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Bergwanderung

Montag
17. Oktober 2005

 
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Swartberg hiking

Heute nahmen wir unser Frühstück auf der Terrasse des Haupthauses ein. Man schaut auf ein natursteinumrahmtes Bassin, über dem irgendein Weber sein Nest hängen hat. Ob er noch am Ausbau ist, konnten wir nicht beurteilen. Allerdings flogen ab und an schon mal irgendwelche hellgrünen Blätter aus dem Nest. Muß er selber wissen, oder sie? Na jedenfalls waren wir pünktlich kurz nach 8.00 Uhr zugegen, wie auch zwei andere deutsche Paare. Wir wurden von Regina umgehend einander vorgestellt. Leider passen nur vier Tische auf die bevorzugte Frühstückslokation, sodaß die Letzten sich damit abzufinden hatten, im Speiseraum umhegt zu werden. Wir beobachteten weiterhin den fleißigen Gold?weber. Die kulinarische Vorbereitung des Tages verlief äußerst erfolgreich.

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Steingiraffe
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Steinmännel

Reginas Wanderroutenvorschlag führte uns wieder in die Nähe des Swartbergpasses. Wir sollten nur vorher rechts in Richtung "hell" abbiegen. Zuallerst parkten wir nach 500 Metern, um ein Permit für die Wanderung zu kaufen. Auf der Suche nach dem Anfang des Weges, ließen wir das Wäldchen mit den Riesenzapfen nördlich liegen. Da lag zwar mal ein Stein mit verwaschenen weißen Flecken, aber die Flechten sind hier sehr kreativ. Wenn man den armselig gekennzeichneten Einstieg einmal gefunden hat, tut man sich eher schwer, den Faden wieder zu verlieren. Einerseits haben pfiffige Wandervereinsmitglieder? ihre Fußabdrücke in Beton gießen lassen, um sie nachher als Wegweiser auf den Berg zu schleppen. Richtige Wanderer pflegen die Kunst des Steinmännelbauens. Könnte allerdings auch sein, daß es sich dabei um eine aus Europa eingeschleppte, trotzdem sehr praktische Marotte handelt. Wiederum gab es viel zu photographieren, denn die Pflanzen, deren Bestäuber (z.B. der Lord-Vador-Käfer) und die Berge selbst boten die feinsten Motive.

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Lord Vador__________________Die blaue Blume_____________Viele Gäste

Bis der Wind uns in den Rücken fiel. Als wir hofften, hinter dem Grat herrsche Ruhe, war dies ein Trugschluß. Jetzt wechselten die Winde wie die Aussichten. Selbst die Unterhaltung mit dem netten Ehepaar, das gerade am Pass hielt, als auch wir dort ankamen, konnte nur unter freundlichem Anschreien fortgeführt werden.

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Oberhalb des Passes

Die Beiden hatten sofort erkannt, daß wir aus Deutschland stammen. Ob dies an unserem Wandern oder meinem Wernesgrüner Basecap (die PILSLEGENDE) lag, hab ich nicht hinterfragt. An der Wanderhütte (nicht bewirtschaftet) war es endlich windstill und somit herrschten die optimalen Bedingungen für eine Rast. Auf dem Abstieg zur Vorhölle wurde noch viel photographiert. Trotzdem waren wir nach gut vier Stunden wieder an unserem Ausgangspunkt. Um zu testen, wie nahe wir der Hölle mit unserem Toyota Corolla würden kommen können, lugten wir noch 5 km weiter vor. Dann wendeten wir doch. Es lag hier einfach an unserer mangelnden Geduld. Aber noch 45 km auf einer solchen Piste und das Ganze auch wieder retour, nee danke. Wir tasteten uns wieder zurück in Richtung Paßstraße, als wir von einem freundlichen Offroadkapitän zur Seite gehupt wurden. Ich hatte den Rückspiegel völlig aus dem Visier verloren. Die hatten für diese Straßenverhältnisse einfach das bessere Auto. Heidis Hungerattacken bekämpften wir im Coffé shop des Hotels, das schräg gegenüber unserer Lodge liegt, wie ich bemerkte, nachdem ich eingeparkt hatte. Ha, ha. Milchshake Schokolade respektive Bier brachten die Lebensgeister wieder auf Vordermann. Heidi konnte anschließend gleich über die Straße gehen, um das Tor zu öffnen.

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Aussicht von der Terrasse

Duschen, Koffer neu organisieren, Ladegeräte suchen, schwimmen im Pool, Ladegerät organisieren, Sitzkissen reinräumen, denn es regnete trotz aller Statistik, dies alles trieben wir bis zum Abendmahl. Leider machte das Afrikanische Restaurant erst um 19.00 Uhr auf und bestellen hätten wir auch noch lassen müssen. Dazu war unser Hunger zu groß. Gegenüber hat es auch noch ein einfaches Haus. Heidis Muschelvorspeise war sehr delikat, mein Pitabrot mit Feta und Knoblauch eher rustikal. Der Hauptgang zerfiel in Straußensteak für Heidi und ein halbes gegrilltes Hähnchen mit Salat und Frits (hier Chips) für mich. Leider war wieder diese typische Bratensauße darübergegossen. Die haben hier hald keine Ahnung, wie ein richtiger Broiler aussehen, geschweige denn schmecken muß. Der Jägermeister hatte viel zu tun, obwohl ich kaum einen viertelsten Broiler geschafft hatte. Zurück über die Straße war es nur ein Katzensprung und so saßen wir nach Vorlesen des letzten Tagebuchkapitels, Ansichtskartenschreiben und Heidis Einstieg in den "Chronist der Winde" von Mankell bei rotem Weine, Grillengezirpe und anderen, eher unbekannten Geräuschträgern vor unserem Quartier und genossen den Abend.

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