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Ruhetag

Dienstag
26. Mai 2009

 
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Marktanalyse

Wir hatten gehofft, der Kater hätte uns vergessen. Aber kaum saßen wir am Frühstückstisch, kam der Lausbub auch schon angeschlendert. Heidi hatte diesmal altes Brot in Milch eingeweicht, damit der Gute auch etwas im Magen hat. Katerchen ließ sich nicht zweimal bitten. Er putzte alles ratzfatz weg, obwohl er das klebrige Brot schlecht aus dem Schälchen bekommt. Es gab sogar noch Nachschlag. Aber auch das schien ihm nicht zu genügen. Neugierig scharwenzelte er vor der Küchentür herum, um bei der erstbesten Gelegenheit doch lieber selbst mal nach etwas Freßbarem zu schauen. Das mochten wir ihm aber nicht zugestehen. Der Kater räkelte sich vor der Tür und drückte sie wie zufällig auf. Jetzt reichte es aber wirklich. Mit dem Gartenschlauch und etwas Wasser machte ich ihm Beine. Fünf Minuten später war er wieder da.

Heidi hatte inzwischen einen ihr unbekannten Mankell auf Helens Bücherbord entdeckt, der rief „Ließ mich! Ließ mich!”. Das war's dann. Ich schrieb Tagebuch und passte auf, dass der Kater, wir nennen ihn jetzt Schlumpi, keinen Mist machte. Gegen 11.00 Uhr fuhren wir hinauf nach Orgiva, um für den morgigen Grillabend einzukaufen und Eintrittskarten für die Alhambra zu organisieren. Wir fanden einen schattigen Platz fürs Auto und gingen erst mal zur Caissa Andaluz, die die Vermarktungsrechte am Palast besitzt. Zumindest in Orgiva kann man dort keine Karten kaufen oder reservieren, aber man bekommt die zentrale Bestellnummer. Die hatten wir ja schon von Piluka bekommen. Schräg gegenüber gibt es praktischerweise auch gleich einen Münz­fernsprecher. Nach der Wahl werden einem die drei Sprachen Spanisch, Englisch und Französisch zur Auswahl gestellt. Also gut Englisch ist die Zwei. Es meldete sich eine Dame auf spanisch und ich bat um englische Ansprache. „Uno Momento!” - Warteschleife und die Cents zählten runter. Nach Deutsch hatte ich gar nicht erst gefragt. Endlich kam der Bestellvorgang zum Laufen. Kommenden Dienstag am Nachmittag wäre gut. Klar 15.40 Uhr. Abholen der Karten ab 13.00 Uhr. Telefonnummer, Kreditkartennummer (ohne geht garnichts) und deren Gültigkeitsende wollte die Dame noch wissen. Dann wiederholte sie alles nochmal und fragte, ob wir mit den Bedingungen einverstanden wären, daß das Geld verfiele, wenn wir zum einen die Karten nicht bis 14.30 Uhr abgeholt hätten und auch wenn wir nicht pünktlich am Eingang der Alhambra wären. Vale! Vale! Heidi war so mit dem Nachwerfen der Münzen beschäftigt, da- sie gar nicht bemerkte, dass sich das Gespräch zum Ende neigte. Von dem übrigen Euro kamen immerhin 50 Cent wieder heraus und wir hatten mit hoher Wahrscheinlichkeit 36,00 � in die Zukunft investiert.

Am Markt waren ein paar Türen geöffnet, die wir in diesem Zustand noch nicht gesehen hatten. Dahinter war der permanente, eingehauste Markt versteckt gewesen. Wir traten ein und fanden einen Laden mit einem ansprechenden modischen Angebot. Ich entschied mich für ein Hemd und Heidi für ein Tuch, beides bunt. Die Churros wurden frisch gebackenen und kosten hier 1,00 � pro Portion. Dazu holte ich zwei Caf� con Leche und fertig war das Mittagsmahl. In der unteren Etage der Markthalle bekommt man Obst, Gemüse und Fisch, alles aus ökologischem Anbau. Da mussten wir doch noch mal zum Autoservicio, ach ja und Bier und Holzkohle. Und es war direkt davor ein Plätzchen frei. Wir bekamen alles benötigte, nur die Fleischpreise überraschten Heidi. Das ist nicht zu ändern.

Heidi versank umgehend wieder in ihrem Buch und ich schaffte es tatsächlich, das Tagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen. Da hatte ich mir ein Schäferstündchen verdient. Das Grillfleisch musste noch eingelegt werden und an der Hühnerbrust fand sich etwas Gezerre. Das war natürlich ein absoluter Leckerbissen für Schlumpi. Wir geben uns mit einem Thunfischkartoffelsalat, der mit eingelegten Paprikas abgestimmt war, zufrieden. Aber auch das hätte dem Kater bestimmte ebenso gemundet wie uns. Am liebsten wäre er auf den Tisch gesprungen, was natürlich überhaupt nicht geht. Irgendwann war Schlumpi dann doch abgedampft, obwohl sein Schatten immer mal in der Nähe auftauchte.

Ich überspielte die Bilder von der Kamera, wobei der Laptop wieder zu muckern anfing. Ein Bluescreen, der zu schnell wieder verschwand, als dass ich etwas entnehmen konnte, blieb verschwunden, nachdem ich den RAM wieder umgesteckt hatte. Wir hatten ewig keine Fotos angeschaut und das holten wir jetzt nach. Heidi war von den Farben der Bilder enttäuscht. Das Verhältnis vom Preis der Kamera zur Farbfülle der Aufnahmen schien ihr unangemessen. Ich sagte, das läge am Fotografen, der noch üben müsse und außerdem sind die Bilder ja noch nicht fertig bearbeitet/entwickelt. Nun gut.

Ich bearbeitete noch diverse Aufnahmen und Heidi las ihr Buch zu Ende. Es sei wirklich etwas völlig Neues von Mankell. So etwas habe er bisher noch nicht geschrieben. Mal sehen, ob ich es noch schaffe, einen Blick in dieses Buch zu werfen. Das müsste im Urlaub doch möglich sein.

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