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Katholikos und Swartnoz

Freitag
30. August 2019

 
|Übersicht|
ets.pgn
______Etschmiadsin

Residenz und alte, ruinierte Kathedrale

Heute bricht der letzte Tag an. Nach dem wie immer ordent­lichen Frühstück trafen wir uns um 9.00 Uhr zum vor mit täg­lichen, letzten Ausflug dieser Reise. Den Nachmittag würden wir frei gestalten können. Zum Kofferpacken würde am Abend genügend Zeit bleiben, denn um 1.30 Uhr sollte es ein kleines Früh­stück geben, Bevor wir um 2.00 Uhr zum Flughafen auf­brechen würden.

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Das Eingangsportal______________Freudige Spaziergängerin_________Verschlossenes Tor

Zuerst fuhren wir nach Etschmiadsin dem Sitz des Katholikos, des Kirchenoberhauptes der armenischen asiatisch-orthodoxen Kirche. Jascha erklärte uns, es gebe noch einen wei­te­ren Katholikos im Libanon und zwei Patriarchen in Jerusalem und Konstantinopel, was mit der langen Geschichte dieses Kirchenzweiges zu tun hat. In Etschmiadsin zeigte uns Yasha die Kreuzsteine, die von dem zerstörten armenischen Friedhof in Aserbeidschan ge­ret­tet werden konnten. Anschließend schlenderten wir über das Gelände, weitere Foto­mo­ti­ve zu suchen.

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Zumindest gleiche Farbe________Trotzdem alle anders__________Höchste Steinmetzkunst

Von hier aus fuhren wir zum letzten kulturellen Ziel dieser Reise, der in der Nähe zu finden in den Ruinen der Kathedrale von Swartnoz. Wir besuchten das nebenstehende Museum, in dessen Vorführungsaal gerade ein Bariton kirchliche Lieder intonierte. Als Jascha begann, uns die Geschichte der Kathedrale und ihre Bedeutung in der Architektur näher zu bringen, verstärkte der Sänger seine Lautstärke so, daß wir in den nächsten Raum wech­seln mußten, um Yashas Ausführungen folgen zu können. Erst Anfang des 20. Jahr­hun­derts wurden die ersten Trümmer des Bauwerkes aus dem siebten Jahrhundert ausge­graben. Das ausgestellte Modell der Kathedrale zeigte eindrücklich die hohe Kunstfertigkeit der Baumeister. Ein solches Bauwerk im siebten Jahrhundert zu errichten, flößte mir höchsten Respekt ein. Zum Abschluß wurde hier am Fuße der Kathedralenreste Ein Foto unserer Reisegruppe aufgenommen. Nur Andreas fehlte, weil er noch immer unpässlich war. Übrigens heißt der Yerevaner Flughafen ebenfalls Zwartnotz, was übersetzt Engels­wacht heißt. Das soll ein Zeichen sein, daß man hier in guten Händen ist.

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Steinerne Reste...____________...des riesigen Baus____________Modell des Kunstwerkes

Auf dem Rückweg zum Hotel passierten wir erneut die US-amerikanischer Botschaft, die sich am Jerewansee ausbreitet und die zweitgrößte weltweit ist, sagte Jascha. Das strahlt schon mal auf das Sicherheitsgefühl aus und ist andererseits ein absoluter Hotspot der Weltpolitik. Ach so und ließ uns am Platz der Republik aus dem Bus. Obwohl wir jetzt um die Mittagszeit besser durchgekommen waren, waren es alle zufrieden. Es war inzwischen Dreivierteleins. Ab jetzt zwar Freizeit angesagt und eine kleine Pause würde allen gut tun. Sigi wollte noch Karten schreiben und so verabredeten wir uns für Halbdrei am Yerevaner Markt.

Heidi und ich gingen aber erst einmal zum Geldautomaten und toben etwas Geld für die noch offenen Käufe von Mitbringsel und sonstigen ab. Auf dem gegenüberliegenden An­den­kenmarkt gaben wir aber nichts aus, sondern ließen uns treiben. Der Schmuck aus einheimischen Edelhölzern kombiniert mit Epoxidharz schienen uns entschieden über­teu­ert. Die landestypischen Musikinstrumente und Schachspiele sahen zwar gut aus, konnten aber unsere Geldbörse nicht öffnen. Die Imbissangebote ließen uns ebenfalls kalt. Also gingen sie erst mal kurz aufs Zimmer.

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Alles aus Obst________________Auch Sämereien hat er_________Und hier Gemüse

Nachdem wir uns erfrischt hatten, spazierten wir schon mal los in Richtung zentralen Lebensmittelmarkt. Im vorderen Teil werden die Touristen verführt, denn es überwiegen süße Leckereien mit dem Schwerpunkt verarbeitetes und getrocknetes Obst und Nüsse. Das Fruchtleder, in das hier alles eingewickelt wird, gibt es in allen Varianten, in jeder Menge und natürlich auch gefüllt als Rolle oder Kugel. Interessant waren auch die präparierten Walnüsse. Aus grün mach schwarz mit viel Geduld und wahrscheinlich einem Obstsud. Sie waren eben so schmackhaft wie teuer – Touristenpreise halt. Und das ganze gibt's dann auch in herzhaft, sprich mit Gemüse als Grundlage. An ungefähr 30 bis 40 Ständen versuchen Verkäuferinnen ihr Brot an den Mann respektive die Frau zu bringen - schwierig. An den Fleischern vorbei gelangten wir zu den Haushaltswaren und über die Treppe zur zweiten Etage kamen wir zu Bekleidung, Schuhen und Accessoires, deren Attraktivität zu wünschen übrig ließ. Am anderen Ende, die Treppe hinunter, standen wir quasi wieder am Eingang.

