Schottland - 28. Mai 1993
Anflug auf Schottland
Der liebe Adolf hat uns prima zum Flughafen Tegel gebracht. Und als wir ausgestiegen waren, und uns an die Schalter begeben hatten, stellten wir fest, daß wir genau richtig waren, was auf diesem riesigen Gelände an ein wahres Wunder glauben läßt. Das sollte aber auch das letzte sein. Von da an wunderten wir uns des öfteren aber nur über Ungereimtheiten. Das erste Mal wunderten wir uns, als wir in Birmingham zwischenlandeten. Alles mit raus aus dem Flugzeug und nicht etwa in einen Transitraum, sondern nochmal durch die Sicherheitskontrolle. Wir waren begeistert, mal ganz abgesehen vom Zeitverlust. Um 17.10 Uhr landeten wir endlich in Edinburgh. Wir entschlossen uns dann kurzfristig, ein Taxi zu chartern, um nicht noch unnötig mit den schweren Koffern in der unbekannten Stadt nach dem Hotel zu suchen.

- Das Glenorchy Hotel

- Die altehrwürdige University
Das Zimmer war sauber und mit Dusche und WC nachgerüstet. Wir haben nur das Gepäck abgestellt und ab ging's auf Erkundungsgang. Um 8.00 Uhr p.m. waren wir bis in die City gelangt, hatten die altehrwürdige Uni entdeckt, das Castle umrundet und die Neue Stadt in Augenschein genommen. Um unsere, sich nun langsam bemerkbar machende, Pflastermüdigkeit zu überwinden, kehrten wir ins "La Tasca" ein. Der 1856 gegründete Pub kam uns mit seiner happy our von 7.00-9.00 Uhr p.m. sehr entgegen. Das Essen (gammon steak, fried heddock) war gut und reichlich. Es hatte nur etwas gedauert, bis wir gemerkt hatten, daß man nicht nur das Bier am Tresen holt und sofort - ohne Trinkgeld - bezahlt, sondern auch gewünschte Speisen diesem Prozedere unterliegen. Am besten mundete uns jedoch der "Isle of Jura", ein sehr guter Malt. Auf dem Heimweg kehrten wir dann noch in den neben der Uni gelegenen "The Advocat" ein, einem richtigen Studenten-Pub. So voll der Pub mit Leuten und die Regale mit alten Folianten war, von den Gästen war niemand abgefüllt. Nur die Gläser wurden unaufhörlich und schnellstens mit Guinness nachgefüllt. Das Bier lief hald und wenn mal ein Glas überlief, so war das eher der Normalfall denn die Ausnahme und sicher im Preis einkalkuliert, oder?

- Bus Stop in der George street
Was uns schon am ersten Tag beeindruckte, waren die Unmengen Busse; keine Chance vorherzusagen, wohin die alle fahren. Und wir haben natürlich generell in die falsche Richtung geguckt, wenn wir über die Straße wollten. An manchen Kreuzungen gibt's sogar Ampeln, die von den Fußgängern aber meist ignoriert werden. Ich denke, sie mögen die Autofahrer, denn meist bedeutet das Drücken des Ampelknopfes, daß die gesamte Kreuzung gesperrt wird und nur die Fußgänger in alle Richtungen gehen dürfen. Andererseits gibt es viele Kreuzungen, die nur für die Autos geregelt sind und die Fußgänger müssen hald zusehen, wie sie rüberkommen. Da kann man sich auch dran gewöhnen. Und außerdem geht's schneller - auch ins Bett.
Jost



