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Sion und Venthône

Montag
27. August 2018

 
|Übersicht|

Zweite Weinwanderung

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_______Venthône
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Auf zum Gipfel

Beim Früh­stück gab's dann wieder das obliga­to­rische Auf­klä­rungs­couvert zur Tour de Suis­se für den heutigen Tag. Das Auto durf­ten wir be­liebig lange auf dem Ho­tel­parkplatz par­kie­ren. So entschieden wir uns, die geplante Wanderung durchs Walliser Weingebiet rückwärts anzu­ge­hen. Soll heißen, wir fuh­ren mit dem Zug nach Sierre, um von dort wieder nach Sion zu wan­dern. Die Möglichkeit mit der Schmal­spurbahn hinauf nach Venthône zu fahren, wurde verworfen, nachdem sie uns vor der Nase weggefahren war. Zwanzig Minuten wollten wir nicht war­ten.

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Schweizer Hórreos___________In den Weinbergen___________Rustikale Häuser

Wir folgten größtenteils den Wanderschildernimg_4141.jpg
Hier geht's nur in eine Richtung
, bis wir die „36”20180827_125248.jpg
Der Weinbergswanderweg
unter­halb Venthônes er­reicht hatten. Auf dem Weinwanderweg 36 wollten wir unsere Tagestour absolvieren. Es fehl­ten noch 20 Minuten bis zum Ort, was hin und zurück eine Stunde inklusive Begehung des Dorfes gekostet hätte. Hat es aber nicht, da wir uns direkt in Richtung Sion ori­en­tier­ten.

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Die Rhone__________________Brunnen von Randogne_______Weinlaube

Linkerhand begleitete uns die Rhone, als wir die kleinen Weinbauerndörfer passierten. An einer Weinbergshütte hielten wir unser Picknick ab. Ich entdeckte die, ein natürliches, leckeres Son­nen­dachcimg5147.jpg
Das Sonnendach
bildenden Weinranken nebst -trauben, erst nachdem ich die nahe­lie­gende Frage, wer die drei Weinbeeren auf meinen Stuhl gelegt hätte, ausgesprochen hatte. Da war das Gejuchze groß.

Die Beeren waren sozusagen vom Dach auf den Tisch gefallen und von dort auf den Stuhl gerollt. „Vati hat Trauben im Stuhl!” hallte es durchs Tal. Die Wurst- und Käsebrote schmeckten vorzüglich. Um 12.00 Uhr zückte Florian sein Handy, um bei der Cashshow ein paar Cent zu gewinnen. Bei Fragen acht war leider Schluss - Gewinn 0,02€. Immerhin.

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Chrysanthemen

Weiter ging's entlang unendlicher Reb­stöcke unterschiedlichster Reb­sor­ten, die praktisch nie ausgewiesen waren und so mußten wir notgedrungen hier und dort selbst kosten. Süß waren sie alle und unterschieden sich neben dem Geschmack vor allem in der Farbe. Manche Bauern hatten vor man­chen Reb­reihen verschiedene Blu­men­stöcke gesetzt, was sehr schöne, farbliche Kontrastpunkte vor der Rhone und den Bergen setzte.

Langsam bekamen wir Lust, mal den einen oder anderen Wein zu verkosten. Es dauerte einige Zeit bis wir eher zufällig an einem auffälligen Aus­sichts­punkt mit einem großen, hölzernen „N” den Zugang zum Verkostungsraum des dortigen Weingutes entdeckten. Es han­delte sich um einen neugestalteten, kühlen also angenehmen Raum. Bis das Bäumchen auf der tollen Aussichtsterrasse Schatten spendet, wäre ein Sonnensegel eine gute Idee. Aber wie erwähnt, saßen wir auch drinnen sehr kommod. Der Weinbauer stellte sich mit Vornamen vor und auch der entfernte Cousin, wie wir später erfuhren. Leider hab ich die Namen vergessen. Nur Sonja, der Name der Gutsherrin, bieb mir im Gedächtnis.

