
- _______Cornwall
Schweiz, Cornwall & Devon - 25. August bis 15. September 2018
Perfekter Ortswechsel
Heidi ließ sich um 4.45 Uhr zur Katzenwäsche wecken und ich brauchte mich heute nicht rasieren, was zu der Weckzeit um 5.00 Uhr führte. Damit war die geplante Abfahrtszeit von 5.30 Uhr abgesichert. Unser Flugzeug würde demzufolge um 7.20 Uhr mit uns in Richtung London starten. Maximilian der Gute brachte uns und unsere Bagage direkt zum Flughafen und Li ließ es sich nicht nehmen, uns ebenfalls persönlich dort zu verabschieden. Das war sehr nett. Bei der Gepäckaufgabe wurde ich nach Powerpacks in den Koffern gefragt. Da war doch was. Zum Glück wußte ich, wo ich zu suchen hatte und beförderte das Teil ins Handgepäck. Uff. Dann mußten wir in den Sicherheitsbereich. Ich glaub, Gate 59 war für unseren Flug ausgewiesen, für dessen Erreichen wir einen fahrerlosen Zugtransfer zu absolvieren hatten. Zu unserer Überraschung wurden auf der Fahrt Alphörner geblasen und Kühe äußerten sich auf ihre typische Art. Das war lustig.
- Als führe man selbst___________Da wartet es schon__________In der Warteschleife
Es lief weiterhin alles wie am Schnürchen. Wir hatten uns kaum hingesetzt, begann das Boarding, allerdings nicht mit unserer Gruppe. Wir hatten bei einer völlig anderen Airline die selben Plätze 6A und B zugewiesen bekommen wie auf dem Flug nach Genf. Diesmal saßen wir direkt hinter der Business Class am Vorhang. Also los, ab nach Heathrow. Obwohl wir vier Warteschleifen drehen mußten, landeten wir immer noch eine Viertelstunde vor der Zeit und das ohne Rückenwind. In Dutyfree, den man hier auch bei der Ankunft nutzen kann, kaufte ich gleich erstmal einen Urlaubswhisky. Johnny Walker black war im Angebot. Die Koffer ließen noch auf sich warten, Aber nicht allzu lange. Die planmäßigen 20 Minuten Vorsprung vor Familie Ost nutzte ich, unsere Great Western Railway-Tickets am Automaten abzuholen. Damit waren alle für heute wichtigen Karten in meiner Hand.
Heidi nahm ihre Schwester nebst Helmut in Empfang und weiter ging's zum Express-Shuttle. Ich sage nur Schnürchen. Eine Viertelstunde vor Abfahrt des Zuges nach Penzens kamen wir auf Gleis sieben in Paddington Station an. Auf Gleis eins wartet schon der bereitgestellte Zug auf unser Zusteigen. Das gestaltete sich etwas schwierig, weil die Wagons noch enger als die der Deutschen Bahn sind und man bei der Suche nach seinem Sitzplatz mit Gepäck ganz schwer aneinander vorbeikommt. Als die fahrplanmäßige Abfahrzeit fast erreicht war, stiegen wir kurzentschlossen in den Nachbarwagen ein, um überhaupt erstmal drin zu sein. Der Rest würde sich schon ergeben. So war's dann auch. Zum einen löste sich der gordische Einstiegsknoten und zum anderen fuhr der Zug einfach erst 10 Minuten später ab. In der Ruhe liegt die Kraft. Ist der Fahrplan einmal ruiniert, fährt sich's völlig ungeniert.

