Comer See - 17. Juli 1998

- Gera
Monte Berlinghera und ...

- Eine Schäferhütte
Heute war wieder wandern angesagt jedoch in geteilten Gruppen: Familie Schneider hatte sich den Monte Berlinghera (1930m) und Familie Ost plus Mu Weinberg die Abtei von Piona vorgenommen. Der urpreußisch-thüringische Gemeinschaftsberg Berlin/Gera wehrte sich nicht sonderlich gegen seine Besteigung. Zuerst durch Wald (mit Hydranten) bis zu den Bergdörfern Alpe di Mezzo und Alpe Pescedo. Die Sonne lachte, in der Höhe ging jedoch ein kühler Wind, so daß es ein angenehmes Wandern war. Was ich ganz vergessen habe, zu erwähnen, ist die Anfahrt. Man schraubt sich, in Gera beginnend, über immer häufiger auftretende und immer enger werdende tornanti bis auf 1204m ü.N.N. hoch. Regelrecht abenteuerlich wird es schon beim geringsten Gegenverkehr. Zum Glück verkehrte zumindest aufwärts nicht viel. Nur ein LKW blockierte die Straße beim Baumbeschneiden. Etwas vorgesetzt und ausgewichen und weiter ging's mit auf die Fahrbahn gehefteten Augen. Der Parkplatz am Ende genügt den Ansprüchen von ca. sechs Autos; das nur zur Information.

- Verdiente Rast
Zurück zur Wanderung: in Alpe Pescedo fragten wir eine urtümlich Wäsche waschende Bäuerin nach dem Weg, der uns auch freundlich gewiesen wurde - aufwärts. Immer den Hochspannungsleitungen nach, zum Paß Boccetta Chiaro und den weidenden, Glocken läutenden Kühen entgegen führte kein Weg im eigentlichen Sinne zum Gipfel. Auf dem Paß und am eisernen Kreuz wurden kurze Pausen eingelegt, bis es zum Angriff auf den Gipfel kam. Maximilian war natürlich schon längst oben angelangt und hatte sich von den freundlichen Bergziegen seinen Pausensnack aus der Tasche ziehen lassen. Die Aussicht vom Monte Berlin/Gera ist ausgezeichnet, sowohl auf den Lago di Como als auch ins Valle Spluga. Wenn nur die Ziegen nicht Lust auf mehr gehabt hätten. Sie knabberten und nagten an allem herum, was sich bewegte, wobei sie Heidi zu bevorzugen schienen. Erst beim Abstieg, kurz vor dem Kreuz gelang es Maximilian, die Ziegen endgültig auf den Berg zurück zu schicken. Das Mittagsmahl (Brotzeit) nahmen wir dann auf dem Paß ein, um den anhänglichen Tieren vom Gipfel keinen weiteren Vorwand zur Annäherung zu bieten. Der Abstieg ging dann schnell vonstatten und so fanden wir uns urplötzlich in der Geraischen Eisbar wieder, um Gelata grande zu uns zu nehmen. Maxi besorgte sich noch schnell eine Luftmatratze und dann ging's heim zum Handtuchholen. Der Zettel an der Tür forderte zum Strandbesuch auf. Wir ließen uns nicht lange bitten, denn wir konnten den Lario rufen hören: "Heidi!, Jost!, Maximilian!".
Jost
... die Abtei von Piona
Nachdem Schneiders ihre Pferde gesattelt hatten und ab in die italienischen Berge gezogen waren, machten wir uns auch auf den Weg. Zuerst hatte ich mir überlegt, daß wir doch auf den Hügel, der von unserem Zimmer aus zu sehen ist, gehen könnten. Doch leider haben wir die Straße nach Forte di Fuentes nicht gefunden. Also fuhren wir einfach los, durch Colico und hielten in Dorio. Am Straßenrand stand eine burgähnliche Ruine und die wollten wir uns genauer ansehen. Sie gehört zu einer Kirche und man kam leider nicht richtig ran. Machte aber nix, da sind wir einfach ein wenig durch die Gassen geschlendert. Sie sind wie überall sehr steil und wildromantisch, mit kleinen Brunnen, Balkonen und Hängepflanzen. Die Häuser stehen bis runter zum See, Stufen führen ins Wasser und übberall sitzen Angler. Wieder am Auto hatten wir noch Zeit und so fuhren wir nach Olgiasca und liefen die zwei Kilometer zur Abbazia di Piona. Die Straße schön schattig und es ging leicht bergab. Schön zu laufen, auch für Alexander, an etwas teuren Villen vorbei immer den See im Blick. Das Kloster liegt sehr malerisch da und Mutti meinte, daß man da wirklich zum Mönch werden könnte. Wir haben uns sogar ein wenig in die Kirche und die Säulenhalle getraut obwohl wir nicht angemessen angezogen waren. Aber es war ja kein Mönch in Sicht.
Nachdem wir einen im Kloster gebrannten Schnaps gekauft und Alexander ein Eis gegessen hatte, sind wir dann wieder zurück gefahren. Das heißt Helmut hat den fünften Gang eingelegt und das Auto geholt, derweil wir drei noch die Gegend genossen und langsam zurück liefen. Zu Hause habe ich dann Alexander "abgelegt". Er war wieder fix und fertig. Ausgeruht gingen wir danach ins Bad.
Ute
Der Jost! Ich denk er hat, aber er hat doch nicht über unser fröhliches Badeleben geschrieben. Es war herrlich, Wind und tolles Wasser, Eis und Ballspiele. Schneiders und Mutti sind nach dem Baden Einkaufen gefahren und wir, die Osts, schon hoch in unsere Villa. Helmut versuchte, den Rost anzuschmeißen und schaffte es auch. Leider flogen sämtliche verbrannten Holz- und Papierpartikel durch die Gegend, sodaß ich das Bettlaken retten mußte, welches unter unserem Balkone hing. Geschmeckt hat das Fleisch aber sehr gut.
Nach dem Essen, als Alexander schlief, sind Heidi, Jost, Helmut und ich noch in eine Kneipe gezogen, welche extra wegen uns noch aufmachte. Nach einer Flasche Wein und aufregendem Fußballspiel (Tischfußball) liefen wir im Dunkeln wieder heim. Auf dem Balkon noch einen Klostergutenachttrunk und dann sanken wir in unsere Betten
Ute



