Vollbild Vollbild Vollbild näher? Vollbild hier hätte das Schild stehen müssen Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild

Pantalica

Donnerstag
25. Mai 2006

 
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Nekropolenwanderung

Wie ruhig der Morgen um 6.15 Uhr noch ist. Wir frühstückten in aller Ruhe und fuhren gegen 7.30 Uhr vom Hof. Lucky lag in seiner Hütte, sodaß wir ein Brett als Tür davorlegen konnten. Dadurch blieb uns dieses Mal Luckys Ausflug vor's Haus und somit auch das Zurückkomplementieren erspart. Wir fuhren über Ragusa-Ibla, wo wir uns auch von einer Umleitung nicht vom Wege abbringen ließen, die schmale Landstraße nach Norden. Diesmal waren nicht nur viele Fahrradfahrer sondern auch -fahrerinnen unterwegs. Da der Kraftverkehr ziemlich gering war, hielten sie uns praktisch nicht weiter auf. Durch die enge und kurvige Strecke dauerte es bis gegen 9.20 Uhr, daß wir unseren Ausgangspunkt erreichten.

Es war allerdings doch nicht der vom Wanderführer empfohlene Parkplatz, an dem wir mangels versprochenem Hinweisschild vorbeigefahren waren. Wir parkten also am Ende der Straße, was am Rundweg insgesamt nichts änderte. Nur an der Nekropole Nord waren wir eher. Dort stiegen wir zum Flüßchen Calcinara hinab, um am anderen Ufer wieder hinaufzusteigen. Es wurde viel fotografiert. Die teilweise mehr als 3000 Jahre alten Steinkammern, wie auch die beeindruckende Natur der Schluchten boten ausreichend Motive.

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An der Calcinara_________________Hier geht's runter________Überall Grabkammern

Als wir die Trasse der vor 50 Jahren eingestellten Eisenbahnstrecke Syrakus - Ragusa erreichten, wichen wir erstmals vom Rundkurs ab. Der Tunnel linkerhand lud schattenspendend zur Abkühlung ein. Außerdem ging ein angenehmer Wind. Aus dem Sonnenlicht kommend, konnten wir das Ende des Tunnels erst nach kurzer Gewöhnungszeit erkennen. Die Länge von ca. 300 Metern spielte dabei weniger eine Rolle als die Krümmung der Kurve, die der Tunnel umschloß. Das Licht der Taschenlampe bewahrte uns vor dem Stolpern über die kaum vorhandenen Unebenheiten. Am anderen Ende des Tunnels standen wir ganz in der Nähe der Stelle, an der wir vorhin den Anapo überquert hatten. Wir gingen die deutlich kürzere Strecke durch den Tunnel wieder zurück, diesmal ohne die Taschenlampe zu benutzen. Auf so einer zum Wander- und Anliegerweg umfunktionierten Eisenbahntrasse kommt man natürlich bestens voran. Als wir den zweiten Tunnel (75 Meter) passiert hatten, las Heidi, daß vor dem Tunnel eigentlich ein Schild auf die Picknickzone an der Grotta Cascitta hingewiesen haben sollte. Hatte es aber nicht. Heidi hätte schon mal eher vor- und nicht erst jetzt nachlesen sollen. Aber es war ja nicht weit und so machten wir es uns an einem Steintisch am Rande eines Zitronenhaines bequem. Bis auf einen waren alle Bäume abgeerntet. Das reichte aber locker, um aus unserem Wasser die leckerste Limonade zu zaubern. Da schmeckte das Brot gleich noch besser auf diesem ausgesprochen nett gelegenen Picknickplatz. Der Anapo muß jedoch in letzter Zeit einmal sehr viel Wasser geführt und dabei einem tiefer gelegenen Tisch zwei Steinbänke entführt haben. Zwanzig Meter weiter hat der Fluß eine Bank wieder abgestellt, die zweite ist irgendwie zerschellt.

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Vor dem Tunnel links ab..._______...geht's zum Zitronenhain______La Grotta Cascitta

So schön auch ein Picknick im Zitronenhain sein mag, am anderen Ufer, 50 Meter weiter flußabwärts steht ein weiteres Picknickensemble an einem weißen Kiesstrand vor der Grotta Cascitta, die mit einem ruhigen Wasserbecken gefüllt ist. Fast zu kitschig aber wahr. Wir entdeckten diese Ecke der Picknickzone erst bei unserem Abmarsch. Die üppige Vegetation hatte sie bisher vor unseren Blicken verborgen gehalten. Nach einiger Zeit erreichten wir dann den Bahnhof Pantalika, der heute als Museum genutzt wird. Also nicht gerade heute, denn es ist ja noch nicht Sommer, aber im Allgemeinen. Man kann sich so eine Bahnfahrt vor 50, 60 Jahren durch das wildromantische Anapotal absolut vorstellen. Die Blicke in die Seitentäler und die Aussichten auf die aberhundert Grabhöhlen haben die Bahn aber anscheinend nur zu den Wochenenden gefüllt, sonst führe sie wohl noch heute. Wir schauen uns auch die letzte Picknickzone etwas außerhalb des Rundweges an. Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken geliebäugelt, im Anapo zu baden, aber das wäre vorhin wohl günstiger gewesen. Ausschließlich größere Steine, wirr verteilt, machten das Betreten des kleinen Beckens unterhalb der alten Eisenbahnbrücke nicht gerade zu einem Muß. So tranken wir einen Schluck unserer guten Limonade und begannen den Aufstieg (Sentiero Nr.3) zur Felskirche S. Micidiario. Sie ist bei weitem nicht so groß wie Santa Maria in Ispica aber dafür vielleicht älter. Etwas oberhalb stießen wir noch auf größere Wohnhöhlen, die teilweise recht gut erhalten waren. Um nicht auf der Straße laufen zu müssen, gingen wir zurück zur Weggabelung und von dort aus in Richtung Anaktoron weiter. Unterwegs trafen wir ein Paar, das eine in unserem Wanderführer nicht eingezeichnete Abkürzung suchte. Im Endeffekt war die Abkürzung unauffindbar und so gingen wir ein Stückchen des Weges gemeinsam. Nur hatten sie ihr Auto auf der anderen Seite der Schlucht geparkt. Sie würden also ungefähr 20 Minuten später am Auto sein als wir.

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Der alte Bahnhof______________Aufstieg zur Kirche____________Palazzo del Prinzipe

Wir fuhren zurück nach Marina di Ragusa. Die Straße in Ibla war wieder frei. Ein letztes Mal füllten wir bei ALIS unsere Vorräte auf, bevor wir uns an den Pool begaben. Ans Meer schafften wir es doch nicht mehr. Heidi bereitete Ravioli zum Abendessen und ich schimpfte mit Lucky, weil er wieder auf die Straße gerannt war und partout nicht hören wollte. Die Sonnenliege am Pool war heute tabu für ihn. Er macht auch gar nicht erst den Versuch, schlaues Tier, auf der Liege Platz zu nehmen. Wir waren ziemlich geschafft vom langen Tag und gingen deshalb relativ zeitig zu Bett.

Buona Notte!

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