Zypern - 25. Mai 2010
Governors Beach
Nach dem gestrigen anstrengenden Tag schmeckte das Frühstück besonders gut. Auch die verlängerte Nachtruhe hatte gut getan. Als dann die Stubenordnung wiederhergestellt war, beschlossen wir, an Governors Beach abzuhängen und das laut Golf-Dieter zypernweit beste Moussaka zu probieren. Günter und ich einigten uns, daß ich die Hintour und er zurück chauffieren sollte. Die Strandutensilien wurden eingepackt. Die Zufahrt zum, als am nächsten Limassol gelegen, beschriebenen Restaurant, fanden wir schon im dritten Anlauf.

- Günter, die Ruhe genießend

- Der Rest beim Baden
Heidi war ganz aufgelöst, weil sie nicht wusste, wo sie die Sonnenschirmgebühr entrichten sollte. Ich schlug vor, es sich erst einmal gemütlich zu machen. Der Rest würde sich schon ergeben. Wir lasen, ein jeder in seinem Buch, bis auf Günter, dem schon wieder müde um die Augen war. Eine kräftige Brise blies angenehm, wühlte aber wie nebenbei das Meer etwas auf. Dadurch schien das Wasser vor der Taverne ziemlich trübe. Deshalb gingen wir, nachdem Karin Günter geweckt und gebeten hatte, auf unserer Habseligkeiten achtzugeben, ein paar Meter weiter links Baden. Größtenteils ist es ein sandiger Strand, der an einigen Stellen jedoch Stolpersteine liegen hat. Heidi hatte sowieso ihre Badeschuhe angezogen und auch Karin und ich kamen gut ohne (solche Schuhe) ins Wasser. Außerdem konnte man die schicken Schuhe bei dem aufgewühlten, trüben Wasser auch gar nicht sehen. Wir genossen das erfrischende Bad trotzdem.

- Industrie im Osten

- Moussaka vom Feinsten
Anschließend wurde meist weiter gelesen. Plötzlich und völlig überraschend war mein Buch zu Ende. Die restlichen Seiten enthielten nur noch Leseproben aus dem ersten Teil „Verblendung”. Dann können wir auch langsam etwas essen. Gegen 14.30 Uhr bestellten wir vier Portionen Moussaka, der besten, die es auf der Insel gibt. Das könnte knapp werden, bedeutete der Kellner. Aber am Ende reichte es noch für uns. Geschmacklich war an der Moussaka auch nicht das Geringste auszusetzen. Daß Kartoffelbrei anstatt -scheiben auf den Auflauf kam, ist zwar ungewöhnlich, aber tat dem Ganzen keinen Abbruch. Wie gesagt, es schmeckte sehr gut und der beiliegende, toll angerichtete Salat ergänzte alles hervorragend.
Jetzt brauchten wir nur noch einzukaufen. Günter brachte uns bestens nach Perekkleisia zum Einkaufszentrum. Karin besorgte sich in der Apotheke ein Medikament gegen ihre sonnige Allergie und wir gingen schon mal in den Supermarkt. Bier, Wasser, Wein, Eier stellte ich schon mal an der Kasse ab, während Heidi und Günter den Einkaufswagen füllten, wobei sich dann auch Karin einbrachte. Als Günther schließlich das Auto hinter der Mühle parkte, hatte er einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt. Er hatte den Skoda nur einmal abgewürgt. Es ist auch schwierig, den schmalen Stich hinter dem Abzweig nach Klonari im vierten Gang hinauf zu ziehen. Ehrlich gesagt, ist es einfach nicht möglich. Die Einkäufe wurden verstaut und anschließend meldeten Günther und ich uns zum Golfspielen ab. Um 19.30 Uhr sollten wir pünktlichst zum Abendessen erscheinen. Wir hatten also noch knapp zwei Stunden Zeit, auf der Driving Ranch zu üben.
Günter übernahm wieder das Lenkrad. Auf der Hinfahrt entdeckte ich den von mir am letzten Dienstag auf die Straße beförderten Golfball. Heute sollten mir ein solches Missgeschick nicht passieren, nahm ich mir vor. Wir ließen uns diesmal gleich einen mit Golfbällen gefüllten Eimer und zwei Schläger aushändigen. Wir bekamen jeder ein achter Eisen, mit denen wir ca. 100 Bälle abschlugen. Mehrmals sammelte ich die naheliegenden Blindgänger ein, wenn Günter eine Zigarettenpause einlegte. Diesmal stellte ich einen neuen persönlichen Rekord auf. Ich traf fünf Bälle hintereinander so, dass sie bei ansehnlicher Flugbahn auf 90 bis 100 Meter flogen. Als der Eimer geleert war, startete ich den Versuch, nahegelegene Bälle, sozusagen auf dem Fairway, weiterzuspielen, was mir überraschenderweise bei zwei von drei Schlägen auch gelang. Jetzt hatten wir uns ein Bier verdient. Inzwischen waren wir die letzten Gäste und genossen den Blick auf die Berge. Wieder waren wir mit 12,00 ° dabei, 4,00 ° fürs Üben pro Nase und der Rest Bier.
Auf der Rückfahrt kamen wir wieder an meinem verschossenen Golfball vorbei. Ich bat Günter, mal kurz anzuhalten und sammelte den Ball auf. Aber da lag ja noch einer und noch einer! War ich also nicht der einzige Anfänger hier.
Wie versprochen betraten wir um 19.30 Uhr das Mühlengelände. Trotzdem kamen wir zu früh, denn die Mädels hatten sich festgelesen und so den Absprung den die Küche verpasst. Heute sollte es die Scampis mit Spaghetti geben. Wir unterstützten die Köchinnen engagiert, indem wir uns aus allem heraus hielten. Der Lohn war ein köstliches Mahl. Endlich war einmal ein gerüttelt Maß an Knoblauch zur Anwendung gekommen, was sowohl der Hauptspeise als auch den Antipasti gut zu Geschmack stand. Das Abendessen war sozusagen das I-Pünktchen auf einem an kulinarischen Genüssen reichen Tag. Nur etwas fettig waren die Speisen, was es angeraten erscheinen ließ, einen Digestiv zu uns zu nehmen.
Danach war Freizeit angesagt, also deren individuelle Gestaltung, genauer formuliert. Und gestalten tun wir alle gern. Und endlich gab's noch die Bilder des Tages. Das nächste Mal sollten wir die Kamera vielleicht mit auf den Golfplatz nehmen, um unsere Leistungen besser dokumentieren zu können. Kalinista!
Jost



