Andalusien - 2. Juni 2009
Wandern im Schnee
Ich hatte für heute vorgeschlagen, wenigstens den berühmten Schnee, der den Bergen den Namen gab, zu berühren. Das geht am einfachsten, wenn man über Granada fährt und immer den Schildern „Sierra Nevada” folgt. Den Abstecher nach Pinos-Gemil, wie ihn der Resiseführer beschreibt, kann man sich getrost sparen, denn die neue Autovia geht jetzt direkt bis ins Skigebiet. Innerhalb des Schneegebietes achteten wir auf den Hinweis „Veleta”. Das ist der höchstgelegene Berg dort (3396m üNN).

- Das moderne Observatorium

- Und das alte ...
Am Hoya de la Mora (2500m üNN) war die Durchfahrt nicht mehr erlaubt. Und eine Sondergenehmigung wie die zwei Busse des spanischen Ski-Nationalteams besaßen wir naturgemäß nicht. Von den ab Anfang Juni verkehrenden Zubringerbussen, so versprach es zumindest der Resieführer, war nichts zu sehen. Wir hatten ja beim Hochfahren versucht, uns zu informieren, aber die Informatia Visitantes wurde gerade umgebaut. Es blieb uns nichts, als uns den Schneefeldern per pedes zu nähern. Dazu gingen wir einfach in Richtung Veleta, was laut offizieller Wanderkarte der Wanderweg acht ist.

- Heidi im Schnee

- Virgen de la Nieve
Nach Durchqueren eines Schneefeldes, Absolvierung von 500 Höhenmetern und einem kleinen Picknick kehrten wir um (3 Stunden). Wunderschön ist es hier oben. Das gilt für die Aussicht aber auch für die Temperaturen. Nach anderthalb Stunden standen wir wieder am Auto. An den Parkplätzen gibt es zwar absatzorientierte Kioske aber keine Toiletten. Im Hoya de la Mora bestellte ich zwei Orangensäfte (3,60 €) on the Rocks, was zur unentgeltlichen Toilettenbenutzung berechtigt. Da hatten wir sozusagen zwei Fliegen auf einen Streich erschlagen.
Jetzt konnten wir völlig unbelastet nach Orgiva zurückfahren. Kurz vor 17.00 Uhr und somit vor Öffnung des Dia-Marktes waren wir wieder da. Um keine Zeit unausgelastet verstreichen zu lassen, tankte ich für 10,- EuroDas sollte bis zum Flughafen nach Malaga reichen. Als wir am Markt ankamen, warteten schon die ersten Kunden auf dessen Öffnung. Nachdem ich günstig in der Nebenstraße geparkt hatte, war bereits aufgesperrt. Ich suchte einen Wein für den Sangria aus, packte eine Flasche Bier ein und wir suchten uns was Praktisches für das freitäglich Frühstück aus - Käsekuchen und Kekse. Dazu kamen drei Kartoffeln (ein kg) für das Abendbrot. Mehr brauchten wir nicht.
Heidi meinte, sie ginge nochmal nach nebenan schauen, als ich den Einkauf ins Auto gelegt hatte, ging ich nach nebenan in den vietnamesischen Universalladen. Es war weit und breit keine Heidi zu finden, nirgendwo in den vielen Gängen. Also verließ ich das Geschäft unverrichteter Dinge und siehe da, Heidi kam mir entgegen. Sie war in dem Zigarettenladen auf der anderen Seite gewesen, hm. Ein klassisches Mißverständnis, aber wir haben uns ja wieder.
Heidi wollte sich dann mit Charles Darwins „Fahrt der Beagle” und dem Abendessen beschäftigen. Mich zog es mit dem Tagebuch an den Swimmingpool. Das war sehr erfrischend und mir ging die Berichterstattung gut von der Hand. Als ich zum verabredeten Zeitpunkt zur Casa Chamisa zurückkehrte, hatte Did gerade mit dem Wässern des Grundstückes begonnen. Ich bot ihm ein Bier an, was bei ihm immer auf fruchtbaren Boden fällt, wie er selbst sagt. Ich fragte ihn nach der voraussichtlichen Dauer der Fahrt zum Flughafen Malaga. Er hält knapp zwei Stunden für realistisch. Wir boten auch vom Abendessen an, was er erst ablehnte. Er könne doch wenigstens kosten. Daß Heidis Bratkartoffeln mit Rührei eigentlich eine Tortilla hätte werden sollen, verrieten wir aber nicht. Dazu schmeckten die gebratenen Auberginen mit Knoblauchcreme und der Tomatensalat ganz ausgezeichnet. Es war soviel da, daß sogar der Kater von der „Tortilla” abbekam. Schinken und Ei wurden aufgefressen, die Kartoffeln nicht ganz. Did verabschiedete sich unter Komplimenten für die Köchin. Wir baten ihn, Piluka zu grüßen.
Ich schrieb weiter am Tagebuch, bis Heidi aufnahmefähig für das Vorlesen desselben war. Dazu gab's wohlschmeckenden Sangria. So sieht Urlaub aus.



