Nepal - Donnerstag, der 17. Oktober 2024
- ___________Kathmandu
Weiter nach Kathmandu
Um 2.00 Uhr sollte das Boarding beginnen. Es war also noch reichlich Zeit für ein zweites Tiger-Bier und hier saßen wir recht bequem. Als wir an unserem Abfluggate A9 erschienen, fanden wir eine beeindruckend lange Schlange wartender, potentieller Passagiere vor. Unsere Hoffnung, sie stünden an Gate 7 an, zerschlug sich schnell. Als wir einen Übergangssitzplatz gefunden hatten, fragte ich eine Flughafenuniformierte, es war inzwischen 2.30 Uhr, ob das die Kathmandu Schlange wäre. Das bejahte sie und klärte mich darüber auf, daß es sich hier um das Präbording handele. Hatte ich noch nie gehört den Begriff. Gegen 2.45 Uhr reihten wir uns in die Restschlange ein. „Last Call” war zwar in rot in die drei Displays eingeblendet, eine Ansage hatte es aber noch nicht gegeben. Wie wir es schafften, daß der Flieger um 3.05 Uhr das Gate verlassen konnte, bleibt ein Geheimnis.
An Bord begannen die Stewardessen, nach den Wünschen bezüglich des warmen Gerichtes zu fragen. Ohne uns des Inhaltes, der zur Wahl gestellten drei Gerichte im Klaren zu sein, blieben wir bei Geflügelwürstchen mit Kräuteromelette hängen. Das war nicht direkt ein Fehler, aber auch kein kulinarisches Highlight. Nach zwei Gläschen Rotwein konnte ich trotzdem nicht schlafen. Aber irgendwann fielen mir dann doch die Augen zu und ich konnte eine Kappe Schlaf erhaschen. Ich glaub, Heidi hatte sogar eine ganze Mütze erwischt. Die Crew hätte es sogar geschafft, die geplante Flugzeit von 4,5 Stunden einzuhalten, hätte sie nicht noch drei Warteschleifen fliegen müssen. Und bis die Gangways am Flugzeug waren, dauerte es auch seine Zeit. Zum Glück wurde auch eine am hinteren Ausstieg angelegt, was uns als Nutzer der vorletzten Reihe entgegenkam.
Im Flughafengebäude erwartete uns eine Einreisesicherheitskontrolle. Das war eine weitere Premiere auf unserer Reise und das Erstellen, Abfotografieren und Bezahlen des Einreisevisums reihte sich dort gut ein. Es dauerte halt. So konnten wir unsere Uhren um weitere 2:45 Stunden vorstellen. Die hiesige Zeitverschiebung hat einen solch schrägen Wert, weil wohl Nepal auf eine zu Indien verschiedene Zeit besteht. Sollte übrigens jemand seinen Flugticket verloren oder weggeworfen haben, wird es trotz bezahlten Visums schwierig mit der Einreise. Ich hab's Gott sei Dank wiedergefunden.

- Ankunft in Kathmandu

- Begrüßt mit Blütenkette
Die Koffer warteten schon, das Transportband belegend auf ihre Entgegennahme. Alles da. Abgekämpft verließen wir voller Vorfreude das Flughafengelände und trafen unsere Reisegruppe. Von den sieben angekündigten Teilnehmern hatten noch zwei die Reise abgesagt, sodaß Santosh nur noch fünf Gäste zu betutteln hatte. Der Busfahrer würde uns die gesamte Zeit chauffieren. Wir stellten uns alle vor und wurden von den beiden Betreuern mit je einer frischen Blumenkette aufs herzlichste empfangen. Durch den ampelfreien, unübersichtlich verrückten Verkehr brachte uns Nabraj zu unserem ersten Hotel, dem Cantipur Tempel House.

- Zimmer zum Innenhof
Die Koffer wurden dankbarerweise vom Personal auf die Zimmer gebracht. Es ist ein schönes Zimmer zum ebenso schönen und ruhigen Innenhof hin. Bis zum Kochkurs um 14.00 Uhr hatten wir noch Zeit, die Thrombosestrümpfe auszuziehen und unsere Reisebekleidung durch luftigere Hemden zu ersetzen. Auch Trinkwasserflaschen erstanden wir noch vor dem Küchtreffen, um da auf der sicheren Seite zu sein (3 l zu je 20 Rupien - 100 Rupien ≙ 0,61 €). Hier scheint stückweise der Weg das Ziel zu sein. Die enge Gasse wird trotz Platzmangels von allen Kfz in beiden Richtungen befahren. Geduld, vor allem auch für Fußgänger, ist hier die größte Tugend.

- Chef- und Beikoch
-

- Das fertige Menü________________Die stolzen Gastgeber
Wir trafen uns dann im Garten des Hotels, in dem man rauchen darf, und harrten der Dinge. Der Chefkoch mit hoher Mütze holt uns ab und führte uns auf verschlungene Wegen in sein Reich. Es wurden alle zur Verwendung benötigten Zutaten und Gewürze benannt und teilweise auch beschnuppert. Herrlich. Nach Verfertigung der Füllung zeigte uns der Meister, die Herstellung der berühmten Momos und forderte uns auf, es ihm nach zu tun. Das klappte mehr oder weniger gut. Aber egal, wir würden sie sowieso nachher verspeisen und zwar als Vorspeise. Zum Haupteingang wurde Hähnchenfleisch, nepalesische Spinat (Mangold), Reis mit gelber Linsensuppe und gebackenes Gemüse bereitet. Das geschah alles, bis auf die Suppe, in je einem eigenen Wok. Der wurde jeweils direkt auf die Flammen gestellt, und wenn er heiß war, kam das entsprechende Fett hinein, das sofort die Hitze annahmen. In das heiße Fett kamen zuerst getrocknete Chilischoten und alle zugehörigen Gewürze. Gesalzen wurden generell erst am Schluß.
-
- So fing es an__________________________Weitere Speisen
Es machte Spaß, alles zu beobachten. Heidi lernte tatsächlich noch etwas dazu. Und sämtliche Gerichte waren dem Koch glänzend gelungen. Eine gewisse, nicht zu starke Schärfe zeichnete die meisten Speisen aus. Es war eine Gaumenfreude und zum Sättigen völlig ausreichend. Wir hätten auch noch Nachschlag bekommen, aber es genügte vollends.
-
- Der Innenhof___________________________Ausspannen
Im Garten ließen wir den Anreisetag ausklingen. Geschafft wie wir waren, löste sich unsere Runde gegen 20.00 Uhr auf. Vor circa 24 Stunden waren wir losgeflogen und Morpheus sollte nicht länger vergeblich auf uns warten.
Suva Ratri!



