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Regenwetter
(8km)

Donnerstag
6. September 2018

 
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Ein Mal Bude und zurück

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Auf zum Gipfel

Nachdem die gestrige Wanderung einige Körner gekostet hatte, wollten wir es heute ruhiger angehen. In Bude soll nichts los sein. Fahren wir bei Regen­wet­ter an einen großen Strand, da ist dann auch nichts los. Von wegen. An der Wide­mouth Bay war offenbar der Lehr­gang „Bad weather surfing” an­ge­sagt. Vier­zig bis fünfzig Kids in Neopren ver­packt sorgten dafür, daß die Life­guards keine Langeweile beka­men. Vielleicht war's aber auch eine offizielle Schwimm­stunde in der Schule. Wer weiß?

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Nicht wirklich gemütlich

Es war absolute Ebbe und der Strand riesig. Am Ende des Strandes angelangt, erbot ich mich, das Auto zu holen. Als ich mit dem Auto zurück kam, wurde die Dauer meiner Abwesenheit hinterfragt. Beim Strandspaziergang merkt man gar nicht, wie lange es dauert, wenn man 1/2 Meile zurück legt. In Bude fanden wir sofort einen Stellplatz am Rathaus. Von dort aus stach uns gleich das örtliche Castle ins Auge, das als Museum und Kaffeestube dient. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Geschichte des Ortes und seiner verdienstvollsten Söhne ist hier dargestellt. Es ist ganz ansehnlich gestaltet, macht aber durch sein Umfang Appetit auf eine Zwischenmahlzeit. Ob das Café deswegen eingerichtet wurde, ist nicht überliefert.

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Am Südufer__________________Das Bude Castle______________Zum Café

Ich bestellte für Heidi und mich den berühmten Cornish Cream Tea, hatte aber vergessen, daß es sich dabei nicht ausschließlich um eine besondere Teesorte oder eine außer­ge­wöhn­liche Zubereitung handelt, sondern daß zu dem normalen Tee einfach Scones, dieses eher geschmacksneutrale, englische Gebäck gereicht wird. Um Geschmack reinzubekommen gibt's dazu eben Creme und Marmelade. Fettes Ding. Helmut und Ute hatten sich Kuchen zum Kaffee ausgesucht. Süßes Ding. Wir kosteten alle alles von den Backwaren. Sie lieben das Extreme die Engländer.


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Helmuts Büro?________________Dort beginnt der Kanal________Teestube

Die drei Haupt- und Einkaufsstraßen waren schnell abgeschritten, ohne einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Dann blieb noch der Hafen. Um den ins Landesinnere führenden Kanal gezeitenunabhängig zu machen, hatten sie sich eine Schleuse gebaut. Der Kanal war von einem pfiffigen Kopf als Transportweg ins Hinterland geplant worden, um die angeschlossenen Orte über spezielle Kähne mit allem zu versorgen, was sie brauchten und dort abgebaute Rohstoffe in die Hafenstadt zu schaffen. Höhenunterschiede wurden hier durch dampfbetriebene Seilzüge, die die Kähne über entsprechende Schrägen aufwärts zogen oder abließen, überwunden. Ein Modell dazu hatten wir im Museum gesehen.

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Sehr gepflegt_________________In der Lobby________________Ist das Kunst?

Da wir noch vom Cream Tea bzw. Kuchen gesättigt waren, beschlossen wir gleich nach Tintagel durchzufahren, um uns zum einen das Camelot Castle Hotel näher anzusehen und das Museum in der alten Post zu besuchen. Wir parkten im Ort und liefen dann vorbei an prächtigen, cornishen Vorgärten zum Hotel. Es macht einen sehr mondänen Eindruck, was sich teilweise auch an Autosimg-20180906-WA0003.jpg
Ein Rolls Royce
der Gäste ausdrückt. Die Lobby verbreitet ein echt englisches Flair, was wunder. An der dominierenden, riesigen, runden Tafel hatte jeder Ritter der Tafelrunde den Namen an seinem Platz eingeritzt bekommen. Alles in allem macht das Haus einen einladenden Eindruck.

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Die alte Post
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...als Miniatur im Garten

An der alten Post, läßt man das Alter erstmal auf sich wirken. Alles wirkt trotz des krummen und schiefen Erscheinungsbildes grundsolide. Nach der Entrichtung des Eintrittsgeldes betraten wir eine andere Welt. Man konnte fast die Ankunft einer Postkutsche hören und sich im Gedanken mit den Angekommenen an den Tisch setzen. Auch in den Zeiten ohne elektrischen Strom und Gas wußten die Leute es sich gemütlich und bequem zu machen. Obwohl sie wahrscheinlich wirklich mit Nachthaube und Socken ins Bett gegangen sind.

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Unsere Musen________________Die Post vom Garten aus_______Beschaulicher Winkel

Auch der Garten machte einen sehr guten Eindruck. Das offensichtliche Hauptaugenmerk der Cornish People scheint immer darauf gerichtet zu sein. Es gibt immer lauschige Plätzchen und hier und da noch eine Miniatur des Hauses.

Dann ging's zurück zur Mühle. Die restlichen Gulaschnudeln wurden noch mit ein paar Tomaten aufgepeppt und durch den gebratenen Blumenkohl ergänzt. Als wir alle satt und zufrieden vor den Kamin saßen, ging es schon auf 19.45 Uhr zu. Da alle Versuche, irgendeines der für heute angesetzten Nations-League-Spiele in den Fernseher zu kriegen, vergeblich blieben, schlug ich vor, zum Wootons zu fahren und dort mal nach dem Spiel Deutschland gegen Frankreich zu fragen. Gesagt, getan.

Und tatsächlich war einer der beiden dort befindlichen Fernseher gar nicht in Betrieb. Selbstverständlich könnte sie uns das Spiel einstellen, kein Problem, meinte die Wirtin. So kamen wir in Tintagel zu den Livebildern dieses doch recht ansehnlichen Spieles, das zwar 0:0 ausging, aber viele spannende Torraumszenen auf beiden Seiten bot. Frankreich hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel, Deutschland in der zweiten. Leider war die Chancenverwertung nicht ausreichend, wodurch der französische Torwart immer wieder seine Reaktionsschnelligkeit beweisen konnte. Auf jeden Fall hätte Deutschland mit dieser Einstellung eine bessere WM abgeliefert. Ach, und was noch angenehm war, war der englische, neutrale Kommentar. Jedenfalls haben wir es nicht bereut, nochmal los­ge­fahren zu sein.

Die Frauen hatten inzwischen in ihren Büchern beziehungsweise im Reiseführer gelesen. Als wir dazukamen, wurde Wein eingeschenkt und der ließ den Abend gemütlich ausklingen.

Sleep well!


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