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Anreise

Sonnabend
25. August 2018

 
|Übersicht|

Empfang in Genf

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_________Genf

Heidi hatte gestern schon Urlaub und ich arbeitete von zu Hause und das auch nur sechs Stunden. So konnten wir in aller Ruhe sämtliche Vorbereitungen treffen. Die jeweils herausgesuchte Garderobe wurde grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt, die sich nach unseren Aufenthaltsorten richteten. In den kleineren Koffer kamen die Sachen für die erste, klimatechnisch wohl anspruchsvollere Woche inklusive der Kosmetikartikel, ach und der Schierker nicht zu vergessen. Er brachte dann doch 24 Kilo auf die Waage. In dem zweiten, größeren Koffer landete also alles für die Wochen zwei und drei. Die Gewichtsreduzierung des kleineren Koffers durch Umpacken funktionierte nicht wirklich, weil auch der andere Koffer schon die 23 Kilo-Grenze erreicht hatte, ab der man mit Restriktionen rechnen mußte.

Ich bestellte das Taxi für 5.30 Uhr, damit wir spätestens um 6.00 Uhr in Schönefeld ein­tref­fen würden. Gegen 19.00 Uhr waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und wir aßen den leckeren Möhrensalat zur Käsequiche an Kartoffeln. Dazu gab's einen Rotwein. Der Waldbrand in Treuenbrietzen bestimmte die Abendschau und war sogar in der Tagesschau neben den Überschwemmungen im Pinzgau ein Thema. Da das Fern­seh­pro­gramm keine Alternativen zum Bundesligastart (München - Hoffenheim) bot, telefonierte Heidi noch, bevor sie sich zu mir gesellte.

Die Weckeinrichtungen begannen um 4.25 Uhr ihren Dienst und 5.35 Uhr bestiegen wir das Taxi. Ich hatte einen Taxifahrer ausgewählt, der hier gleich um die Ecke wohnt. Die großen Taxiketten wollte ich nicht nutzen. Daß der „Nachbar” aber so vorsichtig und lang­sam fahren würde, daß wir trotz gähnende Leere auf den Straßen wirklich erst um 6.05 Uhr am Terminal ankamen, war nicht abzusehen gewesen.

Heidi wurde immer nervöser. Die Koffer waren wir schnell losgeworden, Aber die Sicher­heitskontrolle dauerte und Heidi musste auch noch mal wohin. Jedenfalls waren wir die letzten Passagiere, die das Gate mit der Bemerkung des Personals „Nun aber schnell, die anderen 116 Gäste warten nur auf Sie!” durchquerten. Ein Fräulein begleitete uns noch ein Stück, bevor sie uns einen guten Flug wünschte. Heidi war auf 180. Es stimmte zwar, daß wir als letzte unsere Plätze einnahmen, aber der Flugzeugtechniker war noch mitten in der Übergabe und die Bordtoiletten wurden ebenfalls noch gut genutzt. Trotz aller Querelen hoben wir um 7.10 Uhr zu dem 85-minütigen Flug ab. Die Wolkendecke ließ keinerlei Blickkontakt zum Boden zu, aber die selbst gebackenen, mit Gruyere belegten Finchgauer schmeckten auch so ausgezeichnet zu den Radieschen.

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Das Mont Blanc Massiv
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Alle mal lächeln!

Der Genfer Flughafen ist ebenso weit­läu­fig wie der Münchener. Da ich dorthin immer nur mit Handgepäck unterwegs war, kann ich die Bagage­ko­lonnen nicht vergleichen. Immerhin lag der erste unserer Koffer schon auf dem gerade wieder anlaufenden Ausgabe­band, als wir nach einer Viertelstunde dort ankamen. Nach weiteren fünf Minu­ten erschien dann auch die Nach­hut. Obwohl wir zwanzig Minuten eher gelandet waren, verließen wir erst ge­gen 9.30 Uhr die Empfangshalle. Von den Jungs noch keine Spur. Auf einer Bank vor dem Gebäude harrten wir der Dinge. Nach zwanzg Minuten und di­ver­sen Kontak­tie­rungs­ver­suchen mel­de­te sich Florian und wir fanden einander umgehend. Nur am Park­haus liefen wir, durch den regen Gedankenaustausch abgelenkt, ersteinmal am Standort des Autos vorbei.

