Südafrika - 16. Oktober 2005
Küstenwanderung

- Plettenberg Bay
Die gute Pflege zeitigte erste Erfolge und zwar dahingehend, daß ich den Mut aufbrachte, ein englisches Frühstück nicht nur in Erwägung zu zuiehen, sondern auch zu ordern und sogar zu essen. Obwohl alles sehr schmackhaft war, fehlte mir noch die richtige Einstellung, es wirklich zu genießen. Aber es ging meinem Magen und damit auch mir schon entschieden besser. Wolfgang erklärte uns die Anfahrt zu unserem Wanderziel im Detail und so war es auch kein Wunder, daß wir alles auf Anhieb fanden. Nur Heidi kam der Parkplatz etwas zu spät. Der Wanderweg, dessen uhrzeigergemäße Absolvierung empfohlen wird, ist bestens ausgeschildert und -gebaut, wenn man White Sand über Los geht. Die meisten Robben, richtig große Seelöwen, sahen wir wir schon auf dem Weg dorthin. Der wildere, leere Teil der Halbinsel hat die interessanteren Facetten. Auch für die während der Flut und rauher See gefährliche Passage ist durch eine Umgehung kein Hinderungsgrund mehr gegeben. Der längere Weg ist die erste Wahl. Allerdings sind Höhenangst und mangelnde Kletterfähigkeit schon bedenkenswerte Einschränkungen ebenso wie schlechtes Schuhwerk. Ansonsten sollte einen aber nichts von der Umrundung Robbenislands abhalten. Es ist einfach toll, die vielen verschiedenen An- und Aussichten, Eidechsen, Pflanzen und eben Robben auf so kleinem Raum (gefühlte 12 km) genießen, beobachten bzw. sehen zu können. Die Delphine und Wale glänzten leider durch Abwesenheit. Enttäuschung kam aber in keinster Weise auf. Ach und zwei Liter Wasser sollte man dabei haben, wenn man losgeht, weil schweißtreibend ist der Trip schon - ohne Fleiß kein Preis.

- Eine von vielen

- Eine Kolonie
Rückzu statteten wir Plettenberg einen Kurzbesuch ab. Wir parkten oben in der Main Street und gingen sie seewärts, bergab also. Im Vorgarten einer Waffelbude tranken wir jeder ein Bier und Heidi meinte, sich auch später etwas zum Naschen aussuchen zu können. Es war 20 Minuten vor 3.00 p.m. und man verkauft nur bis 3.00 p.m. Waffeln - auch kein Beinbruch. Die herrlichen Liegen auf der Veranda des Hauses Berlin warteten ja schon auf uns. Diesmal kam ich mit meinem Afrikabuch sogar weiter, bevor ich wegnickte. Heidi hat inzwischen zu einem Krimi gewechselt. Auf Barbaras Empfehlung bzgl. eines Fischrestaurants fielen wir in die Trockendocks (Dry Docks) an der Waterfront. Ein sehr exclusives und schummriges Restaurant, das die vielen Vorbestellungen vorschiebt, um einen in das Raucherabteil zu stecken. Heidi war das sehr recht. Wir bestellten Garnelen für Heidi und Kabeljaufilet für mich. Dazu sollte ein trockener Sauvignon Blanc gut passen. Der Gentleman am Nachbartisch schien schon öfter hier deniert zu haben, denn er hatte eine kleine Taschenlampe dabei, die ihm das Studium der Speisekarte erheblich erleichterte, wenn nicht gar erst ermöglichte. Das Essen fiel zu unserer vollsten Zufriedenheit aus und die Aufmerksamkeit des Personals war angenehm. Als ich später doch einmal selbst Wein nachschenkte, plumpste etwas in Heidis Glas, das die Kriterien für Weinstrein nicht erfüllte. Das brachte die Maschinerie etwas durcheinander, zumindest was den Aschenbecherservice betraf. Der Manager ließ seiner Entschuldigung das Anerbieten zweier Gläser Chardonnay ausrichten. Eine Kostprobe hatte der Kellner schon dabei. Der Wein war lecker, also ließen wir uns bestechen.
Barbara und Wolfgang waren schonin ihre Kemenate entschwunden und so widmeten wir uns den Rest des Abends unseren Büchern.
Jost