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Einladende Terrasse__________Schattiges Plätzchen__________Ein informativer Blick

Uns wurde die Weinkarte offeriert und wir probierten fast alle trockenen und halbtrockenen Weine durch. Der Cousin sprach sehr gut deutsch, das er sich während seines zweijährigen Militärdienstes angeeignet hatte. Da es gerade Lesezeit ist, war es dem Chef eine große Hilfe, daß er eine deutschsprachige Unterstützung für uns hatte. Der Cousin studiert Um­welt­technik und hilft halt in der Familie bei der Lese. Übrigens hat er jenaische Wurzeln, seine Urgroßmutter lebte dort. Und vorige Woche hatte er Berlin besucht. Welche Zufälle.

Sonja zeigte mir dann das kostenlos zu benutzende Fernglas auf der Terrasse, durch das man nicht nur die direkt sichtbaren Berge ausgewiesen bekommt, sondern sämtlichen Gipfel in 360°! Dabei erzählte sie, daß sie eigentlich aus Québec stamme. Was ist das denn wieder für ein Zusammentreffen von Zufällen? Wahnsinn!

Auf dem Etikett einer der teuersten Weinflaschen war ein seltsam anmutendes Gefäße abgebildet. Der Winzer hatte dieses für eine sehr alte, von ihm wiederbelebte Rebsorte vorbehalten. Wie sie uns erzählten, handelte es sich dabei um eine von zwei Weinflaschen, die Sie beim Umbau des Hauses ausgegraben hatten und die aus dem allerersten Jahrhundert stammten. Die besser erhaltene Flasche ist im Museum und die zweite, restaurierte wurde herbeigeholt und wir durften sie sogar in die Hand nehmen. Nur fotografieren durften wir sie nicht. Unglaublich, was für unerwartete Dinge man einfach so erleben darf!

Zu guterletzt führte und Sonja zu ihrem Demonstrationsweinberg, auf dem augen­schein­lich alle ihre gezogenen Rebsorten mit je einer Reihe vertreten und auch beschriftet waren. Auch die durften wir dann noch Verkosten. Das war eine Weinverkostung der exklusivsten Art, die sich einfach völlig unerwartet ergab. Vielen Dank noch mal!

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Kein Weinberg_______________Weinbergsdorf______________Geschlossenes Tor

Und plötzlich war es schon 15.00 Uhr. Vor uns lag noch ein gutes Stück des Weges. Wir kamen an ganz originellen Toren vorbei und natürlich unendlich vielem Wein. Nach einer weiteren Stunde lud uns ein hübscher Picknikplatz mit Brunnen an der Cava la Romain zum Verweilen ein. Als wir es uns gerade gemütlich machen wollten, kam der Chef mit einem offensichtlich weininteressierten Paar vorbei und wies darauf hin, daß wir uns auf Privatgelände befänden. Auf Maximilians direkte Frage, ob wir uns trotzdem setzen dürften, stimmte der gute Mann eher widerwillig zu. Wir vermuteten, Er wollte sich vor seinen Kunden von der besten Seite zeigen.

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Am Brunnen________________Gemütliche Jause____________Sieht nach Urlaub aus

Also packten wir unsere Wegzehrung aus. Der Wein, den Florian für unterwegs erworben hatte, öffneten wir möglichst dezent. Sonja und Jules (der Name steht auf der Rechnung) hatten uns vier Weingläser und einen eigenen Korkenzieher geschenkt. Unser Picknick konnte als kultiviert eingeordnet werden.

