Armenien - 19. bis 31. August 2019
Khndzoresk und das Tatew-Kloster
Es gab ein sehr gutes Frühstück, das uns auf den Wandertag bestens vorbereitete. Wir starteten um 8.00 Uhr. Die erste Frage Jacobs folgte seiner Erklärung, daß es die Möglichkeit gäbe, mit der weltlängsten, reversiblen Seilbahn über 5,7 Kilometer zu fahren. Sie stünde auch im Guinness-Buch der Rekorde. Für 5500,- DRAM wäre man dabei. Ungefähr die Hälfte der Urlauber entschied sich mit uns dafür. Er würde dann versuchen, die Gondelzeit zu reservieren, um die Wartezeit zu minimieren.
- Ziel dieser Wanderung___________Absteig zur Brücke_______________Da geht's rüber
Wir fuhren also nach Khndzoresk beziehungsweise an die gegenüberliegende Seite der Schlucht. Durch die Lage an der Seidenstraße war der ehemals vorhandene Reichtum entstanden und immer wieder Ziel von Räubern. Allerdings war das Felsendorf sehr wehrhaft und schwer einzunehmen. Es diente auch als Rückzugsort für die damaligen Könige, deren Reich sich über Jahrhunderte erfolgreich gegen oder mit Persien behaupten konnte. Über die 160 Meter lange und 63 Meter über der Talsohle hängende Brücke, die die Einwohner selbst bauten, gelangt man in die bis in die sechziger Jahre bewohnte Siedlung. Auch die monolithischer Ausbildung des Felsens und die dadurch gegebene Erdbebensicherheit war immer als Vorteil gesehen worden.
- Drive Inn____________________Friedhof der Kuscheltiere_______Auf dem Weg zum Drive Inn
Es gab zwei Kirchen
Hripsime-Kirche
und eine Karawanserei
Karawanserei mit Blick auf die Felder.
Auf der Hochebene wurde Landwirtschaft betrieben und die Terrassen an den Hängen wurden als Gärten und für den Obstanbau
genutzt. Wunderbare Eindrücke nahmen wir mit, inklusive der kreisenden Geier
Da muß doch was zu finden sein!.

- Damit geht's gleich los
Nach dem Mittagspicknick
Liebevoll gestaltete Tafel
bei einer Familie fuhren wir zur Seilbahn. Der Spender hatte den Bau nur unter der Bedingung finanziert, daß keine großen Hotelketten in der Region bauen dürften und die Gewinne
in die Rekonstruktion der Klosteranlage von Tatev investiert werden müßten. So wurde wohl schon die Hauptkirche, die nach einem Erdbeben 1931 stark beschädigt wurde, wieder aufgebaut.
Derzeit wird an der Rekonstruktion der innerhalb der Klostermauern gelegenen Universitätsräume gearbeitet.
- Die Hauptkirche____________________Die seismische Säule________Kunstvolle Tür
Im Innenhof steht eine Säule, die wie Yasha es beschrieb, mit dem vier Meter tief gelegenen Kugelgelenk der darunter liegenden Pfanne verbunden ist. Die Priesterprobanden sollten mit der Kraft ihrer Gedanken das die Säule umschließende Brunnenwasser bewegen. Eine andere Interpretation geht eher in Richtung Erdbebenvorhersage. Man weiß es nicht.
- Verschiedene Taximodelle_______Schattige Harmonie___________Bunte Sappos
- Da unten liegt sie_____________Eremitenheim________________Hauptkirche
Nach einer harmonischen Pause, nicht weit vom Taxistand entfernt, wanderten wir zum im Tal gelegenen Ableger des Klosters für das Bücher kopieren, der Skriptei. Diese, von einem fotoscheuen Einsiedler bewohnte Anlage,
hat mich sehr beeindruckt. Ausgesprochen wehrhaft gestaltet mit Zwischenhöfen, es könnten auch
Zwinger
Wehrhafte Scriptei
sein, einem früher vielleicht als Küche genutzten Saal, der neben dem Speisesaal zu liegen schien,
wäre es wert, archäologisch aufgearbeitet zu werden. Vielleicht klappt das ja dank der Seilbahn.

- Schöner Wanderweg

- Dort irgendwo steht Tatew
Zum Abschluss wanderten wir zur Teufelsbrücke, an der wir Yashas Einweisung wegen eines Fototermins verpaßten. Wenn ich das heute im Reiseführer nachlesen, hätte ich doch an der Leiter runter klettern sollen, um den Durchfluß selbst gesehen zu haben. So ließen Heidi und ich die Gelegenheit ungenutzt und uns einfach zu unserem Hotel inklusive Abendessen fahren.
Wir hatten eine Stunde Zeit bis zum Abendessen und die einen (Werner) waren aufs Duschen erpicht, die anderen (Andreas und wir vier) eher auf ein frisch gezapftes Bier. In der illustrer Runde erzählte Andreas aus seinem Leben und lud zum späteren Verzehr seiner Araratvorräte ein.
Also noch mal zum generellen Ablauf der Verköstigung. Der erste Gang besteht aus Lavash, Brot, Kräutern, Käse, Gemüse. Oft ist man da eigentlich schon satt. Zum Hauptgang gibt es Fisch, Fleisch oder wie heute gefüllte Teigtaschen zu Bulgur mit Pilzen. Zum Abschluß unseres Aufenthaltes in Goris ließen es sich die Hausherren und -frauen nicht nehmen, Yasha zu bitten, über die gesundheitlichen Vorzüge des Genusses von Maulbeerbrand zu referieren und uns eine gewisse Lebensverlängerung zu spendieren. Vielen Dank, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.
Zur weiteren Vertiefung der Vornamenskenntnisse nahmen wir die Maulbeergläser mit in den Garten. Werner, Andreas' ehemaliger Kollege und immerwährender Freund saß mit uns und Ingrid im Garten. Der Ararat löste die nicht vorhandene Reserviertheit und ließ uns einen netten Abend genießen. Nur Jutta konnte nicht schlafen und zog sich aus dem zugegebenermaßen zum Hofe gelegenen Zimmer in die Hotellobby zurück. Der Feierabend der Bedienung brachte uns nicht direkt dazu, es ihr gleich zu tun. Aber als dann alles ausgetrunken war, blieb nicht viel übrig. Jutta arbeitete noch in der Lobby. Obwohl unsere Hunde sich auf die morgige Weiterreise vorbereitet, wurde es im Hof nicht wesentlich leiser, weil im Restaurantteil des Nebengebäudes laute Gäste ein Domizil gefunden hatten. Jutta soll im Nachthemd auf Rücksichtnahme gedrungen haben, mit nur kurz anhaltenden Erfolg. Ich attestierte im Nachhinein mangelnde Bettschwere. Darunter litten wir nicht.
Bari Gischér!



