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Urlaubsauftakt

Sonnabend
10. Mai 2008

 
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Madeira.gifBerlin - Zürich - Funchal

Nachdem gestern die letzten Reisevorbereitungen erfolgreich abgeschlossen worden waren, ich hatte aus Hameln kommend den Garten inspiziert und die Koffer gepackt, sollte es heute beizeiten losgehen. Früh krümmt sich, was ein Haken werden will. Nur ohne Taxi war die Krümmung erst einmal unterbrochen. Unsere Bestellung war in Vergessenheit geraten und die Klingel am Hause funktionierte auch nicht. Zum Glück konnten wir unsere Bedürftigkeit telefonisch anmelden. Mit zehnminütiger Verspätung (5.40 Uhr) ging's los. Wir kamen bestens durch die Stadt und als wir nach dem Flugsteig Ausschau hielten, mußten wir feststellen, daß Air Berlin Flug 8650 statt der vereinbarten Zeit (7.05 Uhr) schon um 6.50 Uhr abzuheben gedachte. Um 6.10 Uhr stiegen wir am Gate A5 aus und begaben uns unter freundlicher Mithilfe Herrn ... zum check in. Eine halbe Stunde vor Abflug schließt heutzutage das Gate bei innereuropäischen Flügen. Wobei die Schweiz ja nicht zur EU zählt. Es ging alles glatt und Heidis erste Aufregung hatte sich wieder gelegt. In Richtung Osten startend, zogen wir noch eine Schleife über Karlshorst, bevor wir in Richtung Zürich abbogen. Leider bekamen wir von der Sicht bei diesem herrlichen Flugwetter kaum etwas mit, weil wir nur noch Mittel- und Gangplatz bekommen hatten. In Zürich starteten wir mit schweizer Pünktlichkeit, obwohl wir vor der Landung einige Ehrenrunden gedreht hatten. Vierzehn Flugzeuge warteten schon länger als wir. Außer einer zehnminütigen Ruckelphase war auch dieser Flug ausgesprochen angenehm. Wir beglückwünschten uns nur, daß wir bei unserer ganz persönlichen Körpergröße verharrt sind. Die Reihen sind doch recht eng anberaumt. Egal, die vier Stunden standen wir gut durch. Durch den starken Rückenwind waren wir sogar vor der Zeit in Funchal und hatten schon um 13.15 Uhr Ortszeit (minus 1 Stunde zur MEZ) unsere Koffer, holten uns das gemietete Auto (einen nagelneuen Renault Clio) und düsten nach Ponta do Sol.

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Den Atlantik zu Füßen

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Unser Stammplatz

Jedenfalls erwartete uns Herr Dr. Meier noch nicht so zeitig, da die Weiterleitung der gemailten Ankunftszeit Interpretationsmöglichkeiten offen gelassen hatte. Aber es war ja jemand zugegen. Wir beglichen unsere Restschuld und wurden dann zu unserem Ferienhaus geleitet. Der Parkplatz in der Nähe ließ nicht viel Raum und so stellten wir den Clio an der Straße ab. Wir waren heilfroh, daß das Haus bergab lag, denn schon mit dem Auto ist die Straße bergauf nur im ersten Gang zu bewältigen. Nach der ausführlichen Einweisung inclusive Lage der Supermärkte, schafften wir die Koffer ins Haus und fuhren nach Ribeira Brava zum Wochenendeinkauf. Wir verpaßten prompt den am wärmsten empfohlenen Markt, um dann hinter dem Fußballplatz doch noch fündig zu werden. Für gute 60,- Euro sind wir nun erst einmal eingerichtet. Diesmal war auf dem Parkplatz platz und wir schafften es tatsächlich, das Eingekaufte auf einen Ritt ins Haus zu buckeln.

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Die Berge im Rücken

Nach dem Einsortieren der Güter begaben wir uns über den Arbeitsweg in den Ort. Der Weg mündet direkt zwischen der Bar "Inferno" und dem Minimercado auf die Hauptstraße. Auf dem Weg zur Strandbar passierten wir die von einem Baulaster und zwei PKWs zugeparkte Bushaltestelle. Heute wird hier kein Bus mehr halten, das sieht man schon. Da ist auch schon die Strandbar mit dem laut Herrn Dr. Meier überteuerten Bier (0,3 l - 1,30 €). Aber man sitzt am Atlantik. Gut, die mit dem Bier gereichten Appetitshappen waren nichts für mich und Heidi ließ den Rest der borstigen Schweineohren und Pansenleckerli nach einer mutigen Kostprobe ebenfalls liegen. Die Speisekarte war wider Erwarten ziemlich umfangreich. Ich entschied mich für eine Portion Muscheln mit Brot, mit der vagen Hoffnung, Frankreichs Küche hätte einen gewissen Einfluß. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Es gibt aber auch porugiesische, äußerst wohlschmeckende Muschelgerichte. Jede einzelne der sieben, eher austernmäßig dargebotenen, hier aber gegrillten und mit Knoblauch und einer Remoulade gewürzten Muscheln war ein gedicht (á 1,- €). Das Achtel Avocado paßte auch ganz gut zum Knoblauchbrot. Heidi fragte die Kellnerin, ob es sich bei dem ausschließlich auf portugiesisch angekündigten und in die engere Wahl geratenen Gericht um gebratenen Fisch handele. "Ja" lautete die Antwort, was zum Zustandekommen der Bestellung führte. Und schon wieder ein Mißverständnis! Heidi meinte, es könnte sich um Meeresschnecken handeln, sie seien jedenfalls ziemlich fest im Biß. Die erwarteten Pommes frites erschienen nie. Offensichtlich hatte meine Bitte hinsichtlich der Beilagenbestellung den Eindruck der Ausschließlichkeit von Brot erweckt. Ich glaub, wir machten den Eindruck, eine Meeresfrüchtediät zu leben.

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Da fehlt schon einiges
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Durch diese hohle Gasse...

Den anschließend erkrabbelten "Irischen Winkel", wie Dr. Meier ihn nannte, fanden wir nicht so toll. Das Meer hatte hier einiges an Tribut weggebrochen. Also baden werden wir hier wohl kaum. Nach der Erkundung weiterer versteckter Pfade waren wir schnell wieder am Haus. Wir gewohnt wurde Tagebuch geschrieben und gelesen. Der Fernseher rauscht sowieso nur und das auf portugiesisch. Keine Ahnung von den fußballerischen, deutschen Auf- und Abwärtsbewegungen. Ich werd trotzdem gut schlafen. Die Wasserfälle rauschen in der Ferne...

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