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Das Rhonetal______________An der Levada____________Und vor uns Sion

Es wurde Zeit, daß wir weiterkamen. Das einzige, was wir von unserem heutigen Über­nach­tungsort wußten, war, daß wir von Sion aus noch eine gute Stunde mit dem Auto würden fahren müssen. Gegen 16.30 Uhr war Sion in der Ferne schon gut zu sehen. Aber es zog sich. Eine schöne Variante des Weges tat sich zum Schluß auf. Hier hatte es wohl einen einflussreichen Madeirabesucher gegeben, der die Idee Levadas aufgriff und hier umsetzte. Auf bequemen Wegen gelangten wir kurz vor 8.00 Uhr zum Hotel und dem Parkhaus. Die „Tour de Vines” als Teil der „Tour de Suisse” war mit ihren 25 km Länge wohl der diesbezügliche Höhepunkt.

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Nochmal Kraft sammeln________________Kräftige Trauben____________Schloß Tourbillon

Mit unbekanntem Ziel verließen wir Sion. Es begann zu dunkeln und Maximilian bat Florian, mal im Hotel anzurufen und Bescheid zu sagen, daß wir erst gegen 22.00 Uhr Uhr eintreffen würden. Auf die Information hin, daß die bestellten Zimmer für Schneider erst später bezogen würden, kam die Frage, ob er einen Tisch im Restaurant bestellen wolle. Neues, es ginge um die bestellten Zimmer. Da habe er keinen Zugriff und das dazu berechtigte Personal sei immer nur bis 19.00 Uhr zugegen. Dann eben nicht, spannend.

Heidi fiel dann auf, daß auf allen Richtungsschildern, die wir passierten, Zermatt auf­tauchte. Als sich Heidi zu der direkten Frage „Fahren wir nach Zermatt?” durchrang, blieb Maximilian keine Möglichkeit mehr, auszuweichen. „Nein, nicht direkt. Zermatt ist eine autofreie Stadt und man kommt nur mit dem Zug von Täsch aus hin.” Oh, oh. Zum Glück waren unsere Koffer so gepackt, daß alles Benötigte im kleineren von beiden verstaut war. Florian suchte dann auf investigativem Wege die Abfahrtszeiten des Shuttels heraus (21.31 Uhr). Die Ankunftszeit, laut Navi 21.25 Uhr, Verschob sich leicht nach hinten, als ein Langsamfahrer seinen VW-Bus um die Kurven hob. Im Parkhaus direkt am Bahnhof war noch genügend frei und Maximilian hat die Tickets schon parat. Einer asiatische Reise­gruppe ließ den Zugang zum Perron etwas zäh verlaufen. Bis auf Maximilian waren wir durch die Kontrolle gelangt. Max' Ticket war allerdings mit dem Suissepass verknüpft, den er nicht gleich fand. Die Bemerkung eines Bahnangestellten ”Beeilung, der Zug fährt in 1 Minute und 10 Sekunden ab!„ brachte Maximilian nicht aus der Ruhe. Sozusagen mit dem Schlusspfiff bestieg er den Zug.

Schon nach 10 Minuten verließen wir den Zubringer und rollten mit unseren Koffern keine fünf Minuten zum „Walliserhof”. Auf dem Tresen der Rezeption lag ein Willkom­mens­schreiben mit den beiden Zimmerschlüsseln. So soll es sein. Rauf mit den Koffern und wieder runter auf die Terrasse, denn die Küche machte um 23.00 Uhr Uhr Schluss. Heidis Rösti nature20180827_223457.jpg
delikat
ließ sich für mich mit Schinken und Käse aufpeppen20180827_223528.jpg
Die Rösti sind drunter
. Florian hatte keinen großen Hunger und entschied sich für Kartoffelchips mit fruchtig-scharfer Käsesauce. Dann mundeten ihm die Chips dermaßen, daß er sich ein Glas der Sauce nachbestellte. Auch Maximilian war mit seiner Wahl sehr zufrieden. Der Burger20180827_223447.jpg
Burger
erfüllte alle seine Ansprüche und ich durfte ihn kosten. Ist halt nicht meins. Und ja, noch ein Bier20180827_222026.jpg
Lokales Bier
wäre gut. Wir werteten diesen ereignisreichen Tag bis hin zu seinem Ende ausführlich aus.

Gutes Nächtli!

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