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Badetag

Sonntag
18. Mai 2008

 
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Sonntagsspaziergang

Eigentlich sollte man am Sonntag mal die Beine langmachen. Aber wenn der Himmel strahlend blau mit minimalem Wolkenaufgebot aufwartetmüßte doch in den Bergregionen (höher als 1500 Meter) etwas gehen. Und die Wanderung um die Bica da Cana ist mit gut zwei Stunden Gehzeit und 150 Höhenmetern ja eigentlich einem Sonntagsspaziergang angemessen. Heute ist auf den Straßen ordentlich was los. Zu den Touristen gesellen sich auch noch die familienbewußten, unternehmungslustigen Insulaner. Und wir müssen noch tanken. In Ribeira Brava geht das gut. “Volltanken bitte!” Für 67,- € (Säule 2, 139,9€Cent der Liter) war alles erledigt. Obwohl der Tankwart erst 78,16€ haben wollte. “Welche Säule?” Irgendwie muß die Füllstandsanzeige spinnen, nur dreiviertel voll bei 50 Liter?

Die traditionellen Ausflugsziele sind gut besucht, so haben wir den Eindruck. Am ersten, neuen Parkplatz hatten wir zu bald gehalten, zumal an der im Wanderführer angegebenen Stelle erst ein Auto stand (5 oder 6 sind möglich). Wir wechselten das Schuhwerk und folgten den Vorgaben unseres Wanderführers. Zur Zeit ist der Zaun neben der beschriebenen Leiter niedergerissen. So sind die Touristen hald. Die Horizontale hatten wir schnell erreicht und so genossen wir unseren Sonntagsspaziergang bei herrlichstem Sonnenscheine.

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Ein versteckter Wasserfall am Rande
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Ein Wasserfall folgt dem anderen

Es kamen uns kleinere und größere Wandergruppen entgegen, die vielleicht an der R100 gestartet waren. Der feuchte Weg ist bestens begehbar. An der Levada gibt es tolle Fotomotive und bei dem Kessel der Wasserfälle holten wir unsere Regenjacken aus den Rucksäcken. Es wäre auch ohne gegangen, denn der einzige voll auf den Weg prasselnde Fall läßt sich an der Wand leicht umgehen - jedenfalls heute.

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Der Pináculo rechts am Rand...
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...und von der Steinbank aus

Am Pináculo rasteten wir auf der Steinbank. Doch, bis zum Abstieg (Höhenverlust) würden wir noch weiter spazieren. Und das lohnte sich wirklich. Wir genossen den Blick ins Tal auf Boca da Encumeada und Serra de Agua. Diesen Abstecher sollte man sich nicht entgehen lassen. Auf dem Rückweg verließ uns der Wettergott und die Wolken begannen alles einzuhüllen und zu vernebeln. Wir waren nur gespannt, ob wir den Abzweig nach Caramujo finden würden. Den im Wanderführer erwähnten Pfeil hatte ein Leidensgenosse aus Steinen quer zum Weg gelegt. Einen anderen sahen wir nicht. Der bergaufführende Weg als solcher sollte uns bei entsprechender Aufmerksamkeit auch so aufgefallen sein.

Der Nebel wurde immer dichter, was es an Aussichten ermangeln ließ und den Drang ins heimelige Ferienquartier verstärkte. Daß die zwei einzeln stehenden Bäume auch bei Nebel auszumachen seien, können wir so nicht bestätigen. Wenn man allerdings beim Bergaufgehen auf einen etwa 5 Meter breiten, roten, steinigen Fahrweg trifft und eh nichts sieht, kann man ihm getrost nach Norden - also rechts - folgen und passiert innerhalb der nächsten 5 Minuten die Gebäude der Berghütte Bica di Cana auf dem Weg zum Parkplatz. Wir hatten für die neun Kilometer zwei Stunden und fünfundvierzig Minuten gebraucht.

Auf dem Rückweg hielten wir noch am Kiosk/Andenkenladen am Encumeadapass, aßen Eis und kauften ein rotes Madeira-Basecap und elf Ansichtskarten. Doch sieht gut aus und paßt astrein zur roten Jacke. So, jetzt ist auch diese Wanderhose mit weißen Schweißrändern verunziert. Wir sollten mal die Waschmaschine anwerfen. Waschpulver hatten wir ja schon erstanden. Leider ruckte und rührte sich nichts. Strom ist da, der Wasserhahn geöffnet, aber es läuft nicht. Schade eigentlich. Nikolau ist nicht da und Dr. Meier meint, dann sei er wohl arbeiten (am Sonntag?) und dort darf er sein Handy nicht benutzen. Aha. Er würde ihm bescheidsagen und dann käme er abends sicher noch vorbei. Na gut, ich machte es mir auf der Dachterrasse bequem und Heidi liest lieber auf der Terrasse vorm Haus.

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Doch noch satt geworden

Von den elf Ansichtskarten hab ich gleich mal sieben ausgefüllt, wobei mir erst im Nachhinein auffiel, daß mir Achims neue Adresse fehlt. Notfalls kriegt er sie hald persönlich überreicht. Langsam könnte ich dann mit dem Grillen beginnen. Etwas Berliner Zeitung, ein madeirischer Riesentannenzapfen, das sollte genügen, die Holzkohle zum Brennen zu bekommen. Ich hat mal wieder nicht richtig hingeschaut. In einem der hinterlassenen Grillkohlesäcke fanden sich die gefürchteten Briketts. Mit einem bischen guten Willen wurde die Glut trotzdem bereitet. “Aber zuerst müssen die Hähnchenbeine drauf. Die dauern immer so lange.” Na gut. Eines der drei Steaks garte ich dan parallel zu den am Rande geparkten Beinen. Es zog sich. Wir begannen schon mal mit den Hähnchenteilen. Doch - alles war gut. Mich beunruhigte nur die mangelnde Hitze. Die Luft stand und kein thüringer Grill... Ich warf die letzten Briketts in die Schlacht. Es würde etwas dauern, bis es mit den restlichen beiden Fleischscheiben zu einem hoffentlich glücklichen Ende kommen würde. Die Pappe der Pizzaschachtel tat beste Wedeldienste und nach und nach wurden auch die Steaks gar. Wer hat nur diese doofen Grillbriketts erfunden? Heidi meinte, ihr Steak hätte etwas vom Geschmack angezogen. Das kann doch nicht gut sein, hier muß Holzkohle her!

Nikolau läßt uns scheinbar hängen, oder hat es Dr. Meier versust, bescheid zu sagen? Ich spiel die Fotos noch rüber und es werden immer mehr Bilder, die eventuell bessere Wiedergaben ermöglichen, wenn man sie kombiniert. Aber das kostet Zeit. Selbst das Tagebuch mußte heute warten, was nicht so toll ist. Wenn doch aber die Bilder so schön sind? Richtig, die laufen nicht weg, aber mit jeder Stunde wird die Distanz zum Erlebten größer. Heute ist schon Sonntag, ich muß alles nachtragen und hatte eigentlich schon vergessen, daß Heidi heute früh erst bemerkte, daß der Kühlschrank vom Netz abgekoppelt war. Aber ich hole auf. Ich hab ja auch viele Urlaubskartengrüße versandt. Beruhigend rauscht der Wasserfall.

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