Kanada - 29. August 2014
Unterwegs auf sonnigen Wegen
Der Wecker tat seine Schuldigkeit und machte uns um 7.30 a.m. munter. Die Duschkabine ist eng, der Seifen- und was auch immer Spender unbeschriftet und das Wasser so weich wie in Saint Colomban. Ich probierte beide gespendeten Körperpflegelotionen an meinen Haaren aus und wusch sie zu guter letzt mit unserer eigenen Haarwäsche ein drittes Mal. Ich könnte nicht sagen, was in den Spendern wofür das beste wäre.

- Korrekter Wanderweg
Das Frühstück ist gut und reichlich. Ich stellte mir in etwa das kanadische Mahl vom vorigen Sonntag zusammen und ließ mir Rühreier braten. Heidi bestellte sich ein umgedrehtes Rührei. Es war alles sehr gut. Dank des guten Wetters konnten wir auf der Terrasse frühstücken und auf den Lac Saint-Joseph blicken. Kaffee und Saft wurden ständig nachgegossen. Doch, der Service stimmte. Aber er muß auch bezahlt werden. Man schreibt den Betrag des Trinkgeldes, wahleise in Prozent oder Dollar, mit auf den Zettel oder Kreditkartenbeleg und gut ist's.
Da Heidi nicht an den Badestrand wollte, weder am Kletterpark noch am Sedgewayfahren Interesse zeigte, blieb nur das Wandern. Es war garnicht so einfach, den Anfang der Wanderwege ausfindig zu machen. In unserem Falle hatte das den Vorteil, daß wir uns auf einem Aussichtspunkt wiederfanden, der abseits unserer eigentlichen Strecke lag. Es sollte auch der einzige Aussichtspunkt bleiben.
Wir hatten übrigens auch unsere gelben Handgelenkbändchen, die uns als Wanderwegnutzungsberechtigte auswiesen, angelegt. Man soll hier nur die Wanderwege auf dem Gelände der Touristikstation Duchesnay nutzen, die allerdings auch entschieden länger als die in Saint-Adolphe-d'Howard sind. Es gibt regelrecht Verbotsschilder, auf denen Leute mit Rucksack abgebildet sind - durchgestrichen.
- Unortodoxe Weberei_______Konventionelles Netz_____________La Halte
So offizielle Wanderkarten haben wir bisher keine gefunden. Jeder Veranstalter, Ort oder Herbergsbetrieb gibt seine eigenen Orientierungshilfen aus, die die Natur nicht immer korrekt widerspiegeln. Ansonsten war die von uns erwählte Tour bestens ausgezeichnet. Kanadische Wanderwege sind meist eher Pfade, die im Winter auch für das Schneeschuhlaufen genutzt werden. Der auf anderen Karten mit einer ”10„ gekennzeichnete, aber als nicht unterstützt ausgewiesene Weg entpuppte sich als wunderbar breiter Skiwanderweg.

- Lac Blanc
Jedenfalls wanderten wir um die zwanzig Kilometer durch die kanadischen Wälder. Die Schutzhütte unterwegs war in sehr gutem Zustand, allerdings ebensowenig bewirtschaftet wie alle anderen biher gesehenen Hütten. Wenn keine Seilbahn hinführt, lohnt sich das sicher nicht. Wir hatten ja auch alles dabei, was man zum Überleben in der Wildnis braucht. Das mit der Wanderei werden wir uns für Gaspesie aufheben, haben wir beschlossen. Besonders zufrieden waren wir mit unserem Schnitt von vier Kilometern pro Stunde.

- Die eine und...

- ...die andere Ente
Da würde uns das Schwimmen im See guttun. Heute waren sogar ein paar Leute am Strand. Die Sonne wärmte uns angenehm. Als wir zum Essen kamen, war keine Reservierung für uns zu finden. Das sei aber kein Problem und wir bekamen einen Tisch zugewiesen. Heidi entschied sich für Lamm mit gewürztem Bulgur und ich für ein zartes AAA-Angussteak. Beides war wieder überzeugend zubereitet und schmeckte uns ausgesprochen gut. Heute konnten wir uns nach den zwanzig Kilometern Bewegung auch mal einen Nachtisch leisten, der dann jedoch nicht an die Qualität der Hauptgerichte heranreichte. Aufgegessen wurde trotzdem. Dann zogen wir uns auf unser Zimmer zurück - lesen, Tagebuch schreiben...
Bonne Nuit!



