Asturien - 12./13. September 2015
Santiago de Compostella und Heimreise

- ____Santiago
Da das Frühstück hier im Hotel nicht inbegriffen war, fuhren wir gleich nach der Morgentoilette wieder in die Stadt und ins selbe Parkhaus. Auf dem Weg ins absolute Zentrum kamen wir an den Animateuren mit den heiligen Kuchenhäppchen vorbei und wir kosteten fleißig, denn wir hatten ja noch nicht gefrühstückt. Wir suchten uns eine gut besuchte Bar aus, um endlich zu unserem Kaffee zu kommen. Dazu bestellten wir uns herzhaft belegte Brötchen und später noch Churros, die allerdings kleiner und nicht so frisch wie die in Andalusien waren.

- Das leere Eingangsportal
So, nun könnten wir uns die Kathedrale anschauen, ohne daß die Mägen noch knurrten. Wir liehen uns solche sprechenden Führer und kamen ohne anstehen zu müssen in die Kathedrale, nachdem unser Handgepäck kontrolliert worden war. Und bitte nur ohne Blitz und keine Betenden fotografieren. Alles klar. Wir kamen über ein Seitenschiff in diesen riesigen romanischen Bau. Touristen und Pilger dominieren das Publikum, wobei auch Gemeindeglieder ihren sakralen Aktivitäten nachgehen. Es werden Gottesdienste in verschiedenen Sprachen angeboten.
- Eine Seitenkapelle_______________Eine Skulptur_______________Tolle Kapitelle
Wir ließen uns das eine oder andere Kunstwerk, Ausstattungselement oder architektonische Highlight erklären. Es gibt rund zwanzig abrufbare Erklärungen in unserem Führer, wobei die Beschreibungen mit den Gefühlswelten eines Pilgers durchwoben waren. Das paßt sicher für die meisten Besucher des Hauses.

- Der begehbare Jakobsaltar

- Doppelte Orgel
Wir stellten uns sogar an die Schlange der Jakobusumarmer an. Über dem Altar und der Krypta steht die Figur des Heiligen mit goldenem, edelsteinbestztem Mantel und einer Muschel drauf. Ein Pater paßt auf, daß die Gäste keinen Unfug treiben. Man darf das Objekt der Begierde umarmen und betätscheln, was dazu führte, daß wir es hier schon nicht mehr mit dem Original zu tun hatten. Die Skulptur wurde rekonstruiert, weil der Mantel über die Jahrhunderte total abgegriffen war. Nachdem auch wir das goldene Tuch berührt hatten, gingen wir noch in die Sakristei. Alles ist für große Besucherströme optimiert. Nur daß die Besucher sich, zu einem nicht unerheblichen Teil, des Ortes nicht bewußt zu sein scheinen. Alle vier bis fünf Minuten bittet eine Stimme um angemessene Ruhe und darum, ausschließlich ohne Blitz zu fotografieren. Ein aussichtsloses Unterfangen.
- Hübscher Brunnen_______________Wuchernde Altstadt_______________Nur eine Figur

- Kathedralenpanorama
Nach zwei Stunden hatten wir genug nach den vielen Heiligen und den Menschenmassen. Am Eingang hatte sich inzwischen eine ungefähr hundert Meter lange Schlange gebildet. Zum Glück waren wir rechtzeitig hier gewesen und hatten die Besichtigung jetzt hinter uns. Um 14.00 Uhr mußten wir das Auto abgeben und bis dahin hatten wir noch genügend Zeit, ein paar Einkäufe zu tätigen, in eine Bar zu einem Bier mit Tappa einzukehren und schließlich den Backwarenproduzenten etwas abzukaufen. Für die diesmal vierstündige Parkhausnutzung bezahlten wir gerademal einen Euro mehr als gestern und das am selben Automaten.
Wir schafften alles Erworbene ins Hotel und fuhren anschließend zur Autovermietung. Den Tank hatten wir diesmal gut geleert. Die Tankanzeige würde bestimmt gleich zu blinken beginnen. Die Abgabe verlief völlig reibungslos. Wo denn unsere Koffer sich befänden - na im Hotel dort drüben. Wir liefen zum Italiener, der allerdings ausschließlich spanische Gerichte auf der Karte hatte. Das von mir auserwählte Kalbsfilet verwandelte sich auf wunderbare Weise in ein Kotelett. Es war zwar sehr gut, aber dieses Gericht hatte ich schon gestern genießen dürfen. Egal. Heidi hatte sich für Thunfisch entschieden, wozu wir den Rotwein der Woche orderten. Wir kamen dann mit den Gästen am Nachbartisch in ein kurzes Gespräch. Der Herr stammte zwar aus Spanien aber seine Tischgenossin aus England. Nette Bekanntschaft.
Als wir auf dem Rückweg erneut an der Autovermietung vorbeikamen, grüßte uns überraschender Weise die Angestellte. Den Rest des Tages verbrachten wir mit den letzten Reisevorbereitungen, Fernsehen, Lesen und Schreiben. Morgen wird die Nacht um 5.00 Uhr zu Ende sein, denn um 7.15 Uhr hebt das Flugzeug ab. Das Gewicht des Gepäcks hatten wir geprüft. Es war voll im Limit. Dann kann's ja losgehen.
Wir hatten an der Rezeption einen Weckruf bestellt und sämtliche Handies scharf geschaltet. Nach dem Duschen wurde die Badetasche verstaut, die Gürtel um die Koffer gelegt und ein Taxi bestellt. Das kam dann schon mit 6,-€ auf dem Taxameter an. Der Taxifahrer schaltete es aber bei 10,-€ ab, wobei wir da vielleicht 200 Meter vor dem Ziel waren. Jedenfalls waren wir pünktlich vor Ort, Die Gepäckaufgabe war fast leer und so hatten wir ausreichend Zeit, uns an der Selbstbedienung das Frühstück zusammen zu stellen. Alles lief wie am Schnürchen. Einen Großteil des Fluges verschliefen wir, die letzte Nacht war etwas kurz gewesen. In Tegel wartete das bestellte Taxi und um 11.30 Uhr trafen wir nach drei abwechslungsreichen und erholsamen Wochen wieder zu Hause ein. Ein etwas verregneter Urlaub hatte sein Ende gefunden.
¡Buenas noches!