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swatch & Gemüse
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Unser Hotel

Heidi erhielt ihr erstes Kuvert, dessen Inhalt ihr den Tagesplan vorstellte und diesen sogar finan­ziell absicherte. Die gesamte, einwöchige Tour de Suisse lag voller Geheimnisse vor uns. Die Jungs hatten die gesamte Woche durchgängig in allen Einzelheiten geplant und orga­nisiert. An jedem Tag würde Heidi ein neues Kuvert bekommen, das uns die Aktivi­tä­ten der nächsten Stunden offenbaren würde. Das heißt aber noch lange nicht, daß wir dann in jedem Falle auch schon wußten, wo wir abends übernachten würden.

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_______Lausanne

Der Stadtrundgang durch Lausanne, dem ersten Reiseziel, wur­de von Li, als ehemals hier Studierendem, bestritten. Wir be­such­ten die Chocolaterie, in der er als Student gearbeitet hatte und durf­ten auch jeder einen Trüffel kosten - wirklich Spitze. Nachdem uns Li die bergige Altstadt gezeigt und zu diversen Ge­schäf­ten Ein­las­sun­gen getätigt hatte, gingen wir zum Chinesen Mittag­es­sen. Li bestellte, nachdem er sich nach unserem Appetit erkun­digt hatte, auf chinesische Art diverse Gänge, bei denen die Speisen in die Mitte des Tisches gestellt wurden und alle sich bedienen konnten. Alle Gerichte von Tofu bis Rindsstreifen waren sehr schmackhaft. Anschließend wurde eine 45-minütige Mit­tags­ruhe angeordnet, damit wir um 15.30 Uhr ausgeruht mit der Fähre nach Évian-Les-Bains auf die französische Seite des Lac Léman würden fahren können.

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Auf zum Gipfel
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__Évian-les-Bains'

Während der 35 Minuten der Überfahrt genossen wir die wech­seln­den Aussich­ten. Bevor wir in Évian-Les-Bains die be­rühm­te Quel­le aufsuchten, durchstreiften wir die Fußgängerzone. Da wir uns hier wieder in der Eurozone befanden, hat­ten wir auch ausrei­chend Bargeld dabei, aller­dings keine Lust, irgend welche Ein­käufe zur Quelle hochzuschleppen.

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Der Himmel voller Schirme__Ein Wolf_______Das Wassermuseum

Die Quelle selbst ist entsprechend ihrer Bedeutung für das Städtchen grandios umbaut und in einen Park eingebettet. Auf dem Rückweg zur Fähre gerieten wir in eine Töpferei, die so ansprechende Stücke anbot, daß sowohl Florian als auch Li etwas in ihr Eigentum überge­hen ließen. Lis Tasse und Florians Trinkbecher sind wirklich sehr schöne Einzelstücke. In einem Delikatessengeschäft erwarb ich eine Salami mit Blaubeeren und eine kleine Flasche Évianer Kräuterlikör. Die Auswahl sollte sich später als eine gute erweisen.

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Über der Quelle__Die Quelle_______Der Uhrturm gegenüber

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Ein Sequoia_________________Garten am See__________Lichtspiele

Da wir noch Zeit hatten, flanierten wir ein Stück am Lac Léman entlang. Die Rückfahrt bot dann die Möglichkeit, den in über dem See aufziehenden Regen zu beobachten, was durch die hier und dort durchbrechende Sonne ganz in interessante Bilder ergab. Mit der fahrer­losen Bahn fuhren wir zu unserer Verabredung mit Lis ehemaligem Kommilitonen Renato und dessen Schwester Laura. Nach einem Bier wechselten wir alle in das Restaurant, in dem Li einen Tisch Für das Abendessen reserviert hatte. Es ist wohl bekannt für das selbst gebraute Ingwerbier. Das Bier war wirklich gut, die Pizzen weniger. Natürlich wurden trotzdem alle satt. Die Kathedrale, die wir uns anschließend noch anschauen wollten, fanden wir unverständlicherweise verschlossen und das kurz vor 22.00 Uhr. Nichts zu machen. Also ab ins Hotel.

Florian war schon so müde, daß wir in der Eckkneipe ohne ihn einen Schlaftrunk zu uns nehmen mussten. Das Frühstück wurde auf 8.00 Uhr terminiert. O.K. also dann ein letztes Bier für heute. Heidi und ich konnten uns nur für den lieben Empfang zur Suisse Tour 2018 und für alles bedanken. Der Schlaftrunk verbreitete die erwartete Wirkung, nachdem wir die 100 Meter zum Hotel und in unsere Zimmer absolviert hatten.

Gutes Nächtli!

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