Asturien - 7. September 2015
Valles de Osos

- _Teverga
Beim Frühstück gaben wir dem interessierten Studenten gern noch ein paar Tips bezüglich deutschsprachiger Autoren: Wilhelm Busch, Heinrich Steinfest oder Roald Dahl (Engländer mit norwegischen Wurzeln). Er bevorzuge nicht so bekannte Literaten. Es schleife sich alles Originelle so schnell ab, könnte gemeint sein. So, wir wollen los zu einem der Bärentäler und unseren neuen Freund zieht es nach Madrid - Aufwiedersehen!
Wir fuhren also hinauf in die Bärenregion, stellten unser Auto in San Martin, dem Hauptort Tevergas ab, brachten unsere Wegzehrung auf Vordermann und schnappten uns ein Taxi, um den Bärenmarsch bergan zu starten. Vorhin hatte uns die schmale Schneiderin noch gesagt, daß die Bären um 12.00 Uhr im Gehege gefüttert würden. Sie hatte uns sowieso ganz toll unterstützt und in San Martin angerufen, um die Busabfahrtszeiten und Ähnliches herauszubekommen, danke. Nur daß leider nichts wirklich stimmte. Es ist alles so lala. O.K. wir mußten einen Kilometer in die falsche Richtung laufen und zwar Straße, um zum Gehege zu gelangen.
- Schlaraffenland_______________Freigang____________________Alles recht bergig
Der Bärenfütterer überholte uns mit dem Auto. Ich hatte mir eine kleine Show vorgestellt, was wohl etwas zu optimistisch gewesen war. Daß Bären eben auch Allesfresser sind, ist ja bekannt. Aber muß man Äpfel, Birnen und das Baguette einfach nur auf den Boden schütten und dann das Weite suchen? Der eine der zwei Kleinstbären legte sich vor seinen Haufen und spielte Schlaraffenland. Gut, er lag auf dem Bauch aber die Früchte machten keinerlei Anstalten zu fliegen. Es genügt ja auch, wenn man einfach nur zuzubeißen braucht. Der zweite konnte sich offensichtlich vor Schmerzen nur schlecht bewegen. Aber satt ist er trotzdem geworden.

- Nach dem Bade

- Rio Trubia
Der einzige große Bärentyp war vor der Fütterung separiert worden, hatte schon ein Bad genommen und wartete nun auf sein Baguette mit Früchten. Also spannend ist was anderes. So fiel es uns nicht schwer, uns loszureißen. Der so gepriesene Wanderweg selbst hält zwar die angegebene durchschnittliche Steigung von 1,5 Prozent ein, ist durch seine Asphaltierung allerdings eher als Fahrradweg zu sehen. Beim nächsten Mal parke ich unten, fahr mit dem Taxi nach San Martin hinauf und rolle dann ganz bequem mit dem Fahrrad talwärts. Allerdings geht da der Kalorienhaushalt in die falsche Richtung. Na mal sehen.

- Proaza
Wir schlenderten also leichten Fußes bergan. Als die fünf Stunden Naturnähe geschafft waren, hatten wir diverse Tunnel, die entgegen den Reiseführeraussagen inzwischen beleuchtet sind, Brücken, Höhen und Tiefen passiert. In einer dem Parkplatz nahegelegenen Bar löschten wir unseren Durst. Jetzt geht's heim nach Soto. Oder wollen wir noch schnell mal zum Archäologischen Park schauen? Vielleicht hat sich ja die Öffnungszeit zum für uns Positiven verändert. Hatte sie aber nicht. Ab September ist nur noch bis 18.00 Uhr geöffnet. Dann fahren wir halt zurück nach Soto, da soll doch heute auch noch Volksfest sein.
- Natur pur___________________Unbeleuchteter Tunnel________Malerisch
- Rast am Bach________________Nicht mehr weit______________San Martin
Heute wollten wir ein Mal auswärts essen und hielten gleich am ersten Hotel im Orte. Hier gibt es schon ab 19.30 Uhr essen, eine ganze Stunde eher als in der Schneiderei. Nein, Menü möchten wir nicht, lieber á la Carte. Heidi verfiel sofort der angebotenen Ziege und ich fiel doch aufs Menü zurück. Allein die Vorsuppe, in einer riesigen Terrine serviert, hätte bequem drei Leute sättigen können. Heidi war mit ihrem Essen sehr zufrieden und ich mit meinen panierten Fischfilets nicht minder. Nur die Bedienung war ungewohnt schnippisch und lustlos. Und Heidis Ziege war nicht richtig erhitzt worden. Die Nacharbeit war eher kein Problem und erfolgreich verlaufen. Aber nocheinmal wird es uns kaum hierher verschlagen. Die Servierkraft hielt es nicht einmal für nötig, zu fragen, ob ich zu meinem Nachtisch einen Café möchte. Das hatten wir noch nie erlebt. Adios.
Vor der Kirche saß ein Diskjockey und beschallte den Platz mit spanischen Weisen. Das war dann doch auch nicht unser Ding. Zum Glück hatten wir noch eine Flasche Weißwein im Kühlschrank. Mit der begaben wir uns in den Aufenthaltsraum. Sofort wurden uns Gläser zur Verfügung gestellt und die Deckenbeleuchtung aktiviert. Wir hatten uns mit Anne-Marie und Aimé für heute Abend zu einem Stelldichein verabredet. Offensichtlich hatte ich nicht richtig nachgeschaut. Jedenfalls waren die beiden um 22.00 Uhr nicht erreichbar. Als es um 23.00 Uhr auch nicht klappte, schrieb ich eine Mail zu diesem Sachverhalt und wir schauten uns noch die Bilder vom Tage an, als plötzlich der iPod bimmelte. Ja, es sind 30°C und sie waren vorhin draußen. Aimé hatte Holz für den Winter gehackt und es brannte die Feuerschale. Bei 30°C. Und nächstes Jahr kommen sie nach Europa, so ist der Plan. Den genauen Termin stimmen wir noch ab. Nächsten Dienstag sprechen wir wieder. Prima, hat es ja doch noch geklappt.
¡Buenas noches!



