war ein Restaurante, in dem Heidi letztens Zigaretten gekauft hatte. Hier wurde leider schon ausgefegt und Pizza gäbe es eh nur samstags. Aber einen Kilometer im Ort gäb's auf jeden Fall noch was. Nach anderthalb Kilometern sahen wir den Aufsteller vor der Bar, wenden, parken und nichts wie hinein. Wir wurden in die erste Etage geführt, suchten uns je eine Pizza aus, was angesichts der fortgeschrittenen Zeit und des Umfangs der Pizzen etwas viel war. Aber super. Selbst Heidi brauchte danach einen Grappa.

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