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Cereixo

Dienstag
1. September 2015

 
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Leuchtturmwanderweg

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_Gemeinde Vimianzo

Heidi wurden schon vor acht munter, was wohl an der ungewohnten Helligkeit lag. Nur ein paar Schäfchenwolken tupften den Himmel. Gleich nach dem Frühstück packten wir unsere Wanderklamotten ein und fuhren nach Cereixo. Von hier wollten wir einen weiteren Abschnitt des Leuchtturmweges absolvieren. Zum Einen ist dieser Weg bestens gekenn­zeichnet und zum Zweiten können wir ihn individuell für uns anpassen, denn die im Internet beschriebene sechste Etappe ist eigentlich 32 km lang. Wir verkürzten die Strecke auf 15 km. Und von Muxia aus gäbe es dann die Möglichkeit, mit Bus oder Taxi zurück zum Auto zu gelangen.

Auf der Hinfahrt füllten wir unseren Proviant mit vier Würstchen und Wasser auf. In Cereixo dauert es etwas, bis wir den Einstieg fanden, denn der ist mitten im Dorf, wo ganz viele Spruchtafeln stehen. Außerdem wurde in dem Durchgang, der auch als Einfahrt fungiert, gerade ein LKW beladen. Als wir uns daran vorbeigequetscht hatten, führte uns der Weg am fast trockengefallenen Rio Grande entlang in Richtung Kirche und Burg Cereixos.

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Riesenhórreo________________Europäischer Holzweg_________Santiago de Cereixo

Ein Holzweg war, selbstverständlich von der EU unterstützt, angelegt worden und einige Tafeln informierten über die Bauwerke, die Pflanzen- und Tierwelt. Dann standen wir an der Eiche, an der wir vorhin schon gewendet hatten. Es klappte weiterhin alles bestens. Der Weg war sehr angenehm.

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Rio Grande__________________Es rottet vor sich hin__________Praia Barreira

Es gab tolle Aussichten auf Tangfelder, Muschelsammler und verrottete Boote. Weiter ging's über Felsen, die bei Flut und kräftiger See wahrscheinlich schlecht zu begehen sind. Bei derzeit vorherrschender Ebbe und Sonne war es kein Problem.

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links Muxia, rechts Camariñas

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Faro de Lago

Unsere Brotzeit nahmen wir an einem Leuchtturm ein, dessen Namen wir nicht kannten. Am benachbarten Strand versuchten Kinder mit winzigen Pla­stik­köchern, Meeresgetier zu fangen, das sie am Ende wieder freiließen. Außer die Strand­besucher zu beobachten, aßen wir unsere Würstchen zum Rest­ba­guetteteil von gestern. Da paßte das Wasser bestens dazu. Wenn wir gewußt hätten, daß es am anderen Ende des Strandes zwei Restaurantes gab, hätten wir uns vielleicht dort am Angebot gütlich getan. Zu spät.

Von hier aus ging es mehr durchs Hin­ter­land, wobei die verschlafenen Dörfer auch ihren Reiz hatten. Als wir ir­gend­wo an eine Hauptstraße kamen, verloren wir leider die Spur des Leuchtturmweges und hielten uns stattdessen an den Zubringer zum Jakobsweg. Insgesamt brauchten wir knapp 6 Stunden für unsere erste größere Wandertour, der der Wettergott wohlgesonnen war.

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Noch'n Hórreo_______________Bach in Muiños______________Klosterkirche XII. Jhd.

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Heftiger Wind

Der Wind wurde sehr heftig, als wir in die Bucht von Muxia lugten. Der Sand flog nur so über den Erdboden und wirkte wie ein Sandstrahlgebläse. Es gab erste kleine Sandverwehungen auf dem Bürgersteig und da es des Öfteren zu passieren scheint, setzen sich die härteren Teile des Holzsteges langsam von den abgeschliffenen ab. In der Information erfuhren wir, daß der Bus zu unserem Auto erst in anderthalb Stunden fahren würde. Das war uns dann doch zu lang. Wir löschten in einer der zentralen Bars unseren Durst, bevor wir zum Taxistand gingen. Für 15,- € würde uns der freundliche Taxifahrer nach Porte Cereixo bringen. So machen wir das.

Daß der Taxifahrer Torres statt Porto de Cereixo verstanden hatte, lag bestimmt an meiner mangelnden Aussprache. Jedenfalls stand unser Auto knapp vor dem Ortsausgangsschild von Cereixo und noch nicht in Ponte de Porto, das sich direkt anschließt und vielleicht die Möglichkeit der Einforderung eines Zuschlages ermöglicht hätte. Es blieb bei 15,- €. Unterwegs hatte ich die überwiegend Eukalyptus nachpflanzenden Schonungen angesprochen. Alles für die Papierherstellung. Braucht zwar viel Wasser, wächst aber schnell. In zwanzig Jahren werden sie weinen. Eigentlich gehören ihr Kiefern her.

Auf der Rückfahrt, die vor allem über Nebenstraßen verlief, hab ich eine unentschlossene Katze überfahren. Lief im falschen, für mich unerwarteten Moment los. Es war eine relativ junge, sehr hübsche Katze. Eine Vollbremsung kam allerdings nicht infrage. Aber es beschäftigt mich durchaus.

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Unser Hotel
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Andere Perspektive

Zurück im Seferinos spülten wir uns den Sand vom Körper und bereiteten unsere morgige Weiterreise vor. Noch vor unserem Aufbruch hatte ich bei Car de Sol zwecks Wagen­tausches ange­ru­fen. „Welches Kennzeichen? Wann wol­len Sie kommen? Wenn es später als 12:00 Uhr wird, bitte anrufen wegen der Vorbereitungen. Sie bekommen den gleichen Wagen. ??? Bis morgen.”

Wir haben knapp 1400 Kilometer run­ter, werden bis Santiago auf knapp 1500 Kilometer kommen und das nach der Hälfte des Urlaubs. Die Grenze von 2000 Kilometer werden wir auf jeden Fall überschreiten und extra deswegen vielleicht in drei Tagen noch mal nach Santiago zu fahren, kommt überhaupt nicht in die Tüte. Der Vermittler „Do You Spain” hat auf meine Nachfrage überhaupt nicht reagiert. Unakzeptabel!

Unser letztes Abendessen im Seferinos gelang zu unserer Zufriedenheit, obwohl Heidi lieber die meisten Speisen gleichzeitig auf dem Tisch gehabt hätte. Nicht daß sie einzelne nicht schmecken täten, aber oft macht es die Kombination aus. Der Herr des Hauses hatte seinen Sohn zum Beispiel beauftragt, mich zu fragen, ob ich die Chorizzo in der Tortilla mögen würde. Genau das, erzählte ich Hugo, wäre die mir sehr angenehme Kombination. Leider hatte Hugo die Ansprache seines Vaters vergessen. Nichtsdestotrotz haben wir uns hier sehr gut aufgehoben gefühlt, zumal Hugo Heidi zu einem Orojo Crema eingeladen hat. Jetzt werden wir uns in unserem Betten begeben und hoffen, dass das Wetter in Asturien an den heutigen Tag anschließen möge.

¡Buenas noches!


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