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Ziemliches Durcheinander
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Stände dicht an dicht

Wir hatten an zwei verschiedenen Ständen unterschiedliche Arten Fruchtleder und an einem weiteren Stand sogar Sämereien der geliebten Gartenkresse gekauft, als Sigi uns auf die Schultern tippte. Also umkreisten wir, weitere Spezereien kaufend, erneut die Markthalle. Wie wir denn dem Händler verständlich gemacht hätten, daß wir Samen der Gartenkresse kaufen wollten, fragte Sigi. Wir hatten dem guten Mann am Gemüsestand nebenan das gewünschte Endprodukt gezeigt und schon war alles klar gewesen.

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Übergang...__________________...zu den Kleinerzeugern________Bequem beim Bier

Am anderen Ende verließen wir die erste Halle, überquerten eine Gasse und gelangte nun in eine zweite, einfachere und kleinere Halle für die Einheimischen. Ich ordnete das so ein, weil es hier vorwiegend frischstes Obst und Gemüse gab, das für den Verzehr und die Weiterverarbeitung geeignet war. An der Hausbar leisteten wir uns ein Bier, setzten uns draußen an einen Tisch und beobachteten weiter das Markttreiben.

Obwohl wir natürlich kein Wort verstanden, war es hochinteressant zu sehen, wie um alles gefeilscht wurde. Die Kunden tüteten ein, was sie brauchten oder wollten. Nach dem Wiegen mit den unterschiedlichsten Gerätschaften wurde der Preis ausgehandelt und die Verkäufer versuchten gern, das Wechselgeld einzubehalten und dafür noch etwas aus ihren Kisten in die Tüten zu schleusen. Das geschah mal mehr mal weniger erfolgreich. Hier draußen werden auch lebendige Küchenzutaten gehandelt – Hähnecimg6285.jpg
Direkt nebenan
zum Beispiel oder Küken20190830_164136.jpg
Etwas eng
zur Aufzucht. Wozu man Igel20190830_164140.jpg
Arme Kerlchen
braucht ist mir allerdings nicht klar. Papageien und Wellensittiche sollen wohl das Heim aufpeppen.

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Alles neu aus dem typischen Material

Gegen Viertelsechs waren wir dann wieder im Hotel. Bis zum Abend­es­sens­treffpunkt um 19.00 Uhr blieb noch ge­nügend Zeit, die Koffer reisefertig zu machen und das Checkin am Hotel­computer zu erledigen. Wir waren damit so zeitig fertig, daß wir uns einen Drink an der Hotelbar genehmigen konnten, bevor uns Jascha zu Mama Gayane führte.

Vom Platz der Republik gingen wir nach Norden und gelangten so in die Fuß­gängerzone Yerevans. Moderne Bauten mit den bekannten Geschäften im Erd­ge­schoß zeigten ein weiteres, wieder anderes Gesicht der Stadt. Straßenmusikanten unter­hielten die Passanten wie in anderen europäischen Metropolen auch.

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Bei der Abschiedsrede

Pünktlich um 19.30 Uhr trafen wir in der Lokation ein, wo wir vom neuen Chef bei begleitender Klaviermusik be­grüßt wurden. Gayane war leider ver­stor­ben und der schon lange in Armenien lebende Schwabe hatte das Restaurant übernommen und führt es nun weiter. Das Menü ließ keine Wün­sche offen. Da Andrea und Gerd eben­falls Schwaben sind, sprang der Funke schnell über und wir wurden auf einen Maulbeertrunk eingeladen, um sowohl die Freundschaft als auch die Ver­dau­ung zu fördern. Wirklich ein em­pfeh­lenswertes Restaurant mit sehr guter Küche, originellem Interieur, ei­ner Pianistin im Hintergrund, freundlicher Bedienung und einem beeindruckenden Chef, der sogar früher Fußball ges pielt hatte. Alles in allem wirklich ein würdiger Abschluß unserer Reise. Yasha hatte übrigens für alle ein Andenken in Form eines armenischen Püppchens und das Gruppenfoto auf Papier mitgebracht – eine gelungene Überraschung, die allen Freude bereitet, behaupte ich einfach mal.

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Die Fontänen springen...
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In den tollsten Farben

Yasha begleitete uns noch bis zum Platz der Republik, da er zwischenzeitlich noch zum Flughafen mußte, eine neue zu betreuende Wochenend Reisegruppe abzuholen. Um 1.30 Uhr würde an der Bar ein kleines Frühstück gereicht, bevor uns Ashot abholen würde. Also bis dann. Am Platz der Republik tanzten wieder die Fontänen zu erneut anderen Musikstücken als gestern und veranlassten uns, uns ein letztes Mal von dem Schauspiel fesseln zu lassen.

Bari Gischér!

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