Schottland - 5. Juni 1993
Zurück in Edinburgh
In diesem Etablissement gibt es erst um 8.30 Uhr Frühstück, was mir persönlich sehr entgegen kommt. Der Bacon war diesmal etwas anders. Ich mußte noch mehrmals danach aufstoßen. Das passierte allerdings erst am Loch Katrine, einem höchst idyllischen Flecken Erde oder besser Wasser. Schon Sir Walter Scott hat es besungen. Wir verhielten uns still und genossen die Landschaft und den Vogelsang in aller Ruhe.
Pünktlich um halbeins fuhren wir vollgetankt am "Royal Scottish", der einzig noch existierenden Budget-Filiale, vor. Und prompt wurden wir erneut enttäuscht. Da gerade unheimlich viele Flugzeuge landen würden und samstags kaum Mitarbeiter verfügbar wären, könne sie den versprochenen Transfer erst zu unbestimmter Zeit realisieren, erklärte mir die Budget-Repräsentantin. Wir zogen dann doch ein Taxi vor, da uns die Zeit zu kostbar war, um in der Lobby rumzuhängen.
Im Hotel bekamen wir unser altes Zimmer. Nach einer kurzen Brotzeit begaben wir uns wieder in die Stadt, um die letzten Mitbringsel und eventuell echt schottischen Wein zu erwerben. Die Weinhändler schauten uns nur mitleidig lächelnd an und konnten sich nicht verkneifen, Whisky als den schottischen Wein anzupreisen. Nach unserem Einkaufsbummel besuchten wir noch für je 4,- £ das Castle. Es lohnt sich trotz des tränentreibenden Preises. Die Kronjuwelen sind ganz toll präsentiert. Und die Wache marschiert sehr engagiert. Aber hier dürfen sie schon mal mit den Leuten reden. Die riesige Kanone "Meg mous", die ihre Kugeln über zwei Meilen ins Ziel brachte, ist auch sehr beeindruckend, wenn auch etwas kaputt. Bei soviel trockener Geschichte bekommt man dann doch Durst und so trotteten wir die High Street hinab und fanden gleich am Lawnmarket in einem Durchgang linker Hand einen Pub. Nachdem wir den ersten Durst erfolgreich gestillt hatten, begann der Magen sein Recht einzufordern. Mangels zusagenden Angebotes wechselten wir die gastronomische Einrichtung. Allerdings fanden wir erst am "Ende der Welt" das, was wir suchten. Auf dem Heimweg, gut gekräftigt und mutig, mal den Bus zu nehmen, fuhren wir nicht weit genug und mußten noch drei Stationen laufen. Der Mann mit der zerknickten Brille fuhr noch weiter. Aber man kann sich auch an das Busfahren gewöhnen (1,- £ für beide).
Wir machten es uns in der Launch bequem, frönten dem Whisky und genossen eine deutsche Parodie auf den satten Bayerischen Mittelstand (famos) in deutsch mit englischen Untertiteln! Leider hatten wir den Anfang verpaßt und somit auch den Titel nicht mitbekommen. Marianne Sägebrecht war jedenfalls mit von der Partie und spielte wieder göttlich.
Jost



