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Pravia

Donnerstag
10. September 2015

 
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Abgesang

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____Pravia

Weil wir es bisher noch nicht geschafft hatten, keltische Spuren anzuschauen, schlug ich vor, heute Nachmittag nach Pravia zu fahren. Auf der Landkarte war ein Zeichen eingedruckt, das auch bei der römischen Siedlung zu sehen war. Dort könnte etwas Interessantes präsentiert werden. Und weit weg ist es auch nicht. Den Vormittag verbrachten wir auf der Terrasse der alten Schneiderei. Als Heidi sich von ihrem Buch losreißen konnte, fuhren wir los.

Am Ortseingang war ein Hinweisschild auf die archäologische Stätte zu sehen. Es blieb aber das einzige. Die Marktstände wurden gerade abgebaut, da hatten wir also auch noch Geld gespart. Als ich endlich die Information gefunden hatte, war diese gerade vor 10 Minuten Minuten für zwei Stunden geschlossen worden. Ein Rückschlag nach dem anderen. Heidi hatte in der besuchten Boutique ebenfalls keinen Erfolg gehabt.

Wir gingen durch die Gassen der Altstadt, die wirklich sehenswert waren. Pravia war einmal die Hauptstadt Asturiens gewesen, aber das ist wohl schon mehr als ein halbes Jahrtausend her, denn auch die katholischen Könige waren hier am Geburtsort der Reconquista zu Besuch. Die Briefträgerin, die ich nach dem archäologischen Park fragte, meinte, so etwas gäbe es hier nicht. Mit ausladender Geste bedeutet die gute Frau rundum. „Na die Altstadt ist hier und wenn sie dort unten um die Ecke und über den dortigen Hügel gehen, ist da auch noch was.” meinte ich verstanden zu haben. „Muchias Gracias!”

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Historischer Platz_____________König Silo__________Brunnen der sechs Städte

Wie gingen hinüber auf den erwähnten Hügel und fanden das Rathaus mit klassischem Innenhof und noch ein zwei ältere Paläste. Zurück in der gastronomischen Hauptgasse Pravias nahmen wir an einem Tisch platz, auf dem eine Vorrichtung zum Einfüllen von Cidra stand. Sie hatte uns interessiert, aber als wir eine zu lange Zeit ignoriert wurden, war unser Interesse erloschen. Notfalls müssen wir uns die Cidra eben selbst einschenken.

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Calle del Rey
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Gegenüber der Bar

Wir fanden ein Stückchen weiter die Bar Casa Vilacimg3480.jpg
Man achte auf den Korken
, wo die Bedienung schnell und zuvor­kommend und das Angebot auch auf Englisch verfügbar war. Die bestellten Gerichte - Käseplatte, Sardinien und Salat - Wurden zugleich und so serviert, daß wir uns beide beliebig bedienen konnten, perfekt und sehr schmackhaft dazu. Auf dem Rückweg zum Auto konnten wir beobachten, wie vor den Restaurantes die Cidrareste des Tages weg geschrubbt wurden. Wenn das nicht geschähe, würden die Passanten wahrscheinlich spätestens nach einer Woche festkleben an dem Cidrabelag.

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Am Strand
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Heidi liest

In Soto wäre ich beinahe am Abzweig zum Strand, dem wir noch einen letzten Besuch abstatten wollten, vorbeigefahren. Ich habe die Kurve aber noch gekriegt. Die Sonne schien und der Wind war nur leicht am Blasen. Wir setzten uns an einen Tisch, um das Tagebuch zu füllen beziehungsweise zu lesen. Die Wellen waren gut unterwegs, was Heidi vom Baden abhielt. Für mich war es nicht warm genug, um in dieses kalte Wasser zu steigen. Unser Vogelfutter, ein etwas älteres Stück Brot, wurden wir auch nicht mehr los. Die anfangs vorsichtig interessierten Gartenrotschwänze hatten sich verzogen und Möwen waren auch keinen da. Schade eigentlich, es hätte vielleicht einige hübsche Fotos geben können. Hier geht die Saison offensichtlich zu Ende. Als wir zum Auto gingen, holte der Wirt des geschlossenen Strandcafés die Gasflaschen aus dem Haus. Adios.

Im Hotel schaltete ich den Fernseher ein, denn auf dem Canale Cinco wurde das Basketballspiel zwischen Deutschland und Spanien live übertragen, was keine deutscher Sender fertigbrachte. Sah ganz gut aus, Deutschland führte mit 22:18 und war am Ball. Leider kamen die Spanier besser ins Spiel. Es war gerade zum Ende hin ein spannendes Spiel, das in letzter Sekunde durch den letzten, nicht verwandelten Freiwurf verloren ging. Da war eine Menge Pech dabei. Bis zur abschließenden Paella war noch Zeit, die wir einfach totschlugen.

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Die absolut beste Paella

Die extra für uns auf Bestellung gefertigte Paella war ein Gedicht in Krebsgetier und Muscheln. Erstmalig hantierte ich mit einer Hummerzange und einem entsprechenden Werkzeug mit Spatel auf der einen und Spießern auf der anderen Seite, mit denen man auch in die dünnen Beine kam. Es war ein tolles Essenserlebnis, obwohl durch die viele Fummelei der Reis ziemlich erkaltete. Der Rioja paßte bestens dazu und zum Ab­schluß teilten wir uns noch eine Schoko­tarte. Beim Vorlesen aus dem Tagebuch ist Heidi dann eingeschlafen. Nein, stimmt nicht, es war danach.

¡Buenas noches!


Das obige Wappen ist von Heralder, ravens by Sodacan ([1], [2]) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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