- Paddington Station

- Alle in einer Reihe
Die Schwestern quatschten fleißig und die Schwäger tauschten ihre Vorstellungen zur neuen Fußballsaison aus. Interessant war noch der Getränkekauf in der Mitropa, weil man mit den vielen Wartenden in der Schlange schnell ins Gespräch kam. Getränkekauf deshalb, weil die angebotenen Speisen, die uns angesprochen hätten, ausverkauft waren. In Plymouth gäbe es eventuell Nachschub. Kein Beinbruch. Nach einer halben Stunde waren wir zurück am Platz und genossen unsere Getränke.
Jetzt fuhren wir zügig am Kanal entlang. Welche der Gezeiten gerade herrschte, war uns nicht ersichtlich. Jedenfalls hatten einige Boote nicht mehr die benötigte handbreit Wasser unter dem Kiel. Dann ging es wieder landeinwärts und wie schon beim Verlassen Londons konnte man verschiedentlich in die hinter den Häuserzeilen gelegenen Gärten schauen. Das erinnerte mich unbedingt an den Film „I will dance”. Bei einer Bahnfahrt hat man halt ganz andere Perspektiven als von der Hauptstraße aus. Die Verspätung hatte sich bis zur Ankunft in Truro auf gute 25 Minuten erhöht. Das wird der bestellte Taxifahrer ja sicher mitbekommen.
Als wir in Truro ausstiegen, stand dort niemand mit einer Taxifahrermütze oder einem Namensschild, uns zu empfangen. Komisch. Gut, Beim Verlassen des Bahnsteigs wurden unsere Fahrkarten an der Durchgangskontrolle vom Automaten eingezogen und auf die Bahnsteige gelangt man nur mit gültigem Ticket. Gibt es hier Bahnsteigkarten? Auch vorm Bahnhof war niemand, der uns ansprach. Also wurde ich aktiv. Eine Taxikette war mit mehrere Taxis da, aber keiner hatte unsere Order. Zumindest konnte ich einem dieser Taxifahrer die Bestätigungsmail zeigen und der erkannte die Firma und da war auch tatsächlich ein Taxi, dessen Fahrer er ansprach. Ja, auf uns warte er. „Sind Sie nicht ein bißchen früh?” Dieses Mißverständnis störte nicht weiter. Der gute Mann fuhr uns direkt zum Autoverleih (hertz) und versuchte vorher sogar noch dort anzurufen, da wir die angestrebte Übernahmezeit von 15.00 Uhr nicht würden einhalten können. Es ging aber niemand dran. Auch egal, weiter.
Wir bekamen einen KIA-Diesel als Kombi. Den brauchten wir für unser aller Gepäck auch. Es sei ein Upgrade, daß wir auch ein Navi haben. Da Helmut seine driving licence zu Hause im Auto gelassen hatte, brauchte ich keinen Zweitfahrer dazu. Ein wirklich ansehnliches, weißes Auto mit vollständiger Ausstattung sollte uns die nächsten zwei Wochen zur Verfügung stehen. Na denn man tau. Ich installierte trotzdem mein Navi, weil ich da schon die Zieladresse der Halgabronaer Mühle hinterlegt hatte. Auch war mir die parallele Anzeige der erlaubten und der aktuellen Geschwindigkeit ganz angenehm. Ab in den Linksverkehr.
Es dauerte zugegebenerweise ein paar Kilometer, bis sich die Fahrgäste beruhigten. Auf den bereiten, großen Straßen mit dem „A” vor der Nummer lief sowieso alles problemlos. Auf den kleinen Nebenstraßen wurde es als Ortsfremder schwieriger, weil die völlig unerwarteten, unregelmäßige Einengungen eine viel ruhigere Fahrweise als die meine empfohlen erscheinen ließen. Natürlich stellte ich mich auch schnell darauf ein. Es war zwar manchmal wirklich eng gewesen, aber nicht wegen der Geschwindigkeit, eher wegen der physikalischen, mauerartigen Außenbegrenzung der roads.

- Unsere Residenz
Wir fuhren zunächst an der Zufahrt zur Mühle vorbei, also ich, weil damit hatte ich nicht gerechnet. An einer leitplankenbewehrten, bergangehenden, schwer einsehbaren Linkskurve rechts in die Leitplankenlücke abbiegen zu müssen, so weit war ich noch nicht. Nach dem Wenden ging das jetzt notwendige Linksabbiegen sowieso besser. Boah, geschafft.
Der Besitzer empfing uns ausgesprochen freundlich, wies uns in unsere Residenz ein und in seinen Besitz. Oben durch den Park könne man in den Wald und unten über die Straße durch das Rocky Valley seien wir in 10 Minuten am Meer. Genial! Zum Abendessen fuhren wir nach Tinagel hinauf, wo wir auf dem großen i-Parkplatz parkten, was samstags nach 17.00 Uhr kostenfrei möglich ist. Im nahegelegenen kleinen Supermarkt arbeiteten wir unsere Einkaufsliste ab. Alles kam gleich ins Auto. Nach so einem langen Tag darf man auch mal Hunger haben. Wir hatten Robin um eine Empfehlung gebeten, aber er wollte sich nicht so recht festlegen. Jedenfalls entschieden wir uns für das Gasthaus neben der alten Post.

- Die alte Post
Das Essen war zwar reichlich, aber trotz aller Vorurteile noch schlechter als befürchtet. Mein gebratener Schinken war viel zu salzig und obendrein verbrannt. Heidis gegrilltes, indisches Hühnchen war ebenfalls verbrannt. Wahrscheinlich hatten wir auch nur Pech. Hätten wir Fish and Chips wie Ute oder die gegrillten Koteletts wie Helmut bestellt, hätten wir mehr Glück gehabt. So eben nicht. Ute wollte mit Falschgeld bezahlen, was dankend als Spende entgegen genommen wurde. Es waren nur verfallene Pfundstücke. Nach einem kurzen Rundgang oder besser auf und ab durch den Ort, fuhren wir zurück zur Mühle.

- Lauschig am Kamin
Nein, diesmal verpaßte ich die Einfahrt nicht und auch später nie wieder. Der Kamin wurde von Helmut entfacht und als der, also der Kamin, nicht richtig wollte, führten wir ihn gemeinsam Sauerstoff zu. Helmut versuchte es oral und ich mit dem Blasebalg. Irgendwann legte der Kamin seine Widerspenstigkeit ab und bei Wein, Whisky und Bier klang unser Anreisetag aus.
Sleep well!



