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Abgesang

Donnerstag
11. September 2015

 
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Castro de Coaña

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____Pravia

Ein letztes Mal genossen wir das auserlesene Frühstück in der alten Schneiderei. Zu allererst wurden immer die, wie auch immer zu­be­rei­teten Eier, heute gerührt, aufgetragen. Dann kam der frisch gebrühte Kaffee. Die Marmeladen waren gut, aber der Honig aus einem sehr großen Glas war Extraklasse. Und zum Abschluss noch das eine oder andere Stückchen der verschiedensten Kuchen und Küchelchen. Da passte dann die zweite Tasse Kaffee gut dazu. Das musste nun ein Weilchen vorhalten.

Das Einpacken der Reste für die Weiterreise ging schnell. Als wir beim Bezahlen auf die Reaktion des Kreditkartenmoduls warteten, erzählte ich der Dame, daß wir genau den richtigen Familiennamen für Ihr Hotel führten, nur auf Deutsch eben. Das belustigte sie sehr. Im Gespräch kamen dann auch heraus, daß der zweite meist gegenwärtige, hilfreiche Geist ihre Schwester ist, wie ich es schon vermutet hatte. Trotz der völlig gegensätzlichen Staturen sahen sie sich Um die Nase herum ähnlich. Die Schwester käme so in einer Stunde zurück, aber so lange konnten wir nicht warten. Wir wollten schließlich noch in Coaña die Kelten­siedlung besichtigen und so sich das Wetter so gut hielte, durchaus noch mal schwimmen gehen. Also dann alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

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Das Emigrantendenkmal

Da wir also schon gegen 10:00 Uhr das gastliche Soto de Luiña verließen, hat­ten wir noch genügend Zeit, den ge­plan­ten Abstecher nach Coaña zu ma­chen. Dort beziehungsweise in der Nähe des Ortes gibt es den schon er­wähnten, sehenswerten Archäolo­gie­park. Und auf der Asturienkarte war auch an der Kü­ste ein Symbol für eine Grabungs­stätte eingezeichnet. Letztere ent­pupp­te sich als Denkmal für die Emigranten. Von dem Standort hatten wir immerhin einen sehr schönen Blick auf den großen, von Wellen verwöhnten Strand.

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Ziemlich große Anlage

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Aus dem 1. Jhd._____________Zimmerflucht_______________Erstaunliche Technik

Den wichtigeren Archäologiepark fanden wir nach dem Tanken recht gut. Für 3,13 € Eintritt gelangten wir in die von Mauerresten gebildete Siedlung keltischer Art. Diese runden, dicht aneinander gesetzten Gebäude berührten sich fast nie. Gemeinsame Mauern ließen auf einen zusammenhängenden Hof schließen. Anhand eines Ortsplanes konnten wir nachvollziehen, wo der Dorfplatz, die Saunen und die Hauptgassen waren.

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Wozu diente das große Gebäude?

Oberhalb soll eine Akropolis gestanden haben. Dort kommt man aber nicht hin.Und außenherum hatte es Gräben und Mauern gegeben. Der Besuch hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Eine solche Anlage hatten wir noch nicht gesehen. Jetzt könnten wir zum Abschluss noch baden fahren. Strände gab's ja genug. Heidi wollte immer an den Strand des Schweigens, Silencia oder so. Na mal sehen.

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Einsame Katze

Wir fuhren erst einmal weiter Landstraße in Richtung Westen. In La Caridad bogen wir in Richtung Norden ab. An der Biskaya ange­kommen, machte der Strand nicht gerade einen einladenden Eindruck. Nachdem wir ein Stückchen weiter nach Osten gefahren wa­ren, drehten wir mangels Alternativstrand wieder um. Und als wir aus dieser Richtung in die Bucht kamen, bot sich eine völlig andere Perspektive. Der Strand de Prome­nan­te war zwar immer noch kieselig, aber von hier aus konnte man sehen, daß die kleine Bucht durch umliegende Felsen so gut vor dem Wellengang geschützt war, daß sie eher einem Schwimmbecken glich, in dem auch gerade zwei neoprenierte Schwimmer ihre Bahnen zogen. Das war die Gelegenheit, unsere Badeschuhe zum Einsatz zu bringen. Sie zu tragen, war ausgesprochen angenehm.

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Die Flut kommt_______________Zerfetzter Himmel_______________Der Rettungsring

Zuerst schwamm ich ein wenig durch die Bucht. Man muß etwas aufpassen, weil hier und da Felsformationen bis kurz unter die Wasseroberfläche reichen, daß man sich nicht die Knie lädiert. Das Wasser schien mir auch bestimmt drei Grad wärmer als bei meinem letzten Bade zu sein. Dann war Heidi dran. Ich trug zwischenzeitlich unsere Klamotten etwas höher, da die Flut ziemlich zügig vorankam. Das Einzige, was hier fehlte, war eine Dusche. Aber dafür gab es einen Rettungsring.

