Kanada - 31. August 2014
Québec-City
Unseren letzten Tag in Duchesnay hatten wir Québec gewidmet. Aber erstmal stand das Frühstück an. Der Frühstücksraum war gut gefüllt, denn am Sonntag gibt's Brunch, Ihr wißt schon. Dafür hatten wir eigentlich garkeine Zeit und auch keine Lust aber eigentlich war es ja nur ein überteuertes Frühstück. Wir ließen uns das erweiterte Morgenmahl nicht vermiesen sondern füllten unsere Reserven für den Tag genüßlich auf. Der hiesige Brunch scheint einen guten Ruf zu haben, denn auf dem Rückweg zum Zimmer wurden wir sogar danach gefragt.
Da wir schon satt waren und unbedingt noch Québec sehen wollten, die einzige amerikanische Stadt mit zumindest teilweise erhaltener Stadtmauer nach europäischem Vorbild (Weltkulturerbe), beauftragte ich das Navi, uns zu führen. Über Shanon scheint doch der schnellere Weg in die City zu führen. Den Zieleinlauf navigierte Heidi. Wir brauchten nur der Avenue zu folgen und würden direkt in der Altstadt landen. Die Streckenführung der Québecer Abfahrten und Anschlüsse hat mich völlig kirre gemacht. Die Avenue stand dran, die Himmelsrichtung stimmte, aber wir sollten in die entgegengesetzte Richtung fahren, zeigten die Hinweisschilder. Ich wollte schon wenden, als das die Fahrbahn für mich erledigte. Mein Gott!
Heidi sagte: ”Schau doch mal, hier sind so viele tolle Parkplätze! Wir könnten doch auch in die Altstadt laufen.„ Zwanzig Autominuten später parkten wir direkt unterhalb der Altstadt. Zwölf Dollar bis zum nächsten Morgen um 7.00 a.m. waren O.K., nur daß der Automat nur Münzen akzeptierte. Zum Glück war der Parkplatz partiell bewacht und der junge Diensthabende konnte mein Zehndollarnote in Münzen tauschen - völlig selbstlos. Erst später stieß mir auf, daß er uns einen Haufen Zeit erspart hatte. Und wo wir den Schein gewechselt bekommen hätten, wußten wir ja überhauptnicht. Als wir abends zurückkamen, hatte der gute Mann schon Feierabend. Ich hätte ihm gern noch mit schnödem Mammon gedankt.

- Delirious frites
Aber soweit sind wir ja noch garnicht. Wir querten jedenfalls die vierspurige Rue Dalousie, folgten einer Gasse und standen in einer Straße mit vielen gastronomischen Einrichtungen. Parallel zu der Gasse, die wir vorhin passiert hatten, verlief eine weitere, die zu einem Kunstwerk umgestaltet war, einem zum Mittun. Auf dem daneben angebrachten Plakat konnte man sehen, daß fünf weitere, über die Altstadt verteilte Exponate zu dem Projekt gehörten. Mal sehen, ob wir alle finden.

- Château Frontenac
Wir ließen uns durch die untere Altstadt treiben und da war schon das nächste, aus vier Einzelaufbauten bestehende Kunstwerk. Alle möglichen Plasteartikel waren miteinander verbunden und an den Häusern angebracht worden. Schön bunt. Über steile Straßen und eine Treppe gelangten wir in die obere Altstadt. Auch hier waren überall Galerien und bildende Künstler am Werke. Wir kamen uns vor wie auf dem Mont Martre. An der Südseite hatten wir einen schönen Blick auf den St.-Lorenz-Strom, der hier auf einer Brücke oder auch per Fähre überquert werden kann. Auf einem relativ neuen Weg kann man außen um die Festung herum auf den Festungsberg gelangen, dabei immer den St. Lorenz im Blick.
- Stock en transit_________Die Festung___________________Die Stadtmauer
Oben am Kiosk halten in kurzen Abständen Stadtrundfahrtenbusse, speien andenken- und eisinteressierte Touristen aus, warten bis diese ihre Bedürfnisse befriedigt haben (10 Minuten maximal), saugen die Gäste wieder ein und fahren weiter. In schönster Regelmäßigkeit. Wir aßen Softeis und liefen auf der Festungsmauer weiter um die Festung herum. Hier ist sogar noch ein königliches Regiment stationiert. Tolle Anlage.
- Pison hors-terre___________Der Sonnenkönig__________Fresko der Berühmtheiten
Durch ein Stadttor gelangten wir wieder in die Altstadt, fotografierten ein Paar Touristen auf ihren Wunsch hin und suchten uns, als wir pflastermüde wurden, eine Bar. Durch den Drink
gestärkt tauchten wir wieder in die Touristenströme ein. Die angebotenen Stadtführungen auf französisch oder englisch waren uns zu anstrengend und die 175,-$ für eine deutsche Privatführung
wollten wir dann doch anders anlegen. So verging die Zeit: am Königsplatz Ludwig XIV. und die dortige Installation fotografieren, witzige
Aufnahmen
Aufnahmen an einer originell gestalteten
Giebelwand machen und langsam wieder Hunger bekommen.
Als wir das zweite Mal an einem Restaurant mit Biergarten vorbeikamen, in dem ein Musikant zu seiner Gitarre samtweiche Lieder zum Vortrag brachte, blieben wir dort hängen. Leider war die musikalische Umrahmung unseres Biergartenbesuches nur von kurzer Dauer, denn ein kräftiger Regenschauer vertrieb uns von den uns angewiesenen Plätzen unter ein regenfestes Dach und den Musikanten natürlich ebenso. Er hatte seine liebe Not, neben den Instrumenten auch die Boxen und Verstärker trocken zu halten. Schade auch, weil die Musik vielleicht hätte vom Essen ablenken können. Wobei meine Crêpes mit Entenfleisch noch ganz gut waren, aber Heidi war von ihren mit Gemüse überhaupt nicht begeistert.
- Vor dem Regen_________________Noch'n Kunstwerk________Bankboutique
Eigentlich hatten wir genug gesehen. Na gut, eine Installation lag noch in Reichweite auf dem Weg zum Auto. Dann hätten wir wenigstens vier von sechs Kunstwerken gesehen. Das
hier gefiel mir am wenigsten. Schwarze Krakenarmen
Schwarze Krakenarme ragten aus einem Parkhaus, hm.
Zurück nach Duchesnay bzw. heraus aus Québec kamen wir diesmal hervorragend, denn ich hatte das Navi gezähmt und ihm die Zieladresse als Favorit untergeschoben.
Bonne Nuit!
P.S.: In dem ach so ruhigen Duchesnay wurde heute, wie ich bei meinem Anruf um 11.40 p.m. erfuhr, Hochzeit gefeiert. Wie lange denn die laute Musik gehen solle, war meine Frage und die Antwort lautete vielleicht bis so gegen 2.00 a.m. Die Dame an der Rezeption versprach, die Feiernden um etwas Rücksichtnahme zu bitten...



