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Brijuni-Inseln

Dienstag
29. Mai 2007

 
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Auf Titos Sommersitz

Wie schon an den letzten Tagen blickte der Himmel finster, ob wir auch aufstanden. Ich besorgte die obligatorischen Brötchen und wir ließen uns ersteinmal das Frühstück schmecken, bevor wir den Tag planen würden. Da waren doch noch diese sagenumwobenen Brijunischen Inseln, auf die wir noch unsere Füße setzen wollten. Tito soll sich dort oft aufgehalten und viele Gäste empfangen haben. Und über dem Meer waren keine Wolken auszumachen. Die hielten sich mehr über dem Lande auf und versprühten dort ihren Charme. Na gut, versuchen wir es,dieses attraktive Ziel anzusteuern.

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Die Kirche im Zentrum

Über die Autostraße gelangten wir flugs nach Fažana. Diesen Ort hatten die Reiseführer als den Ort der Parkverwaltung und Ausgangspunkt der Inseltour benannt. Es war jedoch inzwischen schon 11.20 Uhr, als wir den Ticketverkauf betraten. Für 13.45 Uhr gäbe es noch Karten. Alles andere sei ausgebucht. Die Rückkehr wäre dann gegen 17.45 Uhr. Na wo wir schon mal hier sind... "Wieviele Leute sind Sie denn?" kam die entscheidende Frage. "Na drei" lautete die hoffnungsfrohe Antwort. Es gab doch noch vier Karten für 12.30 Uhr, was uns natürlich viel lieber war. Dann bräuchten wir zum einen nicht noch zwei Stunden in dem zwar sehr alten aber auch sehr kleinen Fažana die Zeit um die Ecke zu bringen und zum anderen wären wir nicht erst so spät zu Hause. Man kann ruhig auch mal Glück haben.

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Studium der Infotafeln
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Eine alte Kapelle

Die Wolken hielten sich weiterhin mehr westlich, was zwar Fažana teilweise im Schatten hielt, der Sonne jedoch vollen Zugang zu den Inseln gab. Wir durchstreiften also zuerst die wenigen Gassen des alten Städchens und lasen sämtliche Infotafeln. Sie gaben Auskunft über die Ausgrabung einer römischen Amphorenmanufaktur, eine seeschlacht zwischen Genuesern und Venezianern, die Geschichte der kleinen Kirche und, und, und. Und weil wir so fleißig gelesen hatten, belohnten wir uns mit einem Cappuccino.

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Auf der Mole scheint die Sone
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Und ein Stückchen weiter nicht

So gestärkt begaben wir uns ca. 10 Minuten vor dem Termin auf die Mole, was sich angesichts der sich bildenden Schlange als weise Aktion herausstellen sollte, denn nicht für jeden Passagier war auch ein Sitzplatz vorgesehen. Wir saßen jedenfalls sehr gut, konnten aber vom Ufer bzw. der Insel nicht so viel sehen, da zwar durchsichtige aber verschwimmende Bilder produzierende Folien als Windschutz ringsum zwischen Reling und Dach montiert waren. Jedenfalls klappte die viertelstündige Überfahrt bestens und als wir in Veli Brijun an Land gingen, gewahrten wir zwei Reiseführerinnen, die die englich- bzw. deutschsprachigen Touristen per Schild magnetisch anzogen. Trotz der offensichtlich ungleichen Verteilung (20:80 würde ich schätzen) fanden alle einen Sitzplatz in den um 13.00 Uhr vorfahrenden zwei Inselbahnen (englisch/deutsch).

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Der englische Zug

Bequem nahmen wir die größte der vierzehn Inseln in Augenschein. Die Wiesen werden von den frei herumlaufenden Grasfressern kurz gehalten und auch die Bäume werden von ihnen auf eine attraktive Weise beknabbert, so daß ihre Unterkanten immer eine Parallele zum darunterliegenden Boden ergeben. Wir fuhren auch durch den schon ziemlich alten, sechs Kilometer langen 18-Loch Par-71 Golfparcourt. Die Grüns sind hier gelb und aus Sand und da es gestern auch hier kräftig geregnet hatte, sah ich auch eines unter Wasser stehen. Aber gespielt wurde trotzdem, zumindest an den anderen Löchern.

