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Kloster Kykkos

Sonnabend
22. Mai 2010

 
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Kloster Kykkos und Zederntal

Nach unserem gewohnt üppigen Frühstücksmahl auf der Terrasse bereiteten wir unser für heute geplanten Ausflug vor; das Tal der Zedern galt es zu erlaufen und das berühmte und reichste Kloster in Kykkos zu besuchen. Heidi machte fix ein paar belegte Brote und Karin wurde beim Abwasch zur Eile getrieben.

Los ging es gegen 9.15 Uhr, schließlich sollte die Fahrt bis zu den vielen Zedern am Rande des Trodosgebirges ca. drei Stunden dauern. Jost fuhr zügig die ersten gewundenen Kilometer ab, nicht ohne einen Stop am ersten Müllcontainer zu machen, damit wir uns unseres täglich anfallenden Mülls entledigen konnten. Unterwegs erwähnte Heidi, daß ihre Lektüre ergeben habe, daß das Kloster täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet hätte. Nach kurzer Diskusion und dank unserer unbürokratischen Flexibilität entschlossen wir uns, erst zum Kloster nach Kykkos zu fahren und anschließend den Spaziergang im Zedernwald zu genießen, um damit eventuelle zeitliche Engpässe auszuschließen.

Inzwischen war Jost auf die Autobahn A1 eingeschwenkt, wo es zügig voranging. Der Verkehr am Pfingstsonnabend war eher mäßig. Noch innerhalb des Großraumes Limassol bogen wir ab, um auf der B8 in Richtung des Trodosgebirges zu fahren. Günni als Beifahrer und Kartenleser gab entsprechende Hinweise, während wir Frauen die Gegend genossen.

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Der Pope kommt vom Kiosk
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Züchtig gekleidet

Gegen 11.00 Uhr erreichten wir das Kloster und fanden auch schnell einen Parkplatz; sicher auch, weil der Andrang von Besuchern nicht unbedingt als groß einzuschätzen war. Da wir alle klostergerecht gekleidet waren (Schultern und Knie bedeckt), durften wir ohne Umhang (gab es zur Leihe) auf das riesige Klostergelände. Ohne Eintrittsgeld und Führung konnten wir uns hier ungehindert umsehen und die aufwendigen Malereien und Goldmosaiken, die allesamt christliche Ereignisse darstellen, bewundern.

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Ein Wandelgang______________Erzengel Gabriel_______________Eine Kemenate

Ursprünglich stammt das Kloster Kykkos aus dem Jahre 1080, durchlebte eine abwechslungsreicher Geschichte, bis 1813 durch einen Brand zerstört wurde. Die nun zu sehenden Klostergebäude wurden bis 1830 wiedererrichtet und die Ikonenmalereien erst in den achtziger Jahren des des 20. Jahrhunderts erstellt. Die Mosaiken sind teilweise noch jüngeren Datums.

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Blick auf den Eingang zur Kirche
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In der Klosterkirche

Erhalten geblieben über die vielen Jahre ist jedoch eine Marienikone, die in der Kirche, reich ausgestattet mit Leuchtern, Lampen, Bildern aus Gold und vielen Ikonen, besichtigt werden kann, und die von Maria selbst gesegnet worden sein soll.

Auf dem Klostergelände befindet sich auch ein Museum, in dem Kunstgegenstände und -schätze aus zwei Jahrtausenden gezeigt werden, die einen umfangreichen Einblick in die Geschichte Zyperns, insbesondere des hiesigen Christentums und natürlich des Klosters, geben. Klar, daß wir uns diese Augenweide (für 5,-€ pro Person) nicht entgehen ließen.

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Wie nebenstehend beschrieben

Gegen 13.30 Uhr verließen wir das Klostergelände, vollgestopft mit tollen Eindrücken des klösterlichen Lebens der Vorzeit. Natürlich mußte Günni erstmal eine rauchen, und Jost und Günni probierten die, im vor dem Klo­stereingang stationierten Spiri­tu­osen­verkauf angebotenen gei­sti­gen Getränke. Karin kaufte sich am Imbiß nebenan erstmal ein Softeis, versteht sich. Günter und Jost entschieden sich für einen traditionellen Zivania „Kykkos” - Special Reserve und so waren alle glücklich.

Wir setzten unseren Ausflug um 13.45 Uhr fort und fuhren auf einer sehr gut ausgebauten, engen, aber auch gut ausgeschilderten Straße mit vielen Kurven die ca. 19 Kilometer Richtung Zederntal. An einer Straßenkehre lag ein Parkplatz, den wir als den gesuchten Picknickplatz erkannten. Mit Brunnen und Bänken ausgestattet, hatte er aber nur noch weitere drei Besucherautos herlocken können. Zwei Wandersleut' hatten wir bereits auf der Straße vor dem Picknickplatz erspäht.

