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Wandertag

Montag
19. Mai 2008

 
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MCH1.png Ponta de Sao Laurenço

Auch heute blaute der Himmel gut auf. Die östlichste aller madairischen Halbinseln wollte erwandert werden, aber erst nach dem Frühstück. Auch am Flughafen kennen wir uns jetzt aus. Wir müssen ersteinmal die Ankunftsebene passieren, um zu unserer Autovermietung zu gelangen - alles klar.

Am östlichen Ende der Insel war heute viel Platz zum Parken. Wir verloren uns volle dreieinhalb Stunden in dieser wundervollen Landschaft.

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Felsen vor der Nordküste

Anfangs hielt sich die Sonne bedeckt, was die Farben der Felswände nicht so richtig zur Geltung brachte. Die vulkanischen Strukturen werden trotzdem auf den Fotos gut erkennbar sein, hoffe ich. Porto Santo war garnicht zu sehen und von den Desertas nur Schemen. Aber die Küsten beeindruckten trotzdem.

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Westliche Seite der Bucht

Wir wanderten bis zum für uns zugänglichen letzten Ende. Heidi saß noch ein Zacke davor, als es zu sprühen begann. Sie holte ihre Regenjacke heraus, was ich noch vermied. Ich wollte eher die Sonne mit meiner Brille und den kurzen Hosen zu verstärktem Durchgreifen überreden. An den Picknicktischen unterhalb der Casa do Sardinha hatte sie dann ein Einsehen. Jedenfalls hörte es auf, zu pieseln.

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Der Blick zurück
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Viel weiter geht es nicht
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Naturschutzstation und die Desertas

Und plötzlich wurde die Luft auch klarer, die Wolken suchten das Weite, wie die Flugzeuge, die heute ständig am Starten waren, wenn sie nicht gerade landeten. Wenn die Desertas gut zu sehen sind, wird auch das Wetter gut, hat Heidi irgendwo gelesen. Das wär doch mal was. Vielleicht klappt's ja noch mit dem Pico Ruivo, der bisher ausschließlich in den Wolken herumstand. Mal abwarten. Wir verspeisten erstmal unser Picknickbrot, lauschten französischen Sprachfetzen, die hier fast die deutschen in den Schatten stellten und fühlten uns einfach wohl.

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Fischaufzucht im Süden

So trödelten wir dann auch zum Auto zurück. Viele frühere Fotomotive erschienen nun im Sonnenschein also völlig neuem Licht und wollten hier und da erneut aufgenommen werden. Da wir Funchal schon zwei Mal besucht hatten, wollten wir heute Machico unsere Aufwartung machen. Es gibt überall viel zu sehen. Wir parkten günstig, sprich gebührenfrei im Fischerviertel. Unseren Durst stillten wir in einem Restaurante am ehemaligen Markt, der mit moderner Architektur beastet worden ist. Die Toilette ist dort drüben - zentral.

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Moderne Marktarchitektur
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Die Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert

Im ehemaligen Fort bekamen wir einen Stadtplan, in dem auch die Post verzeichnet ist. Wir hatten nämlich immer noch keine Briefmarken für die vielen, zu versendenden Karten. So ein putziges, dreieckiges Fort hab ich noch nicht gesehen. Es soll auch "nur" gegen Piraten errichtet worden sein. Trotzdem hat es was, auch wenn es nur die Botschaft ist, daß man sich wehren wird. Die Briefmarken bekamen wir, wie erwartet in der Post und die Karten wurden frankiert und umgehend in die richtige Kiste sortiert. Eine deutschsprachige Zeitung gibt es in Mochico nicht zu kaufen, wie der jüngere Bruder einer Zeitungsverkäuferin glaubhaft versicherte und extra in Funchal in die Innenstadt vorzudringen, war es nicht wert. Im Supermercado kauften wir Mückentötolin und ein Mix tiefgekühlter Meeresfrüchte. Die würden gut zu den noch vorhandenen Spaghetti passen. Schönes Einkaufen hier.

Auf der Autobahn waren wir schnell und nach Heidis Hochrechnungen zehn Minuten zu früh in Lugar de Baixo. Ich verzog mich auf's Sonnendeck und nahm das Tagebuch mit, weil es so sehr hinkte und zwar hinterher. Das sah bis zum Abendessen schon viel besser aus. Auch das Abendessen sah sehr gut aus. Die Spaghetti mit den Früchten des Meeres und alles so lecker wie gewohnt. Nur die Waschmachine geht immer noch nicht.Ob die Klingel an Nikolaus Haus geht ist mir nicht klar, reagieren tut jedenfalls niemand. Die SMS an Dr. Meier war schnell geschrieben. Als Nikolau dann schon am Werkeln war, kam die Antwort, Nikolau sei nicht auffindbar. Nur gut, daß er hier war. Allerdings konnte er auch nicht helfen, wobei ihm seine Frau hilflos zur Seite stand. Es blieb nichts übrig, als die Waschmachine zu wechseln. Nikolau holte die Wäsche ab und versprach, sie gegen 23.00 Uhr wieder zu bringen, gewaschen versteht sich. Schrankfertig wäre wohl übertrieben. Im Übrigen habe ich ihm unsere kleinen Nöte geschildert - das unsachgemäß montierte Antennenkabel, die defekten Sonnenbänke und Lampen. Er war wirklich sehr aufgeschlossen und redete zumindest darüber, daß er vorhabe, neue Liegen zu kaufen. Die Wartezeit verbrachte ich mit dem Überspielen und Bearbeiten der heutigen Lichtbildaufnahmen. Als wir sie uns dann angesehen hatten, tauchte auch Nikolau mit der Wäsche auf. Wir verteilten sie unter dem beruhigenden Rauschen des Wasserfalles auf unsere zwei Wäscheleinen. Endlich konnten wir zu Bett gehen, denn die chemische Insektenkeule hatte ich schon vor einigen Stunden zum Einsatz gebracht, damit genug Zeit zum Lüften blieb. Ich hoffe, jetzt ist erstmal Ruhe im Schiff, bis auf das Rauschen des Wasserfalls.

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