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Die Zebras im Freien
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Die Elefanten haben's enger

Im Wildpark, der zur Unterbringung der Staatsgeschenke an Tito aufgebaut wurde, laufen einige Tiere - Zebras zum Beispiel - frei herum, andere werden in weitläufigen Gehegen gehalten. Nur die zwei indischen Elefanten schienen etwas beengt. Es wurde eine zwanzigminütige Pause zum Angucken und Kaffeetrinken eingelegt. Das Robbenbecken ist leider leer, weil angeblich ein Pfleger einmal zuviel Wasser hat einlaufen lassen. Dadurch war es für die pfiffigen Tierchen ein leichtes, auf Nimmerwiedersehen ins richtige Meer umzusteigen. Und die Giraffen, deren Konterfeis Mordillo auf einige Fliesencimg7649.jpg
Giraffen
des Waschraumes gezaubert hat, waren auch nicht zu sehen.

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Tempelreste
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Grundmauern der römischen Villa

An gut gesicherten und nicht zu sehenden Gästevillen vorbei fuhren wir zur Liebesbucht, an der es sich schon die alten Römer haben gut gehen lassen. Hier sollen übricgens auch Wünsche mit erhöhter Erfüllungsquote auf den Weg gebracht werden können. Da die Sonne schien, das Wetter hielt, waren wir wunschlos glückliche Urlauber. Nach einer Stunde wurden wir wieder am Hafen abgesetzt. Es war inzwischen 14.00 Uhr und die halbe Stunde Rast sollte genügen, Sandwiches und Getränke am Kiosk, aber auch Basecaps im Souvenierladen zu erstehen.

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Totenreigen in der Kirche

Von nun an ging's per pedes weiter. Zuerst in die nahe, kleine Kirche, die wohl bei Brautleuten ein hohes Ansehen genießt. Eine der drei Ausstellungen im Inselmuseum zeigte Tito als eloquenten Gastgeber berühmter Staatsmänner und -frauen bzw. Künstler und Künstlerinnen. Als nicht packtgebundenes Land war Jugoslawien schon immer ein besonderes unter den sozialistisch orientierten Ländern. Ein Raum war dem ehemaligen österreichischen Besitzer der Inseln gewidmet und im Untergeschoß sind präparierte Tiere zusehen, die Tito ebenfalls geschenkt bekam, die die Umsiedlung in den hiesigen Wildpark jedoch nicht überlebten. Da gab's ja doch noch die Giraffen aber auch Schneehasen und -eulen.

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Und nun geht's zurück

Im ehemaligen Steinbruch ist eine Ehrentafel für Roberta Kocha angebracht, der Anfang des vorigen Jahrhunderts die Insel für einen östereichischen Stahlmagnaten von der Malariamücke befreite. Dazu wurden alle Sümpfe mit Petroleum abgefackelt und anschließend bis auf einen zugeschüttet. Das Alter des Olivenbaumes soll um die 1700 Jahre betragen. Dies sei mit der C14-Methode bestimmt worden. Trotz des hohen Alters konnten letztes Jahr 5,5 Liter besten Öls aus den geerneten Oliven gepreßt werden - immerhin. Im letzten übriggebliebenen Sumpfbiotop fühlen sich die Goldfische und die Schildkröten pudelwohl, denn sie können sich bestens vor den neugierigen Touristengruppen verstecken. Die Feigenkakteen werden hier auch Schwiegermutterzungen genannt - sehr originell. Und Robert Kochs Ehrenpinien heben derweil den Alleenasphalt an - respektlos. Die Zeit war doch recht zügig vergangen. für die 150,- Kuna pro Nase hatten wir wirklich recht viel gesehen und erfahren, wurden gut von A nach B und wieder zurück gebracht.

Bei Latte Macciato bzw. Saft werteten wir den Ausflug sofort in Fažana aus. Er hatte sich auf jeden Fall gelohnt und das Bild Istriens durchaus abgerundet. Auf dem Heimweg hielten wir am Fleischer, der sich als gut sortierter Minimarkt entpuppte. Das Schweinefilet und die Hähnchenkeulen würden sich auf dem Grill bestimmt gut machen. So war es dann auch und die Backkartoffeln und der Salat, ach was war das alles wieder lecker. Abschließend wurde beim Tagesbilderrückblick ordentlich verdaut, gequatscht und Wein getrunken. Dobre Noc!

Jost

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