Zypern - 11. Mai 2010
Über Agros nach Limassol
Wir schliefen bis 8.30 Uhr durch. Zum Frühstück gab es Waffeln und Kaffee. Vielleicht würden wir es ja heute schaffen, uns Wesensmerkmale zu besorgen. Als wir um 10 Uhr in Kellaki ankamen, war das berühmte Geschäft schon wieder verriegelt, oder immer noch? Wir hatten die Badesachen extra in Klonari gelassen, denn die Besorgungen wären ja schnell erledigt gewesen. So fuhren wir gezwungenermaßen weiter hinunter nach Parekklisia. Wir hielten an einem Supermarkt, dessen Obst- und Gemüseabteilung vorbildlich, der Rest jedoch ziemlich teuer ist. Später am Abend konnten wir den Preisunterschied zu einem richtigen Supermarkt, in Limassol ansässig, auf 20% quantifizieren. Aber zurück nach Klonari (18 km), um die Badesachen zu holen. Wir brauchen sie zwar erst, wenn wir uns die wärmste Zeit des Tages im Gebirge, bei hoffentlich etwas angenehmeren Temperaturen, vertrieben haben, aber dann...
Von Klonari aus fuhren wir in Richtung Golfplatz, um uns den Umweg über Kellaki nach Eptagoneia zu ersparen. Gleichzeitig erfuhren wir, dass das gestrige Ausweichmanöver den Igeln auf der Straße wirklich das Leben gerettet hatte. Jedenfalls endete irgendwo zwischen Klonari und dem Golfplatz die Teerstraße. Eigentlich ungewöhnlich für einen so ambitioniertes Projekt. Richtig haarig wurde es dann auf dem Weg von Vikla nach Akapnou. Unser Astra besitzt mit Sicherheit mehr Bodenfreiheit als der Octavia. Selbst zu zweit und ohne Gepäck gab es trotz vorsichtigster Fahrweise ab und an Bodenkontakt. Wie gesagt, gut, dass wir die Igel umfahren hatten.

- Heiliger Georg am Wegesrand

- Die Kirche in Arkapas
In Akapnou gab es auch wieder Teer. In Eptagoneia war ein Wasserfall ausgeschildert, was unsere Neugier weckte. Wo wir schon mal hier waren, wagten wir einen Abstecher in die angegebene Richtung. Frohgemut bogen wir an der angezeigten Stelle von der Straße ab und landeten wieder auf einem Feldweg. Nach 200 m stellte ich den Wagen neben dem Weg ab. Der Octavia schaffte ihn einfach nicht, ohne eventuell Schaden zu nehmen. Gehässigerweise hatte der Bauer auch noch zwischen den Olivenbäumen geeggt und manchmal ein Stück Weg erwischt. Die zutage geförderten Steine und sonstige Brocken waren zu viel. Der Wasserfall, den wir nach weiteren 200 m erreichten, hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Wir waren eindeutig zu spät dran. Der Bewuchs am Fall war zwar noch üppig, aber bei diesen Wasseraufkommen wird er es nicht lange bleiben. Die derzeitigen hohen Temperaturen lassen ihn ziemlich alt aussehen. Also weiter in Richtung Troodos. Über Eptagoneia, Arakapas und Kato Chosio gelangten wir auf die E 110. Hier wurde die Fahrerei wesentlich komfortabler. In Agros war es uns nicht vergönnt, eines der gerühmten Rosenölprodukte in Augenschein zu nehmen. Um 14.30 Uhr herrscht hier nur noch eine und das ist die Siesta (griechisch?). Aber zumindest fanden wir einen freien Tisch mit toller Aussicht und erfrischten uns bei Orangensaft und Nescaf°. Langsam könnten wir mal ins Mittelmeer hüpfen.

- Anfang des Lady's Mile Beach
Der kürzeste Weg ans Meer führt über Polendri und dann die B8 hinunter. So rein funktional, wie der Reiseführer es beschreibt ist sie wirklich nicht. Es gibt hier durchaus tolle Aussichten, auch wenn andere Straßen touristischen wertvoller sein mögen. In Lemesos ließen wir uns vom Verkehr an Lady's Mile Beach spülen. Das Nogger fand ich selbst für Strandverhältnisse leicht überteuert - 3,00€. Das Mittelmeer nahm uns mit offenen Armen auf. Geschätzte 22°C Wassertemperatur waren einfach nur angenehm. Und an steinigen Stränden hat man nachher keinen Sand in der Hose. Auf der Heimfahrt kamen wir an der viel beworbenen MY MALL vorbei und schauten auch mal interessiert hinein. Die Eislauffläche ist schon originell, wurde aber nur von zwei Gästen benutzt. Einige Verkaufsflächen in der zweiten Etage harrten ihrer Nutzung. Einen Lebensmittelmarkt, wie in Deutschland üblich, gibt es hier gar nicht. Vielleicht waren wir nur zu einer ungünstigen Zeit zu Gast. Arme Investoren?
Der Supermarkt, den wir in Limassol fanden, schien die eher einer der kleineren zu sein, vom Parkplatz her. Als wir dann drin standen, waren wir von der breiten Angebotspalette total überrascht. Hier gelangt der eigentliche Initialeinkauf für die kommende Woche. Auf der Rückfahrt hatte Heidi ab und an Angst, sie lande eventuell im Straßengraben, oder aber ich führe zu weit rechts. Acht dieser Linksverkehr ist rein subjektiv anstrengend. Als wir wieder in Klonari eintrafen hatte es sich doch wirklich nur noch ein einziger Hahn im Wein der Pergola für die Nacht eingerichtet. Der Sonnenschirm bedeutete auch ihm, sich ein anderes Plätzchen zu suchen. Heidis Bratkartoffeln mit dem vorhin erstandenen Burgerinnenleben garniert, waren kulinarisch zwar kein Highlight aber ausgesprochen sättigend. Dafür schmeckte der Uzo ganz vorzüglich, begleitete die lesenden und schreibenden Tätigkeiten, was zu einer angenehmen Bettschwere führte. Der erste Tagebucheintrag wurde verlesen und wohlwollend aufgenommen. Ich kann auch ohne langanhaltenden Applaus leben. Der abschließende Lacher war Lohn genug. Von da an ging's.
Jost



