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Bergsee Popovo

Sonntag
9. August 2020

 
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_____Bansko

Mit dem Lift in die Höhe

Im Hotel Martini werden wir am 14. August sechs Nächte verbracht haben. Die Zimmer sind die bisher besten, so lautet der Tenor. Nur das Frühstück reichte an das erste Hotel nicht heran, vor allem dem Kaffe fehlte das zweite „e”. Wir wurden natürlich trotzdem satt und das Perso­nal ist aufmerksam und freundlich. Für die Auffrischung des Wander­pro­viants fuhren wir eine kurze Strecke zum Sonntagsbasar von Bansko. Hinter dem Basar lag auch gleich ein Supermarkt für die gröberen Sachen. Alles in allem wurden zwanzig Minuten veranschlagt.

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Tolle Pilze_______________Buntes Markttreiben______________Gesündeste Kräuter

Ich kaufte vier lecker aussehende Pfirsiche für den nächsten Tag. Den getrockneten Stein­pil­zen für 5,- Leva konnten wir nicht widerstehen. Nur Brötchen waren nirgends aufzu­treiben, immer­hin hatten wir noch Knäckebrot. Dann ging's weiter in Richtung Dobrinishte.

Gestern Abend zur Teambesprechung wurde für die heutige ungeteilte Wanderung vor allem auf die rasanten Liftsitze hingewiesen. Man sollte sich einfach hinein fallen lassen und beim Absitzen flink beiseitespritzen. Dabei sei auf herumlungernde Rucksackschlaufen oder sonstige verhängnisgeneigte Verhakelungskonstellationen an Kleidung und Gepäck zu achten. So schlimm war es dann doch nicht. Dem Rat Wolfgangs folgend, stopfte ich Heidi die Sitzfolie in die Wanderhose, denn die Sitze waren früh am Morgen kalt und auf diese Weise gibt es keine Probleme beim Auf- und Absitzen. Niemand aus der Gruppe kam zu Schaden! Das lag auch am gut aufgelegten Personal img_6546.jpg
Norbert unter die Arme gegriffen
und unseren Trainingszustand, denn auf halber Höhe durften wir beide Aktionen nochmal üben.

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Karin und Ute________________Weidende Kuh unter uns________Pilz- und Blaubeerpflücker

Nach ungefähr 45 Minuten war das Lifting auch schon erfolgreich absolviert. Die Bezbog-Hütte liegt an einem hübschen See und wird durch den Liftanschluss gern von den ein­hei­mischen Touristen besucht. Für uns begann hier natürlich erst die Wanderung zum Bergsee Popovo. Ich verstand immer Popose - komisch. Die angemeldeten 300 Höhen­meter rauf und runter bewältigten wir in Form einer Sinuskurve, was nicht ohne war. Gefühlt erhöhte sich der Betrag um 100 Meter. Das war natürlich rein subjektiv.

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Der Bezbogsee_______________Blick zurück__________________Überquerung der Retizhe

Heute hatte ich wieder mein Fotogeschirr umgehängt, um meinem Hobby zu frönen. Leider mußte ich feststellen, daß sich das Teleobjektiv nicht mehr aus der Grundeinstellung bringen ließ. Als ich es dann doch schaffte, machte es einen traurigen Eindruck. Der vordere Objektivring war etwas derangiert und wackelte ungewohnt. Nun konnte ich es nicht mehr in die Grundstellung bringen und verriegeln. Muß wohl zur Reparatur. Ab in den Rucksack mit der maladen Technik.

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Idyllischer Rastplatz
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Der Quellsee der Retizhe

Auf dem Wanderhighway ging es rechts am Bezbogsee und der lawinenruinierten alten Bezbog-Hütte vorbei Richtung Wanderziel. Die 300 Höhenmeter waren weniger das Problem als die Mengen an Sonntagswanderern. Susi und Jochen, die schon an der Mittelstation auf Schusters Rappen umgestiegen waren - der Sonntagsspaziergang unter­forderte sie - holten uns noch vor dem Popovosee ein. Dort hielten wir unsere Mittagsrast (30 Minuten?), bevor es auf den Abstieg ging.

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Von der Retize durchflossen_____Kiosk unterwegs______________Zurück an der Bezboghütte

Hierfür hatte Kirill eine alter­na­tive Route vorgeschlagen, der alle begeistert zustimmten. Wir umgingen sozusagen den Massen­tourismus auf einer Nebenroute. Das war sehr angenehm, auch wenn es etwas länger dauerte, als im Plan vermerkt war. Für die Vorbereitung auf das Abendessen, das heute auswärts stattfinden sollte, blieben trotzdem zwei Stunden Zeit.

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Lenin und Dimitroff

Um 19.00 Uhr bestiegen wir erneut den Bus, der uns nach Gorno Draglishte kurz hinter Banya brachte. Auf dem Weg dorthin passierten wir die letzte erhaltene Leninskulptur Bulgariens. Sie steht in Gorno Draglishte an einem Kreis­verkehr Arm in Arm mit Georgi Dimitroff. Für die Möglichkeit eines Fotos umrundete Dinko diesen Kreis­verkehr einmal mehr als wegetechnisch nötig gewesen wäre.

In dem Lokal wurden wir von zwei Trachten tragenden Maiden empfangen. Zur Begrüßung, praktisch auf leeren Magen, bekam jeder Tisch eine Karaffe Rakija, was bei den meisten ganz gut ankam. Die Vorsuppe wurde in einem großen Topf herangebracht und verteilt. Die Lammsuppe Bulg232.jpg
Sieht nicht nur gut aus
mundet uns ausgezeichnet. Ich ließ mir Nachschlag geben. Das dazu gereichte Brot war ein Gedicht und paßte optimal zur Suppe. Den Hauptgang bildete ge­bra­tenes Schweinefleisch, „Nicht so viel! Kleiner!” hab ich noch im Ohr, an Quetsch­kar­toffeln und Tomatensalat. Saft und Wasser gab's sowieso dazu und wer mochte, konnte auch Wein bestellen. Nach dem Genuß von mit Tannenhonig (hier ausgekochte Tannen­na­delspitzen) veredeltem Joghurt lehnten wir uns alle zufrieden zum Verdauen zurück.


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Das war wohl das erwartete Zeichen, zum kul­tu­rellen Teil des Abends überzugehen. Die beiden Maiden brachten ihre musi­kalischen Talente zum Klingen. Zwei­stim­mig intonierten sie bulgarische Volks­weisen und Lie­bes­lieder. Kirill übersetzte einige Textstellen. Wir applaudierten hef­tig, was zu weiteren Zugaben führte. Am liebsten hätten sie auch uns singen ge­hört, aber das hatte der weise Kirill ab­ge­bogen. Dieser Abend war eine gelun­gene Abwechslung in jeder Hinsicht.

Zurück im Hotel mußten wir uns auf den nächsten Wandertag vorbereiten. Morgen sollte es schon um 7.00 Uhr Frühstück geben und um 8.00 Uhr Abfahrt zur Besteigung des Wichren sein. Wolfgang durfte diesmal die lange Tour führen und Kirill uns Genußwan­de­rern die älteste Schlangenhautkiefer des Landes zeigen. Aber davor standen wieder 400 Höhenmeter auf der Liste.

Lekka Noscht! Jost

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