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Die Rias

Sonntag
30. August 2015

 
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Besuch von Muschelfarmen

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_____Cambados

Leider hatte ich vergessen, den Wecker abzuschalten. Da das Handy auch noch im zweiten Schubfach der Kommode anstatt auf dem Nachttisch lag, mußte ich aufstehen, um die Bimmelei zu beenden. Heidi war begeistert. Immerhin schliefen wir noch einmal für ein halbes Stündchen ein. Das Wetter zeigte sich von seiner guten Seite, ein weiterer sonniger Urlaubstag lag vor uns.

Heute wollten wir in den Süden mit seinen tief eingeschnittenen Flußmündungsbuchten, Rias genannt, kennenlernen. Da Heidis gute Lesebrille und das lila Tuch verschwunden waren und die Vermutung nahe lag, daß wir beides in der Pizzeria in Noia vergessen haben könnten, fuhren wir dort vorbei. Die Brille blieb verschwunden, das Tuch bekam Heidi zurück.

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Capilla de la Valvanera__________Lauschiges Plätzchen___________Torre de San Sadurniño

Gegen 13.00 Uhr trafen wir in Cambados ein, dessen historischer Platz uns sofort gefiel und da dort auch gerade noch ein Parkplatz frei war, nutzten wir die Gelegenheit, uns hier umzusehen. Mal schauen, ob die selbsternannte Hauptstadt des hiesigen Weinan­bau­gebietes Alberiño hält, was sie verspricht. Wir stromerten durch die Gassen der Altstadt und trafen wie von selbst auf die Touristeninformation. Der Neubau ist selbst sonntags bis 14.00 Uhr geöffnet.

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Ebbe im Hafen________________Mittagsruhe___________________Im Laubengang

Wir erhielten einen Stadtplan, in dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten eingezeichnet und mit einem Kommentar versehen wurden. Aber nein, die Möglichkeit einer Bootspartie gäbe es hier nicht. Dazu müßten wir nach O Grove fahren. Alles klar. Dank der herr­schen­den Ebbe lagen die Boote auf dem Trockenen. Und sonntags nach 13.00 Uhr liegt alles lethargisch in der Sonne - Ruhe. Auf dem Rückweg kamen wir durch einen belebten Park, in dem eine Menge Buden aufgebaut waren, gesunde Naturprodukte anzupreisen. Wir probierten Brot und Pastätchen, die auf Kastanienmehl basierten, was sehr gut schmeckte. Allerdings sind die Maroni in Deutschland auch ungemahlen schon teuer genug. Auch andere Leckereien der Region genossen wir, bevor wir zu der kleinen Bar (Casa Germán) gingen, deren Balkon mit Wein zu einer Laube gewachsen war. Der vorhin noch besetzte, einzige Tisch dort gefiel uns sehr. Zu unseren Getränken wurden Erdnüsse und Oliven gereicht. In der Küche arbeitete die älteste Generation an der Herstellung von Empanadas. Ich bat die Köchin uns auch zwei zu bereiten. Das war eine gute Entscheidung. Die mit Thunfischsalat gefüllten Teigtaschen waren ein Gedicht und wir waren ersteinmal gesättigt. Und alles in der Weinlaube genossen - phantastisch.

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Weinverkauf____________________Francisco Asorey___________Wunderschön

An einem wunderschönen Hof wiesen Aufsteller auf einen Weinverkauf hin, der im hinteren Teil des Gartens untergebracht war. Die Weine der Region Albariño werden zwar gern verkauft aber nicht zur Verkostung dargeboten. Das könne man nur in der Vinothek an der Casa San Miguel. Der empfohlene Wein „Rouza de Albariño” hatte zwar 2011 mehrere Preise abgräumt, was aber für den aktuell angebotenen 2014er Jahrgang garnichts zu bedeuten hat. Auch in der Vinotheka am Praza de Fefiñanes gab es keine Kostproben und dadurch auch keinen Umsatz. Übrigens hätte eine Flasche des erwähnten Weines 7,- € und das Dreierpack 21,- € gekostet, ein für uns ungewohntes Preisgefüge, aber nicht wirklich störend. Der Besuch Cambados' hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

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Mein Revier
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Wo sind die Touris?
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______O Grove

