Vollbild Vollbild Hier beginnt der Tunnel

Thusis

Dienstag
3. August 1999

 

Via Mala Informationstour

maximg026.jpg
Das Tal der Albula

Für heute war die Via Mala Informationstour geplant, das heißt wir wollten auf dem alten Schyn (alter Römerweg) 2½ Stunden nach Thusis wandern und uns dort über die Routen durch die Via Mala informieren. Die freundliche Beraterin des Touristenbüros gestern muß diese Wanderung das letzte Mal als junger Hüpfer gemacht oder aber ein schlechtes Zeitgefühl haben. Obwohl wir noch ein Stück mit dem Sessellift fuhren, brauchten wir 5 Stunden bis nach Thusis, wobei die Wanderung auf der Horizontalen wirklich besonders schöne Aussichten auf die Schlucht der Albula bietet.

maximg028.jpg
Hier geht's in den Tunnel

Und der Tip, eine Taschenlampe mitzunehmen, erwies sich als Volltreffer. Kurz bevor es ins Tal ging, mußten wir durch eine zweihundert Meter langen Tunnel. Am anderen Ende hatte zwar jemand eine Kerze zurückgelassen, aber es war für uns hald auf der verkehrten Seite. Es ist jedenfalls eine wirklich tolle Wanderstrecke bis dahin. Denn der Weg vom Wasserkraftwerk durch Sils nach Thusis ist auf normalen Straßen zu absolvieren. Was dabei noch besonders nervte, war der Lärm, den ein Hubschrauber beim Entladen eines Betonmischers machte. Er mußte die Mischung auf den Turm einer alten Burg bzw. Schlosses fliegen. Wir mußten uns ganz schön sputen, um nach dem Abflug schnell am Mischer vorbeizukommen, bevor der Hubschrauber wiederkäme. Der Mischer stand nämlich mitten auf der Straße. Da der Mischer aber eh leer war oder aber der Hubschrauber tanken mußte, landete er auf der Wiese und machte erstmal Pause.

Der Weg nach Thusis zog sich hin. Die Touristen-Information fanden wir erst, als wir bei einem Kaffee im Café Arkade danach fragten (Neudorfstr. 49). Das Café Arkade ist im Via Mala-Zentrum ansässig, von dem aus man mit dem Fahrstuhl direkt zum Bus- und Eisenbahnhof gelangt. Maximilian war übrigens wieder auf Schnäppchenjagd, wodurch wir unsere Bahn verpaßten und eine Stunde warten mußten. Wir gingen dort im Coop einkaufen und es war im Prinzip alles billiger als in unserer Touristenhochburg. Jedenfalls kostete der Transfer von Thusis (mit der Bahn eine Station bis Tiefencastel und von dort mit dem Bus nach Valbella) zurück 40,80 SF. Ein Taxi hätte laut Tabelle 95,- SF gekostet. Taxameter sind hier zumindest unüblich. Die Aussicht bei der Bahnfahrt wurde ständig durch irgendwelche Tunnel immens eingeschränkt. Dafür gab dann später der Fahrer des Postbusses ab und an touristische Hinweise über die zu sehenden Ortschaften. Und wo sonst im Bus die Koffer untergebracht werden, wird wirklich in jedem Ort die Post aus- und eingepackt. DIE POST heißt das hier nur. Von der Poststation in Valbella ging's dann heim zu leckeren Pellkartoffeln mit Quark. Maxi begann ein Reliefpuzzle, Heidi las und ich widmete mich dem vorliegenden Tagebuch. Wir verfolgten die Nachrichten und die Situation im Kosovo ließ uns nachdenklich zu Bett gehen.

Valid CSS!