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Gijon

Dienstag
8. September 2015

 
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Römisch Hinterlassenschaften

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______Gijon

Heute wollten wir etwas ruhiger angehen lassen und uns dabei Gijon anschauen. Ein altes rö­misches Grabungsfeld und die Reste der rö­mi­schen Thermen sind neben der Altstadt das Sehenswerteste dieser Indu­striemetropole. Im Parkhaus an der Uferpromenade war noch Platz und die Informationen laut Stadtplan nicht weit, nur eben nicht in einem Haus oder Laden sondern einem Kiosk an der Strandpromenade un­ter­gebracht. Es verändert sich hier alles so schnell, daß sie mit dem Aktu­alisieren der Prospekte und Pläne einfach nicht hinterherkommen.

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Der Sonne entgegen

Wir waren schon den halben Strand abpro­mi­niert, bevor wir den ziel­füh­renden Hinweis, daß sich die Infor­ma­tionen an der Strand­treppe vier befindet, wahrnah­men. Es war aber auch was los auf der Pro­me­nade und auch am Strand. Vielen ging das Prominieren zu langsam und deshalb rannten sie zwi­schen den Schlendernden hindurch. Ansonsten war es wie auf der Karl-Marx-Allee nur eben mit Atlantik. Wobei es hier tatsächlich auch einer Karl-Marx-Straße und einen gleichnamigen Platz gibt. Der junge Mann im i-Kiosk versorgte uns mit dem Stadt­plan und der Route zur Campa Torres. Die Flut schmälerte den Strand minütlich. Die alte Therme ist leider nur mittwochs, freitags und am Wochenende zugänglich. Die spinnen die Asturier.

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Iglesia San Pedro_______________Sonnige Plaza__________________An der Therme

Die Iglesia de San Lorenzo konnten wir auch nur von außen anschauen, da wir am liturgischen Dienst nicht teilhaben wollten. Günstigerweise liegt das alte Gijon gleich neben den geweihten Stätten. Auf einem Terrain von circa 200 × 200 Metern kann man durch alte, enge Gassen lustwandeln, wenn einem die Lust ob der deutlichen Gegensätze von aufgegebenen Geschäften und Häusern und noch überlebenden Touristenkneipen und Souvenirläden nicht vergeht.

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Bar Mercante
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Strand unter Wasser

Andererseits ergeben sich ganz lustige Konstellationen, wie das typische, öffentliche Wäsche­trocknen an historischen Gebäuden oder die rigorose Kennzeichnung einer ehe­ma­li­gen Sideria als „privado”. Wahrscheinlich haben ständig Touristen in der jetzigen Wohn­stu­be gestanden und nach einer Flasche Sidra gefragt. Wir tranken unsere Flasche in einer rustikalen Sideria am Hafen. Außer dem römischen Camp hatten wir in Gijon gesehen, was zu sehen war.

Wir folgten den Kennzeichnungen des Informanten auf dem Stadtplan und und endeten über dem Industriehafen auf einer sich in Kehren, schmal hinaufwindenden Gasse. Das konn­te nicht richtig sein. Wir drehten mitten in einer Kehre um, da nur hier Platz zum Wen­den war. Als wir dann der alten Hauptstraße folgten, war auch irgendwann der archä­ologische Park, nördlicher Ausgangspunkt der „Ruta del Torres”, angezeigt. Sehr schön. Im Eingangsbereich wurde uns sogar ein englischsprachiger Flyer zur Orientierung angeboten. Auf dem Besuch des Museums verzichteten wir, obwohl die fünf Euro Eintritt nicht zu teuer waren. Aber zum einen hatten wir keine Lust und dann kamen noch die ausschließlich spanischen Beschriftungen dazu.

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Ein Industriehirsch____________Römische Reste______________Römisches Ross

Trotzdem hatte sich die Fahrt hier hinauf gelohnt. Die römische Anlage aus dem fünften Jahrhundert vor Christus war schon ganz schön groß. Und die tolle Lage ließ uns Gijon als Stadt und Industrieanlage inklusive aller Häfen überblicken. Gerade wurde ein offen­sicht­lich leerer Schüttgutfrachter in den Hafen geschleppt. Das war ein imponierender Vorgang. Jetzt hatte die Heidi vom vielen Gucken Hunger bekommen.

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Vier Schlepper...
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...bugsieren das Schiff

Ich fuhr direkt zur allernächsten Futteraufnahmestation, wo wir auch vorzüglich bedient wurden, allerdings auch zu vorzüglichen Preisen. Das war aber ein Ordnung. Üblicherweise schlossen wir das Essen mit Flan und Café ab. Ach und der Wein20150908_150653.jpg
Ein trockener Weißer
war auch sehr gut ge­we­sen. Als wir wieder in Soto eintrafen, lud die Sonne zum Bade. Wir fuhren zu Pedros Strand hinunter, der überraschend gut besucht war. Heidi konnte sich allerdings nicht zu einem Meeresgang durchringen, bevor nicht ich die Temperatur und den Seegang getestet hätte. Also gut. Es stellte sich heraus, daß das das Wasser eher atlantische (Muxia) Tem­pe­ra­turen aufwies und Heidi nicht zum Schwimmen gekommen wäre, ohne ihre Haare zu benetzen. Das war's dann.

Zurück im Hotel versuchte ich den Track für unsere morgige Wanderung von de.wikiloc.com herunterzuladen. Ich meldete mich sogar dort an. Für die Nutzung auf einem Smartphone braucht man dann genialerweise eine kostenpflichtige App - nix da. Als Googletrack oder Garminfile klappte das Herunterladen sofort aber ich wollte den Laptop nicht unbedingt den Berg hinaufschleppen. Auch auf's Navi könnte ich den Track trans­for­mieren. Er wurde dort aber nicht angezeigt. Dann eben nicht. Versuch ich es noch einmal mit dem Ausdruck der Route. Inzwischen war es schon 20.45 Uhr und Spanien würde ge­ra­de in Mazedonien das EM-Qualifikationsspiel beginnen. An der Rezeption war nur die mittlere von drei Seiten ausgedruckt worden. Es sei noch was im Speicher, aber es von dort auf's Papier zu kriegen, schien unmöglich. Die Chefin erklärte sich bereit, nach der Wanderung zu suchen und uns die Route dann auszudrucken - supernett.

Als wir in unsere Sportsbar kamen, stand es schon 0:1. In der Wiederholung des un­glück­lichen Eigentores konnte man sehen, wie der Zufall so spielt. Ich spielte mit dem Ge­dan­ken, eine Doppelportion Empanadas zum Rotwein zu bestellen und Heidi suchte sich eine Pizza aus, die nach ihrer Aussage besser schmeckte, als sie befürchtet hatte. Beim Fuß­ballspiel verhielt es sich anders. Mazedonien saß wie das Kaninchen vor der Schlange und die Schlange wollte nicht mehr tun, als das 1:0 zu halten. Und das blieb bis zum Ende so. Als wir zurückkamen, erhielten wir unser praktisches Wanderjournal ausgehändigt.

¡Buenas noches!


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