Schweiz, Cornwall & Devon - 25. August bis 15. September 2018
Ein Mal um den Colliford Lake
Das berühmteste englische Moor ist ja durch seine literarischen Bearbeitung aber auch die schiere Größe das Dartmoor. Es liegt aber nicht in Cornwall und das Bodminmoor soll auch seine Reize haben. Die Schwestern hatten das alte Schmugglernest „Jamaika Inn” in Bolventor als Ausgangspunkt herausgesucht und so machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg.

- Andenkenladen
Über enge, manchmal tunnelartige Straßen gelangten wir an unser Ziel. Im „Jamaika Inn” fragten wir nach einem günstig gelegenen Parkplatz für unsere Wanderambitionen. Wir sollten auf die A 30 fahren und dann gleich die dritte Abfahrt nutzen. Das taten wir dann auch. Wir ließen den Colliford Lake Park links liegen und stellten das Auto eine halbe Meile danach auf einem großen Parkplatz ab.

- Dem Wanderschild entnommen
Der Wasserspiegel lag ziemlich tief und das schon länger, wenn man die Pflanzen sah, die Unterwasser keine Chance hätten. Vom Westufer aus wanderten wir in Richtung Süden und dann Osten. Hier trafen wir noch viele andere Besucher. Schließlich gelangten wir an die Staumauer, die in diesem Falle aus dem Moorgebiet einen See hatte entstehen lassen. Über die Staumauer gelangten wir ans Ostufer des Colliford Lake.
Dort gab es die größten Brombeeren, die wir bisher gefunden hatten. Ab hier trafen wir niemanden mehr. Es gab zwar immer den Uferweg und in den trockengefallenen Buchten konnte man abkürzen. Aber hier wurde beziehungsweise war es immer noch sehr feucht und moorig halt. Das wurde mir an einer Stelle zum Verhängnis, als ich so in den tiefen Sand einsank, daß dieser inklusive Wasser bequem in meinen linken Schuh gelangte. Also Schuhe aus, beim rechten war es kurz davor gewesen, die Socken und das Schuhinnere wieder vom Sande befreien.
- Am Südufer__________________Die Hälfte geschafft?__________Menschenleer
Jetzt wurden wir vorsichtiger und achteten auf bewachsene Flächen und wegen bildende Stein an Ordnungen. Am Nordende des Stausees hatte der Wanderweg sich dann vollständig verflüchtigt und nur die Schafe hatten sich eigene Wege geschaffen. Was auf der Karte nicht erkennbar gewesen war, das Flüßchen St. Neot mündet von Norden kommend in den See und gute 100 Meter breit sind die Ufer total verwildert.
- Die Natur siegt_________________...auch hier________________Der Ginster blüht
Da es hier keinen Wanderweg oder Public Footpath gibt, kommt man schlecht oder gar nicht über die gut pflegten, stacheldrahtbewehrten Koppelzäune. Über einen seit Jahrzehnten nicht mehr genutzten, von gut zu übersteigenden Toren begrenzten Weg gelang es uns dann letztendlich doch, Kulturland sprich gemähte Flächen zu erreichen. Es hatte mir aber diverse Kratzer eingebracht, weil ich wegen des guten Wetters meine Wanderhose gekürzt hatte.
- Pferd mit Ute_________________Ein Blick zurück______________Garkein Weg
Auf dem jetzt wieder bequemen Weg kamen wir der A 30 nahe und einem Gehöft auf dem eine Frau an einem Taubenschlag werkelte. Ute war vorneweg und fragte nach dem Weg. Der Hausherr kam dazu, fragte nach dem woher und wohin und lud uns kurzerhand zu einem Kaffee ein. Das kam und sehr zupaß.
Beim ausziehen der Wanderschuhe viel reichlich pflanzliches und mineralisches Material ab, was aber kein Problem war, wie uns versichert wurde. In der kurzen Zeit erfuhren wir, daß Richard in ganz Europa im Eisenbergbau gearbeitet hatte und sich nun hier in der Ruhe seinen alter Sitz Schuhe. Und der Sohn führt in Frankreich einen Bauernhof. Als Richard bedauerte, daß er nicht vier Leute zu unserem Auto bringen könne, warf ich ein, daß ja einer genüge, der Fahrer nämlich. Das fand er Eine außergewöhnlich gute Idee. Judy fuhr mich dann mit dem Mini den selben Weg, den wir schon heute Vormittag gefahren waren, zum Auto und leitete mich auch zurück zum Anwesen. Inzwischen war wohl das Thema hin zu Pferden gewechselt, denn vor Ute standen drei Messingskulpturen, die sie gern mitnehmen dürfe. Ute suchte sich eines der Pferde aus. Wir bedankten uns ganz herzlich und fuhren dann direkt nachten Tintagel zurück.
Dort warteten schon die Nudeln, das Gulasch und der Kamin. Dieses tagelang mit großer Hingabe und besten Zutaten zubereitete Mahl schmeckte allen hervorragend und bildete einen wunderbaren Kontrast zur hiesigen Küche. Für heute würde das Holz wohl noch reichen. Ich überspielte alle erstellten Fotoaufnahmen auf den Laptop, bearbeitete sie kurz mit Lightroom, um sie am Abend präsentieren zu können. In wohliger Atmosphäre wurden Bilder angeschaut und anschließend der Würfelbecher aktiviert. Wir kniffelten eine volle Runde und insgesamt fielen unglaublich viele Kniffel bei fast allen. Jedenfalls hatte ich am meisten Glück und konnte Helmut knapp auf Distanz halten.
Sleep well!



