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Kap Touriñán

Sonnabend
29. August 2015

 
|Übersicht|

Wandern und Baden

Auch heute wurden wir tatsächlich ohne Wecker wach. Es war schon halb neun. Draußen war es noch bedeckt und ziemlich feucht. Na warten wir's mal ab, erstmal frühstücken. Die Wettervorhersage zeigte für den Vor­mit­tag die größeren Wolken, weshalb wir beschlossen, ersteinmal den Wasserfall des Rio Castro zu besuchen. Gestern hatten wir uns beim Per­sonal nach dem in Muxias Prospekt erwähnten, sehenswerten Natur­schauspiel erkundigt. Dadurch fanden wir es gut.

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Hundemüde
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Die Kapelle

Der von der EU geförderte, typisch spanische Grill­platz wurde von einer Kapelle aus dem 17. Jahr­hundert veredelt. Vom hiesigen Parkplatz sind's wohl noch bestens ausgebaute 200 Meter bis zum Wasserfall. Atem­be­rau­bend würde ich ihn nicht nen­nen, aber für die Gemeinde Muxia schon mal nicht schlecht, dem Wetter angemessen.

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Der Wasserfall
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Ein badender Ritter?
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Der Auslauf

Von hier aus fuhren wir zum neuerdings westlichsten Zipfel Kontinentalspaniens, wie die Informationstafel am Kap Touriñán betonte. Von hier aus kann man die Halbinsel sehr gut auf einem, im Internet beschriebenen Küstenwanderweg umrunden. Bis zu unserem Playa Nemiña getrauten wir uns mit dem kleinen Wasserfläschchen dann doch nicht, zumal nicht klar war, wie wir wieder zurück zum Auto kommen sollten.

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Vorgelagerte Insel

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Kap Touriñán
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Auf dem Wege

Aber auch die kleine, zweistündige Wanderung hatte seine Reize. Nur dieser Maccia­wildwuchs hinterließ ein paar Kratzer an unseren Waden, halb so schlimm. so, zum Einen hatten sich im Laufe der Zeit die meisten Wolken verzogen und zum Anderen war das Frühstück schon sechs Stunden her. Heidi favorisierte die „Bar Aleman” für einen Imbiß. Die war aber leider geschlossen und so wurde es nichts mehr mit weiteren Urlaubstips. Am Strand von Nemiña kehrten wir ins Restaurante ein. Mir waren gleich die Tintenfischteile am Nachbartisch ins Auge gestochen. Wie zufällig wählte ich das selbe Gericht, was sich als wirklich gute Wahl herausstellte. Die angenehme Schärfe der zarten, gegrillten Krakenteile gefiel uns sehr gut. Dazu gab's frisches Brot. Was will man mehr? Na gut, noch einen Flan zum Nachtisch inklusive Kaffee und wir konnten uns an den Strand begeben, wo wir uns abkühlen wollten.

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Lecker Tintenfisch
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Tangfreier Strand

Die Sonne wurde von keiner Wolke mehr an der Einstrahlung gehindert und es war offen­sichtlich Flut, denn von gestrigen Weite war nur ein kleiner Sandstrand übrig geblieben. Auch sah man die Tangberge nicht mehr. Heidi gefielen die Wellen, die das Schwimmen erschwer­ten, nicht und die ollen Sandfliegen, angezogen vom Tang, störten ebenfalls ungemein. Ich fand zwar einen tangfreien Zugang für mein Bad, aber auch weiter draußen schwebten viele zerfetzte Pflanzenreste herum.

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Herrlich!

Dann könnten wir doch nach Muxia fahren, wo der Strand vor Wellen wohl geschützt und das Wasser eindeutig sauberer ist, mal ganz abgesehen von den dort fehlenden Fliegen­schwär­men, meinte Heidi. Also gut, die dreizehn Kilometer sind ja nur ein Katzensprung und die Küstenstraße waren wir auch noch nicht gefahren. Natürlich herrschte auch in Muxia Flut und von dem am Montag genutzten Strand war nur die Treppe und das auch nur unvollständig übrig. Ich suchte mir eine Stufe im Schatten, während sich Heidi in die Fluten stürzte. Eine Frau beaufsichtigte zwei badende Mädchen. Als Heidi mir zurief, wie schön es wäre, gab die Frau ihre Deutschkenntnisse zu erkennen. Sie hatte mehrere Jahre in Liechtenstein gearbei­tet. Aha.

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Die Nebelbank

Das Wasser schien noch ein klein wenig kälter als am Strand von Nemiña. Es schwamm sich trotzdem hervorragend in dieser geschützten Bucht. Anschlie­ßend nutzte ich die Zeit schonmal, das Tagebuch zu füllen. Und Heidi las derweile weiter in der Pückler­bio­gra­phie, bevor sie erneut das kühle Nass genoss. Inzwi­schen schien unmerklich der avisierte Nebel aufzuziehen. Vom Leuchtturm am Praia de Lago war schon einige Zeit nichts mehr zu sehen gewesen. Nur die Rotorblätter der Windräder lug­ten regel­mäßig über die Nebelbank, denn auch hier schob sich eine vor die Sonne. Ohne die wärmende Urmutter war mir die Lust an einem weiteren Bade vergangen. Wir packten unsere sieben Sachen und überlegten, ob wir nicht gleich hier essen wollten.

O.K. das „D' alvaro” war überzeugend gewesen, schauen wir doch dort mal hin. „Nachmit­tags geschlossen, Küchenzeit ab 20.00 Uhr” interpretierten wir die aufgestellte Tafel. In den verbleibenden 15 Minuten könnten wir noch etwas trinken. Die Bar nebenan hatte genug freie Plätze und wir das Restaurant im Blick. Weißwein für Heidi, Orangensaft für meine Wenig­keit. Oh, Heidis Glimmstengel waren alle und die rettende Ersatzschachtel im Rucksack nicht zu finden. Dann muß sie im Auto sein, in der anderen Jacke. Es wäre ja nicht weit und unsere Barschaft könnte auch eine Auffrischung gebrauchen. Nebenbei parkte ich gleich noch das Auto um, damit wir es später nicht so weit hätten.

Als ich drei Minuten nach acht wieder in der Bar aufschlug, hatte sich im „D' alvaro” noch nix getan. Das mit der Pünktlichkeit ist so eine spezielle spanische Domäne - „mañana mañana. Gut, als sich auch kurz vor halb neun noch nichts tat, interpretierten wir die Tafel auf „Heute geschlossen” um. Alle weiteren Zeiten gelten vielleicht für morgen. Kein Problem, essen wir halt wieder bei uns.

Die Piementos waren uns ans Herz gewachsen, Heidi bestellte Frites zu ihren Muscheln und Salat. Mir genügte ein Toast mit Tomate und Serranschinken. Und siehe da, hier war unser hochgeschätzter Knoblauch eingebracht worden. Den könnten auch die Muscheln brauchen, erwähnte Heidi gegenüber Hugo. So ruft die Chefin ihren Sohn. Acho heißt die Knolle hier, wird aber eher Ajo geschrieben. Heidis Postre in Form einer sogenannten Käsetorte, also einem Stückchen davon, schmeckte umwerfend, hatte aber mit der deutschen Entsprechung reinweg garnichts zu tun. Hauptsache die Nachspeise kam an und das tat sie auch bei mir. Mein Postre blieb der Hierbas.


P.S.: Heute wurde erstmalig der Springbrunnen aktiviert, denn es regnete nicht.

¡Buenas noches!

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