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Das ist ein Eichelhäher

Jedenfalls haben wir ersteinmal unsere mitgebrachten Brote und Kekse verspeist, nicht ohne einige neugierige Vögel (Art unbekannt) mit ein paar Kekskrumen zu füttern. Gestärkt und mit Wasser abgefüllt, haben wir uns dann von Günter verabschiedet (14.45 Uhr), der bei Buch und Wasser unser Auto bewachen sollte.

Jost, Heidi und ich machten uns also auf den Weg zum Gipfel, dem 1362m hohen Tripylos, an dessen Hängen noch eine große Anzahl von Zedern gedeihen, einer Unterart der Libanonzeder, die um die 20. Jahrhundertwende fast ausgestorben war. Auf einem bequemen Fußweg bestaunten wir die Natur und insbesondere die Zedern, die oft die Form von Schirmen angenommen hatten, und deren Zapfen oval, erst hellgrün, dann braun sind. Zum Glück schützten uns hin und wieder ein paar Wolken vor zu starker Sonneneinstrahlung auf unserem Weg und nach etwa einer Stunde haben wir den Gipfel des Tripylos erreicht, um hier, wie bereits unterwegs hin und wieder, die herrliche Aussicht auf umliegende Täler und Berge des Trodos zu genießen.

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Blick nach Westen_____________Die Feuerwache_______________Und die Zufahrt

Auf dem Gipfel selbst steht ein Steinhaus umgeben von einer Steinmauer, welches als „Feuermelder” dient. Wortfetzen aus einem Funkgerät verrieten, daß die Station auch besetzt war. Neben dem Häuschen befand sich natürlich auch Bank und Tisch und sogar eine Toilette für Touristen. Alles wurde von uns genutzt, um uns mit Wasser und Keksen zu stärken und natürlich ein Päuschen für Fotos und Erholung zu genießen.

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Auch unser Auto war noch da

Der Rückweg verlief dann kurz und reibungslos. Günni war erfreut, uns gegen 16.30 Uhr unversehrt und guter Laune wiederzusehen. Nach Schuh­wech­sel, Wasseraufnahme und kurzem Erlebnisaustausch (Günter hat zwei Autos weg- und drei Autos vorbeifahren sehen), setzten wir unsere Heimreise in Gang. Der Parkplatz in der Kehre bestand aus Schotter. Ob die Straße wohl hinter der Kurve so weiterging? Alle waren positiv überrascht, als nach zehn Metern hinter der Kurve wieder eine toll asphaltierte Straße auftauchte, so daß uns Jost auf der kurvenreichen aber guten Straße (609 oder 622 oder so!) prima wieder Richtung Meer und auf die A1, sowie weiter am Abzweig 21 - Richtung Perikklisia nach Klonari chauffierte.

Hier gegen 18.30 Uhr angekommen, gönnten wir uns eine kleine Pause zum Frischmachen, Umziehen und Erholen. Denn heute ist Champions League Finale angesagt! Gegen 19.45 Uhr machten wir uns auf den Weg in die Sportsbar in Limassol (bekannt von Jost und Heidi), Jost kennt den Weg. Davor wird der große Parkplatz genutzt (gut besucht und belegt). Karin und Heidi kaufen fix noch Gemüse (Gurke, Tomate, Paprika, Zuccini, Aubergine) im Supermarkt nebenan (Pfingstsonnabend!).

Jost und Günni haben in der Bar schon Bier für alle geordert, der Fernseher zeigt Eishockey auf deutsch kommentiert (Sender Sport 1): super! Deutschland gegen Russland - WM-Halbfinale aus Köln. Deutschland verliert zwar 1:2, spielt aber sehr gut. Na, vielleicht macht es Bayern München besser im Champions League Finale gegen Inter Mailand. Vorher gibt es noch was zu Essen: Hühnchen orientalica, Hühnchen in Mango-Sauce und Rippchen, jeweils mit Pommes und Salat - alle stöhnen, weil viel zu viel. Aber zufrieden sind wir auch.

Inzwischen ist es 21.45 Uhr und das Lokal rappelvoll. Der Kneiper muß den Kommentar zum Fußballspiel in englisch laufen lassen, da zu viele Nationen hier vertreten sind. Nunja, das Spiel endete 2:0, leider für die italienische Mannschaft mit keinem Italiener im Team (lt. Günter). Sie haben aber eindeutig besser, vor allem effektiver gespielt, während die Bayern vor allem mit dem Ballbesitzglänzten, es aber nicht verstanden, ein Tor zu erzielen.

Kurz nach dem Abpfiff des Spieles chauffierte uns Jost in unser altes Ferienhaus zurück, während wir noch eifrig das Spiel kommentierten. Zu Hause fielen wir sofort in unsere Betten, der Tag hatte eindeutig zu viele Erlebnisse in petto, die wir nun erst mal „überschlafen” mußten...

Karin

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