Kanada - 1. September 2014
Canopée Lit
Heute werden wir das „Hotel Newhampshire” sehen! Aber vorher mußten wir noch einiges erledigen: Frühstücken, Packen, Bezahlen, nach Tadoussac fahren und dort mit der Fähre übersetzen. Eine Adresse in der Nähe von Canopée Lit hatte ich dem Navi beibiegen können. Man kann nämlich einfach auf die Karte tippen und die damit gefundene Adresse als Favorit abspeichern. Geht doch.
- Da kommt die zweite_________Bischen Füßevertreten_________Und die dritte
Einen guten Teil der Strecke kannten wir ja schon von vorgestern. Die Straße war heute am Feiertag auch nicht voller als sonst. Beeindruckend ist die Fährverbindung in Tadoussac. Durch den Fjord de Saguenay wird die Staatsstraße 138 unterbrochen und die Fährschiffe waren ununterbrochen damit beschäftigt, diese Unterbrechung so kurz wie möglich zu halten. Während immer eine Fähre unterwegs war, be- bzw. entluden die beiden anderen ihre Fracht. Und das alles lief völlig reibungslos, obwohl das Übersetzen sogar kostenlos ist.
- Die Kapelle ..._______________... zum Hotel________________Moderne Kirche
In dem kleinen Tadoussac hatten wir das Problem, einen Parkplatz am Hafen und dem Hotel zu finden. Immerhin erhaschten wir einen mit Parkuhr. Nur leider hatte ich keine Dollarmünzen mehr. Die letzten hatte ich dem Kanadischen Roten Kreuz gespendet, das an der Fähre unter den Wartenden gesammelt hatte. Das Souveniergeschäft konnte oder wollte meinen 20$-Schein nicht wechseln. Aber nebenan in dem Bistro ging das bestens. Er habe auch die bestens Sandwiches der Stadt meinte der Gaston, und wir sollten doch gern wiederkommen, das zu testen.

- Aussicht vom Bistro

- Malerisches Motiv
Ich fütterte die Uhr, daß sie für 1½ Stunden Ruhe hielte. Wir gingen also zum Sandwichmann und seine Werke können durchaus als gelungen bezeichnet werden. Wir taten uns noch etwas um, kauften handgefertigte Schokolade und in der auch am labour day geöffneten SAQ-Filiale alles, was wir in unserem Baumhaus zu brauchen glaubten. Wir verfrachteten alles ins Auto und schwups war auch die Parkzeit schon abgelaufen. Das hatte gut hingehauen.
Die Rezeption in Canopée fanden wir auf Anhieb, bekamen eine Beschreibung des Objektes und natürlich den Schlüssel inklusive Taschenlampe. Noch war es hell. Wir fuhren die 400 Meter zum Parkplatz des Forest. Vorausschauend hatten wir unsere Sachen schon so aufgeteilt, daß wir alles Benötigte mit einem Gang zum Baumhaus schaffen konnten.
- Unser Baumhaus_____________Gemütliches Plätzchen________Die Küche
Die rustikale Einrichtung in dem Hüttchen gefiel uns gut. Viel Platz war nicht, aber das Bett machte einen sehr guten Eindruck und brauchte keinen Vergleich mit den besten Hotelbetten zu scheuen. Das war schon mal super. Mehr Luxus brauchten wir nicht. Durch das große, kuppelförmige Fenster im Dach würden wir die Sterne sehen oder bei Kerzenlicht auf der Terrasse, hier fünf Meter über der Erde, sitzen können.
- Kein Sonnenuntergang________Toller Tresen________________Einladendes Plätzchen
Nun meldeten sich schon wieder unsere Mägen. Unten am Hafen Canopées soll ein nettes Restaurant sein, hatte der Sandwichmann gesagt. Ich steckte auch meine Taschenlampe ein und wir begaben uns auf den Weg zum Hafen. Das Auto ließen wir, wo es stand. Es war nicht weit und wir hatten die meiste Zeit des Tages sowieso im Auto gesessen. Und da es nur eine Straße gibt, konnten wir uns auch nicht verlaufen. Einfach bis ans Ende derselben und schon wären wir da. Die 1½ Kilometer zu Fuß taten uns gut. Wegen der Bewölkung war heute nichts von dem vielgepriesenen Sonnenuntergang zu sehen. Das vielgepriesene Essen, ehemals französisch, wird immer amerikanischer. Will sagen, zu den Linguine kommt nicht nur Öl sondern auch noch Sahne - fett, fetter, am fettesten. Dafür war das Essen gut. Und einen tollen Tresen konnten wir bewundern. Der Bruder der Chefin ist wohl ein Künstler und hat ihn erschaffen. Sowas hatten wir noch nicht gesehen.
Inzwischen war es dunkel geworden und unser Baumhaus rief nach uns. Bonsoir! Auf der Straße brauchten wir noch keine Taschenlampe. Ich hielt sie nur bereit, uns erkennbar zu machen, falls ein Auto von hinten käme. Konnte eigentlich nicht, denn die Restaurantseite der einspurigen, 400 Meter langen, ampelgeregelten Straße hatte „Rot”. Konnte doch, wenn der Fahrer entscheidet, daß die Ampel bei fehlendem Gegenverkehr ignorierbar ist.
Zurück am Baumhaus machten wir es uns auf der Terrasse mit Kerzen und den installierten Leuchtbändern bei einer Flasche Wein gemütlich. Absolute Ruhe, kein Mensch weit und breit, jedenfalls niemand zu sehen oder zu hören - göttlich. Zum Lesen benutzte Heidi ihre Taschenlampe und ich plazierte die zwei kerzenbestückten Nachttischlampen um das Tagebuch, was für das Weiterführen der Notizen langte.
Bonne Nuit!