Nun fuhren wir entlang der Küste weiter nach O Grove, dem touristischen Zentrum der Gegend. Am Hafen waren die typischen Boots­partiekioske total verwaist. Um 15.30 Uhr passierte hier garnichts, außer daß Heidi sich eine Zuchtperlenkette für 10,-€ gönnte. Vor dem Hafen, also in der Bucht liegen hunderte Muschel­zucht­pontons, was wahrscheinlich auch zu einem entsprechenden Perlenaufkommen führt. An dem Pier, wo diverse Aus­flugs­katamarane lagen, betraten wir die zentrale Kasse. Das nächste Boot startet um 16.00 Uhr und schippert anderthalb Stunden durch die schwimmenden Muschelbänke der Ria Arousa. In den 13,-€ Fahrpreis sind Wein und Muscheln enthalten, wenn wir das richtig verstanden haben. In zwanzig Minuten geht's los von Anlegestelle 4. Natürlich wird auch hier alles Mögliche, aus Muscheln Herstellbare an den Touristen gebracht. Selbst eine circa dreißig Zentimeter große Ente war im Angebot neben dem obligatorischen Schmuck.

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Sonniges Kerlchen
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Die Muschelbänke

Die zehn Interessenten, die wir waren, schienen ein so großes Schiff nicht auslasten zu können und so wurden wir an den Einstieg 1 gebeten. Eine spanische Seniorengruppe war schon an Bord und ganz gut drauf. Hier war dann das Oberdeck gut gefüllt. Wir schlängelten uns durch die Pontons und warfen ein Blick auf den Golfplatz der Millionärsinsel A Toxa. Der bildete dann auch den Hintergrund für die allerdings nur mit einem spanischen Kommentar begleitete Demonstration der Muschelbankfunktionsweise. Ein geschickter Bootsjunge turnte auf dem nächsten Ponton herum und zog, den Erklärungen folgend, die passenden, muschelbesetzten Seile aus dem Wasser. Die Miesmuscheln saßen dicht an dicht daran und die großen Jakobsmuscheln in großen Abständen. Dazwischen gab es auch eine weitere Muschel- und Abstandsvariante - nette Demonstration.

Wir tuckerten weiter durch die Ria und konnten in der Ferne Cambados erkennen. Nun war es jedoch an der Zeit, die Muscheln, den Weißwein und Orangenlimonade aufzutragen. Dazu kam noch ein Schälchen Langustinos. Sechs Personen teilten sich jeweils zwei Platten Muschel, zwei Schälchen Krustengetier und die Getränke. Zu rechten Zeit wurde eine dritte Muschelplatte und die zweite Flasche Wein angeboten. Wir nahmen dankend an. Durch die Konzentration auf Essen und Trinken verging die Zeit sehr zügig, ohne daß uns die abwechs­lungsarmen Meeresfarmen ablenkten. Heidi schaute sich vom Unter­was­ser­aus­sichts­deck einen Tangwald an.

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Tanzen tut gut

Inzwischen war die galicische Musik eindringlicher geworden und die Seni­oren legten eine flotte Sohle auf's Deck. Die Stimmung war blendend. Und schon war die Zeit um und der kurzweilige Ausflug zu Ende. Hat Spaß gemacht.

Wir besorgten uns ein Baguette, denn in unserem Ceferino bleibt heute die Küche kalt, bevor wir an den berühm­ten, fruchtbarkeitsfördernden Strand von Lanzados fuhren. Hier ist das Was­ser ungefähr 5°C wärmer als an der Atlantikküste. Trotzdem reichten die Wellen aus, Heidis Haare zu erwischen. Und auch 21°C sind noch recht er­frischend. Als plötzlich dichter Nebel auf­zog, verzogen wir uns in Richtung Hotel. Über die Autobahn ging's für 4,75 € direkt zurück nach Frixe, wo wir gegen 21.30 Uhr eintrafen.

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Strandleben
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Vom Nebel verhüllt

In der ortsansäßigen Bar erstand ich eine Flasche Crianza aus dem Riojagebiet für 5,90 €. Ich hätte auch einen Tempranillo für 2,80 € haben können - unglaublich. Im Hofe sitzend nahmen wir unser Abendmahl ein, genossen das Wetter und den Wein. Giesela riefen wir noch kurz an und auch mit Maximilian und Li wurde erst telefoniert und später via Facetime kommuniziert. Ein angenehmer Ausklang für diesen ereignisreichen Tag.

¡Buenas noches!

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