Und als wir zum Auto gingen, war sogar die Strandbar geöffnet. Cappuccino gab's zwar noch nicht, weil die Maschine noch nicht soweit war, aber in 10 Minuten vielleicht. Ein Eis am Stiel mit Schoko und Karamell - Nein, nur noch dies oder das. Da lugte wieder das Saisonende um die Ecke. Danke, nein.

Von hier an nutzten wir die Autobahn zum Weiterkommen, bis uns ein Schild vor die Wahl stellte, weiter Autobahn zu fahren(90 km) oder die Landstraße 634 zu nutzen (65 km). Die Wahl fiel mir nicht schwer, denn bei 65 Kilometer wäre die Flexibilität der letzten Tankfüllung entsprechend größer. Und die 634 kam mir irgendwie bekannt vor. Tatsächlich kamen wir an unseren ersten Mittagsmenürestaurant vorbei. Das heißt wir hielten dort an und tranken einen Kaffee, die Mittagszeit war vorbei. Dabei kamen wir mit dem Wirt ins Gespräch, der 22 Jahre in Frankfurt bei Siemens gearbeitet hatte. Jetzt war er schon wieder 22 Jahre zu Hause. Ist doch verrückt. Ich hätte beinah vergessen, die zwei Euro für den Kaffee zu bezahlen.

Nachdem ich das Navi neu gestartet hatte, irgendwie hatte es unsere Position vergessen, führte es uns sicher zum „La Garcia”. Wir checkten nur schnell ein, brachten die Koffer in die Juniorsuite und machten uns auf, Santiago de Campostella zu besuchen. An der Rezeption wurde uns ein günstiger Parkplatz empfohlen, der nahe der Altstadt lag und nicht von der Bauerndemo für höhere Milchpreise betroffen war.

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Die Ruhe vor dem Sturm
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Prachtvolle Natur

Wir kamen aber immerhin an den abgeparkten Traktoren vorbei. Das Parkhaus lag im Nordosten der größtenteils Fußgänger und Parkverbotszone deklarierten Altstadt. Als wir aus dem Parkhaus traten, gingen wir direkt auf einen riesigen sakralen Bau zu, der sich als Convent und Kirche des heiligen Franziskus auswies. Aha. Wir bogen gleich links ab, wo wir an diversen Verkostungsangeboten, heiligen Mandelkuchen und andere Backwaren betreffend, vorbeikamen. Heute wollten wir nur kosten.

Schon 250 Meter später standen wir auf der Praza do Obradoiro und mußten erstmal nachlesen, was uns da alles umgab. Die Kathedrale war klar. Aber da gab es auch noch das Hotel der Kathoischen Könige, ein Universitätsgebäude, das Colexio de San Xerome und Unmengen Touristen. In der Information fragten wir nach einer deutschsprachigen Stadtführung. Damit könne man nicht dienen, aber ein entsprechender elektronischer Stadtführer würde 12,- Euro für 24 Stunden kosten (plus 25,-€ Pfand). Allerdings hatten wir heute wirklich keine Lust mehr.

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Das bunte Wesen
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Arkadengänge

Wir liefen noch bis ans westliche Ende der Altstadt, wo ein bunt glitzerndes, tierköpfiges Geschöpf versuchte, Münzen in seine Sammelbüchse zu bekommen. Es ist halt wie an den meisten touristischen Zentren, alle wollen sich etwas vom Kuchen der Gäste abschneiden. Und hier konzentriert sich das Spielchen auf eine Fläche von circa 800x500 Meter. Angenehm sind die vielen Arkadengänge, vor allem als es wieder leicht zu regnen begann.

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...die Altstadt

Wir suchten und fanden den Tisch einer Bar unter solch einem Bogen und ließen uns Bier bringen. Daß hier die spanische Sitte des Dazugebens eines Appetithappens praktiziert wurde, freute uns aus­ge­sprochen. So ein schmackhaftes, frisches Stück Tortilla hat schon was und hilft, die Lücke bis zum Abendessen zu stopfen. Wir bummelten weiter durch die feuchten Gassen in Richtung Parkhaus. Es gibt eigentlich nur Andenken- bzw. Pilgerläden und Markenshops, wo man keine Mitbringsel für Gärtnerinnen oder Freundinnen findet. Also haben wir garnicht erst gesucht. Um das Parkhaus nach zwei Stunden wieder verlassen zu dürfen, mußten wir etwas über 4 Euro hinblättern. Das ging eigentlich.

Und am Abend gingen wir in ein ungefähr hundert Meter vom Hotel entferntes Restaurante essen. Die Bedienung war heute nicht so freundlich, wie wir es meist erfahren hatten. Naja viele Gäste lassen die Kellnerin laufen und sie schien im Moment allein zu bedienen. Ich bestellte mir ein Kalbskotelett und Heidi einen grünen Salat. Der Geschmack ihres Salates färbte auf Heidis Laune ab, denn der war ziemlich sauer. Ich ließ Heidi an meinem Kalb teilhaben und wir waren dann auch beide gesättigt. Der kurze Rückweg zum Hotel tat uns auch noch gut.

¡Buenas noches!


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