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Cava Grande

Montag
22. Mai 2006

 
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Avola.pngDer Grand Canon Siziliens

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Neugierige Beobachter

Schon um 8.00 Uhr waren wir auf dem Weg zum Grand Canon Siziliens - der Cava Grande. Der größte Teil der Wegstrecke war uns schon bekannt und so kamen wir bis Ispica hervorragend voran. Dort folgten wir dem "Verkehrsleitsystem" und einem LKW, den bei der kurvigen Strecke nur beherzte Sizilianer überholt hätten - vielleicht. In Avola kamen wir dann sozusagen durch die kalte Küche, was so seine Zeit brauchte. Und prompt hatten wir wieder einen großen Laster vor uns und den Tornanti. Aber wir haben ja Urlaub und man kann auch langsam und beharrlich ans Ziel gelangen. Oben auf der Hochebene kamen wir dann auch gut am Laster vorbei. Platz war, wie im Mai immer, am Einstieg zur Schlucht ausreichend und kostenfrei. Entsprechend der Beschreibung des Wanderführers war es kein Problem, bei angemessener Geduld, den Weg zu finden. Man darf sich nur nicht von den Schildern mit dem etwas abweisenden Charakter irritieren lassen. Jetzt im Frühling ist alles gut am Sprießen und so hätten uns lange Hosen und Hemden einige Kratzer erspart, bei der aufkommenden Hitze aber auch die Transpiration befördert.

Man steigt, wer weiß wie alte Steinstufen bergab in die Schlucht. Der Weg zeugt von vormaligem, intensivem Gebrauch. Die Steine sind so ausgearbeitet, daß Maultier und Treiber teilweise sogar nebeneinander laufen konnten, einer auf einer Schrägen, der zweite auf Stufen! Sowas schlägt man nicht aus Langerweile in den Stein. Vom Wehr aus fanden wir den Einstieg in den Wanderweg trotz des grünen Chaos gut. In einem wunderbar gelegenen Gumpen nahmen wir ein erstes Bad, das uns sehr erfrischte.

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Felsenstufen_______________Wanderidyll______________________Der erste Gumpen

Die Melone und das Wasser wurden währenddessen auf Verzehrtemperatur gekühlt. Wenn man weit genug zurück geht, kommt man auch problemlos wieder auf den rechten Weg. Ansonsten krabbelt man hald, etwas kürzer zwar, herum, um auf den Weg zu gelangen. Wir übersahen dann den Abzweig nach links, weil der Hauptweg absolut ausgespühlt daherkam. aber spätestens als sich der gewählte Weg einer Spitzkehre näherte, die augenscheinlich aus der Schlucht hinausführte, kehrten wir um, zumal durch die abgebrannte Vegetation die Sicht auf den gesuchten Wanderweg frei war.

Es wurde immer wärmer. Zum Glück bewegten wir uns jetzt auf einer Horizontalen und Heidi hatte auch schon die montags geschlossene Berggaststätte ausmachen können. Aber wir wollten ja das wirklich nicht zu kalte Wasser nochmals genießen und stiegen zu den "Laghetti Principale" ab. Jedenfalls fast. Wir waren

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Immer an der Wand lang________Klar in der Überzahl___________Schön im Schatten

so dermaßen auf ein kaltes Bad versessen, daß wir praktisch am erstbesten Wasserloch in die Badeanzüge und sogleich ins Wasser sprangen. Die Kaulquappen waren zwar in beängstigener Überzahl, nahmen aber keinerlei Notiz von unseren Urlaubsaktivitäten. Wir aßen unser nahrhaftes Pausenbrot natürlich nicht auf, denn wir mußten ja noch die ca. 260 Höhenmeter hinauf zum Parkplatz gelangen. Eine Dame im Badeanzug und mit Badelatschen ausstaffiert passierte unsere Badestelle. Salute! Gestärkt und abgekühlt begannen wir den Aufstieg. Durstig und durchgeschwitzt sollten wir 45 Minuten später oben eintreffen. Unterwegs trafen wir überdurchschnittlich viele Badefreudige, die ihrer Ausstattung nach unterwegs in ein Spaßbad waren, vor dem sie der Bus abgesetzt hatte. Teilweise mit Büchsenbier in der Hand tauchten sie in das Abenteuer. Die Büchsen werden hoffentlich nicht unten am See verrotten müssen. Auf halber Höhe kamen wir an einem "H" vorbei, das ich als Kennzeichen als einen Hubschrauberlandeplatz einordnete. Das gab Sicherheit. Wir überholten die Frau mit den Badelatschen und kamen gut oben an. Heidi wurde nach ihrer Karte für die Schlucht gefragt. Da wir anders herum gegangen waren, hatten wir keine Karten erhalten. Diese Karten sollen garantieren, daß alle eingelassenen Badegäste auch zum Feierabend (19.00 Uhr schließt das Tor) wieder draußen sind. Der Typ am Eingang hatte unsere Wanderroute schon kapiert, aber als ich ihm unseren Wanderführer zeigte, wies er auf die Verbotsschilder hin, die vor Steinschlag warnen würden. Und man solle diese Route nicht gehen, denn sonst könne bei einem eventuellen Unfall nicht geholfen werden. Ich hätte kein solches Schild gesehen, sagte ich. Daraufhin holte der Schluchtenverantwortliche das abweisende Originalschild aus seiner Schutzhütte. Dieses Schild hatten wir sehr wohl gesehen, aber als Touristenabschreckung der Anwohner abgetan. Witzigerweise ist kein deutsches Wort auf dem sonst dreisprachigen Schild und auch hier sollten die meisten Wanderer aus deutschsprachigen Regionen stammen. Uns war ja nichts passiert und der Durst war größer als das Verlangen nach tiefgründigen, unerquicklichen Diskusionen. Der Badebus hatte sich übrigens tatsächlich ein schattiges Plätzchen gesucht.

In Avola löschten wir unseren Durst, wobei wir sowohl die obligatorischen alten Herren, als auch einen Verkehrspolizisten beobachten konnten. Das weiße Auto einer, laut den anwesenden Herren, jungen Dame war anscheinend unvorschriftsmäßiger geparkt als erlaubt. Ob die Attraktivität dieser jungen Dame Ursache des nervösen Wartens des Polizisten war, konnten wir nicht mehr verfolgen, denn wir wollten schon wieder baden. Und die Spaghetti Aglio e Olio mußten ja auch noch angerichtet werden. Selbst im Urlaub ist man allgemein zufriedener, wenn man etwas geschafft hat. Die Hitze hatte ein Übriges getan, wir wollten einfach nur noch ins Wasser.

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