Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild

Am Strand

Freitag
14. Oktober 2005

 
|Übersicht|

Strandwanderung

cimg3913.jpg
Buffalo Bay

Irgendetwas hatte ich gestern nicht vertragen, was die Nacht für mich etwas unruhig werden ließ. Das Schlimmste war jedoch, daß ich Wolfgangs englisches Frühstück ausschlagen mußte. O.K. Obst, ein weichgekochtes Ei und Toast, mehr bekam ich nicht runter. Und außerdem mußte ich immer nach der südafrikanischen Barbequesauce aufstoßen - unangenehm. Im Zuge meines etwas maladen Magens entschlossen wir uns, den 7 km langen Buffalo/Brenton Beach walk zu absolvieren - hin und zurück aneinem bezauberndem Sandstrand. Wir bogen hinter der White Bridge rechts ab, unterquerten die N2 und fuhren bis ans Ende der Straße von Brenton on Sea. Am Strand wurden die Wanderschuhe an den Rucksack gebunden und auf ging's.

cimg3894.jpg
Das Ungeheuer
cimg3911.jpg
frei wie der Wind

Es war gerade Ebbe und der Strand dadurch schön breit. Ich beobachtete eine Muschel, die versuchte, sich einzubuddeln, als ich plötzlich bis zum Schritt im Wasser stand. Na prima. Da Heidi gerade auf dem Weg war, die Sensation zu bewundern, hatten wir beide nasse Beinkleider. Zum Glück trocknete alles durch die Wärme und den Wind in kurzer Zeit. Noch etwas schneller beschlugen unsere Sonnenbrillen durch die salzigen Nebel der Gischt. Alle Viertelstunde holten wir das Putztuch heraus, nachdem wir festgestellt hatten, daß die rapide abnehmende Sehschärfe keine organischen Ursachen hatte. In Buffalo Bay tranken wir Wein bzw. Bier, schauten uns den für Server super gelegenen Zeltplatz inclusive Schildkröte an, bevor wir uns auf den Rückweg begaben.

cimg3899.jpg
Den Kleinen schmeckt's
cimg3909.jpg
Einfach schön

Jetzt machte uns der Gegenwind ganz schön zu schaffen. Aber wir hielten tapfer durch. In Knysna frequentierten wir den tollen Shop, in dem ich Zigarren hatte liegen sehen, wobei es sich jedoch um Schweizer Schokoladenzigarren handelte. Da ich immer noch nicht den geringsten Appetit verspürte, kaufte Heidi etwas Brot und eingelegte Meeresfrüchte für's Abendmahl.

Als wir von unserem Wanderausflug gegen 16.30 Uhr zurückkamen, hatte ich eigentlich vor, das Tagebuch zu vervollständigen. Der Geist war willig, das Fleisch war schwach. Die Liegen waren einfach nicht der richtige Ort für den Geist.

cimg3889.jpg
Der Geist war willig...

Als ich den Block mit meinen Tagebuchnotizen in der Hand hielt, meinte der Körper: "He, stell doch einfach die Rückenlehne bequemer ein! Die Augen klappen auch schon runter!" - keine Chance. Mit geschlossenen Augen lauschte ich den südafrikanischen Geräuschen. Der Hund, drei Häuser entfernt, bellte. Weiter unten wurde mit einer Kreissäge gearbeitet und als ein Auto hupte und die Insassen lauthals begrüßt wurden, befürchtete ich, Ohrenzeuge eines Hochzeitsempfanges zu werden. Was die Vögel hier abziehen, kann zumindest bis zur Dämmerung als Gesangswettbewerb bezeichnet werden, bei dem die Lautstärke ein entscheidendes Kriterium - auch kreischen erlaubt - zu sein scheint. So wurde ich pünktlich um 18.00 Uhr von mir nicht zu benennenden Sängern wieder geweckt. Heidi hatte mich irgendwann etwas zugedeckt und Barbara, die Gute, bereitete mir einen Roibushtea und eine kohlensäurefreie Coke samt Toast. Jetzt zizog es sich zu und bis ich bemerkte, daß mich die Bananenblätter durch ihr klatschen hinters Licht führten, dachte ich, es fiele der eine oder andere Tropfen Regen. Da es langsam dunkelte, konnte ich auf der Veranda nicht mehr schreiben, zumal ich nicht wußte, wo der Lichtschalter ist. Also setzte ich mich mit zu Barbara und Wolfgang ins Wohnzimmer. Neben meiner Schreiberei liefen Rätselsendungen im Fernsehen. "Wer wird Millionär?" wird auch in Südafrika gern gesehen. So lange bleiben die beiden sonst nie auf, aber da noch Taufgäste erwartet wurden, durfte ich Barbaras Gegenwart genießen und meine Magenverstimmung mit Whisky bekämpfen. Das Tagebuch war ja schon ganz gut vorangekommen.

Valid CSS!