Zypern - 19. Mai 2010
Erste Golfschläge
Wieder aufgefordert von den Hähnen, beendigten wir die Nachtruhe und erwarteten freudvoll unseren zweiten Urlaubstag - und der hatte natürlich wieder eine Überraschung für uns parat. Wir konnten erleben, wie der Wonnemonat Mai seine Statistik erfüllte und uns einen Regentag präsentierte! Na toll! Heidi und Jost brachten unseren schönen Holztisch vor dem üblen Nass in Sicherheit und alle gemeinsam nahmen wir das Frühstück in der Küche ein. Diesmal natürlich etwas ausführlicher, denn wir mußten ja nicht diskutieren, was wir an diesem Regentage unternehmen wollten.
Ein Regentag in Zypern, so wie wir ihn erlebten, ist sicher nicht vergleichbar mit einem in der Heimat. Der Regen war mehr ein Nieselregen und die Wolken verzogen sich immer wieder, so daß die Sonne ihren Glanz erstrahlen lassen konnte und es war trotzdem sehr warm. Wir konnten uns jedenfalls nicht so auf einen Ausflug nach Nikosia oder einer weiteren Ausgrabungsstätte einigen - und so verging die Zeit. Der eine las, der andere schrieb... und so gegen 13.30 Uhr fragte Jost, ob wir nicht zum Golfplatz fahren wollten, denn inzwischen strahlte die Sonne wieder herrlich. Die Damen winkten ab und so machten sich Jost und ich auf den Weg.
Und plötzlich drückte er mir tatsächlich die Autoschlüssel in die Hand. Unerschrocken, wie ich auch manchmal sein kann, setzte ich mich ans Steuer, das sich auf der rechten Seite befand. Also: Linksverkehr und keine Automatik, mir standen schon die Schweißtropfen auf der Stirn. Schon nach wenigen Minuten hatte ich den Rückwärtsgang gefunden und konnte ausparken. Doch es nahte gleich der nächste Schreck: nachdem wir unser Dorf ohne weitere Vorfälle verlassen hatten, endete plötzlich die gute Straße und ging in einen befestigten Weg über. Dazu kamen dann ca. vier Kurven und ein steiler Aufstieg bzw. -fahrt zum Golf- bzw. Parkplatz. Nur mit einmal Motor eabwürgen habe ich alle Hindernisse überwunden und parkte das Auto nach der ungefähr einen Kilometer langen Strecke sicher ein!
Jetzt konnten wir in Ruhe den Golfplatz besichtigen und näherten uns natürlich zuerst der Bar. Nach der Mitnahme von zwei Flaschen Carlsberger nahmen wir auf der Terrasse Platz. Von dort aus hat man einen herrlichen Überblick auf die Anlage sowie weit in die Umgebung hinein. wir machten ein bischen small talk mit einem englischen Paar, mit Dieter und seiner Frau aus Hamburg, mit einem vermutlich schottischen Mr. Mc Soundso, der einen Schwiegerson hat, der Profifußballer ist. So erfuhren wir auch einige Tipps für unseren weiteren Urlaub. Nach der zweiten Flasch Carlsberger stieg in uns der Mut auf, es selber mit dem Golfspielen zu probieren und ratzbatz drückte uns der freundliche Besitzer zwei Golfschläger und einen Eimer voller Golfbälle in die Hand und schon ging's ab zu Driving-Ranch.
Nun hatten wir neben unseren Anfängerproblemen auch noch mit heftigem Gegenwind zu kämpfen - uns blieb nichts erspart. Aber mutig und tapfer schlugen wir unsere Bälle. Einige mußten wir aus dem nahen Gebüsch wieder herausholen etc. - aber wir hielten durch und nach ca. einer Stunde war der Eimer leer. Nach einer kurzen Auswertung, natürlich in der Bar, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Ohne Unfall oder größere Probleme habe ich die Rückfahrt auch wieder zum Ferienhaus geschafft!

- Gemütlicher Nachmittag
Die Frauen haben den Nachmittag mit Lesen, Kaffee trinken und Kekse essen ruhig verbracht! Wir beschlossen, zum Abendbrot Essen zu gehen. Ziel: das Ausflugsrestaurant von Manola - unweit auf einer kleinen Höhe im Wald gelegen. Etwas früher (ich meine in Jahren) hätten wir diesen Weg vielleicht sogar fußläufig gemacht, aber so steuerte uns Jost sicher ans Ziel. Mit landestypischen Vorspeisen, die wir übrigens nicht bestellt hatten, aber bezahlen mußten, stiegen wir ins Festmahl ein. Hedi hatte Fisch bestellt, ich Chicken, Jost und Karin Kebab gewählt. Für meinen Geschmack teile ich die Note Drei aus.
Aber jetzt kam der Höhepunkt. Auf Empfehlung des Chefs bestellten Jost und ich einen Nestlé-Filterkaffee und bekamen dafür eine Tasse mit Plastikaufsatz, ein Kännchen heißes Wasser sowie ein kleines Kännchen mit heißer Milch. In dem Plastikaufsatz befand sich ein Filter, in dem der Krümelkaffee eingearbeitet ist. So kann man sich gemütlich seinen Kaffee zusammenmischen.
Nach der Bezahlung durch Familie Schneider (sie hatten ja Bergfest!) begaben wir uns durch die Küche direkt zum Parkplatz. Der vietnamesische Koch sowie die beiden vietnamesischen Kellnerinnen verabschiedeten uns herzlichmit einem „bye!”. Das war Manolos Tavern.
Zu Hause angekommen gab es natürlich noch einen Absacker (milder zypriotischer Landwein - ha!) sowie etwas Diskusion über den Sinn oder Unsinn in der Welt und so gegen 1.00 Uhr ging es ab in die Betten.
Günter



