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Erkundungsgang

Mittwoch
19. Oktober 2005

 
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Zu Fuß am Strand entlang

Ein erster Blick aus dem Fenster dämpfte die meteorologischen Erwartungen erheblich. Andererseits bestätigte er den von Markus ausgedruckten Wetterbericht. So kamen wir auch nicht unter den Druck, irgendwelches gutes Wetter ausnutzen zu müssen. Wir frühstückten genüßlich. Das Brot schmeckte sehr gut und auch unsere Obstration Nektarine und Guave mundete uns ausgezeichnet. Nur der Kaffee war etwaws blumig geworden. Ich muß mich erst noch mit der Kaffeemaschine und dem weichen Wasser näher anfreunden. Bei diesem Wetter kann ich in Ruhe das Tagebuch füllen und Heidi in ihrem Hobbyraum werkeln.

Gegen 11.00 Uhr begaben wir uns zu Fuß an den Strand von Gordon's Bay. Es war allerdings nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten, denn nachdem wir die Hauptstraße überquert hatten, standen wir vor einem nicht enden wollenden Zaun, der einen Freizeitpark vor unberechtigtem Zutritt bewahren soll. Wir erwarben auch keine Berechtigung, sondern liefen am Eingang vorbei in Richtung Harbor Island. Hier steht schon ein ziemlich großes Hotel. Es gibt viele Restaurants und auf der eigentlichen Insel wird noch viel gebaut, was dem sonst eher mondänen Charakter erheblich Abbruch tut. Aber wenn es dann mal fertig sein wird, gibt es kinoreifes Ambiente. Am Kai, oder ist es 'ne Mole, die den Hafen vor Wellengang schützt, saßen die Angler und frönten ihrem Hobby. Einem Typ genügte sogar eine Sehne mit Haken und Gewichten, um die Fische zum Anbeißen zu überreden. Offensichtlich reicht es nicht für eine Rute.

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Eine Brücke ins Nichts
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Steinbänke

Da gerad Ebbe war, spazierten wir über die trockengefallenen Steinbänke (spezielle südafrikanische Gesteinsformationen) immer in Ufer- oder besser Strandnähe bleibend in Richtung alten Hafen. Wir fanden die eine oder andere Muschel und Bank, ohne nasse Füße zu bekommen. Ein paar kleine Fische (die großen sind cleverer) waren in einem Wasserloch gefangen.

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Einladender Aufsteller
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Wirklich gemütlich

Im alten Hafen besuchten wir eine Fischgaststätte, die mittels Kaminfeuer die Gäste anlockt. Gemütlichkeit soll eine anziehende Wirkung auf die scheue Spezies Gast haben. Heidi bestellte sich Muscheln mit Schale und Knoblauch und ich entschied mich für Fish and Chips. Ich tippe mal es war Kabeljau. Auf jeden Fall war es wieder sehr gut. An Heidis Muscheln war mehr Knoblauch als Schale. Ihre Begeisterung hielt lange an, was ich aber vor allem am Geruch merkte. Auf dem Rückweg trafen wir auf ein Internetcafé, in dem wir für 30,- Rand zwei Capuccini tranken und eine halbe Stunde surften. Genauer gesagt schrieben wir Maximilian und Florian eine eMail.

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Das Post Office

Am Post Office wagten wir das Experiment, unseren Telefongutschein zu benutzen. Ich wählte die 10136, woraufhin mich eine freundliche Maschine bat, die 1 für englisch, die 2 für kawasulu, die 3 für ... O.K. - die Eins. Jetzt fehlte nur noch die korrekte Eingabe der 16-stelligen PIN (was auf Anhieb gelang) und schon durfte ich Giselas Nummer mit abschließendem Hash (in Deutschland sagen einige "Gartenzaun" dazu) eintippen. "Ja, Weinberg" meldete sich meine beste Schwiegermutter. "Schneider?! - Aaach"; Pause; "Aaach lebt ihr noch?" So begann das Gespräch. Kein Problem, es gibt genug zu essen und zu trinken, der Liter Normalbenzin liegt bei 6,- Rand (ca. 72 Ct.) und die Unterkünfte sind hervorragend. Einziges Handicap bleibt das Überqueren von Straßen zu Fuß - aber nur wegen des ungewohnten Linksverkehrs. "Na da hätte ich ja doch mitfahren können!?" Kein Kommentar. Vorbei an der Tankstelle kamen wir wieder zu unserem hiesigen Heim.

Um 16.00 Uhr kann man ruhig nochmal zum Einkaufen fahren. Wir waren da doch an dieser Somerset Mall vorbeigekommen... In der Berliner Gegend gibt's ja sowas nicht und bei "Mall" muß ich immer an den Film mit Bette Midler und Woody Allen denken, in dem sie ihren Hochzeitstag in einer solchen verbringen (Ein ganz normaler Hochzeitstag). Die hiesige Mall ist dagegen eher mit unseren Einkaufsbauten auf der grünen Wiese zu vergleichen nur eben überdimensional - leider keine B. Middler Mall. Trotzdem gibt es keinerlei Probleme, sein Geld gegen Waren einzutauschen. Bei Woolworth, das mit den deutschen Läden nicht zu vergleichen ist, ließ Heidi ihrem Kauftrieb freien Lauf und ich gab in einem Outdoorladen meinem Pferd Zucker. Es dunkelte bereits, als wir die Mall verließen. Ich brauchte auch nur einmal zu wenden, und schon waren wir auf dem richtigen Weg nach Gordon's Bay. In dem Liquer Shop gegenüber von SPAR besorgte ich mir noch etwas Bier und drei Underberg. Dann machten wir uns an die Zubereitung unseres Abendmahles - Spaghetti aglio e olio con peperoncini. Ich schälte und schnitt den Knoblauch, zerfitzelte die Peperoni und freute mich auf das Kreieren meines Lieblingsgerichtes. Es gelang fast perfekt und der Rotwein rundete alles ab. Daß wir hier auch den einen oder anderen deutschsprachigen Fernsehsender empfangen können, ist ja schon bekannt. Aber sogern ich Ottfried Fischer auch als "Der Bulle von Tölz" mag, "Tod in der Walpurgisnacht" von 1997 war dann doch etwas alt. Obwohl, die bayerischen Volksbräuche so außerhalb aller Erklärbarkeit zu stellen, das ging mir ein und damit manch anderes auf. Am Buche unseres Aufenthaltes zu schreiben, brachte ich die Kraft nicht mehr auf.

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