Comer See - 28. Juli 1998
Stadtbesichtigung
Ich durfte mit den drei Grazien und der Bundesbahn nach Augsburg fahren. Fünfzehn Minuten dauert solch eine Fahrt bis zum Hauptbahnhof oder umgekehrt. Und man ist bequem fast in der City, wenn man ein paar Schritte läuft und es nicht regnet. Wir fanden unter den großen Schirmen eines Freiluftcafés Schutz vor dem außerordentlichen Guß. Der Wein bzw. Kaffee schmeckte gut und so ließen wir die Zeit und den Regen verrinnen. Nur Utes neuer Rucksack wurde etwas feucht, da sie ihn auf die Erde gestellt hatte. Ihre neue Handtasche behielt Heidi lieber auf ihrem Schoß. Auch kein schlechter Platz zum Überwintern. Nur ich hatte noch nichts erhascht, nicht einmal das heiß ersehnte Siedlerergänzungsset. Ich konnte mich nicht zwischen Seefahrern und Rittern entscheiden! Als der Regen endlich verrauscht war, besuchten wir den goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Haben sie toll hingekriegt, die Restaurierung nach der Zerstörung im II. Weltkrieg. Auch die Fuggerei hatte einiges abbekommen, ist aber ebenfalls wiederhergestellt und zieht viele Touristen an. Das kleine Museum kann man für 1,- DM besichtigen, was mehr als einer halben Jahreskaltmiete für solch eine 60 m² Wohnung entspricht. Die nehmen einen ganz schön aus! Die Toilettenbenutzung kostet dafür nur etwas mehr als eine Monatsmiete nämlich 20 Pfennige. Aber was soll man machen, wenn's einem pressiert? In einen Tee- und Gewürzladen fielen wir ein und schlenderten die Augsburger Prachtstraße samt Fuggerpalais entlang. Noch ein Kaffee wurde genommen und dann traten wir wieder die Heimfahrt an.
Keinen Menschen trafen wir daheim an, so daß Ute ihre Trickkiste öffnen mußte, damit wir wenigstens an das Scrabble kamen. Stunden später erst tauchten Helmut und Maximilian wieder auf. An diesem Abend mußten wir noch einmal kurz ins Kühlentaler Reiterheim, wo Helmut noch geschäftlich zu tun hatte. Diesmal war die Kühlentaler Garde angetreten, uns zu empfangen. Nach zwei Bierchen und leider erfolglosen Verhandlungen fuhren wir dann Heim und tranken noch ein weiteres Frisches - von wegen der Bettschwere.
Jost


