Andalusien - 21. Mai 2009
Großstadtgeflüster
Im Gegensatz zu gestern waren die Temperaturen etwas angenehmer geworden. Wir frühstückten in einem Café, dessen Churros nicht so gelungen waren.

- An der Stadtmauer
Jetzt schauen wir erst mal nach dem Mercado, den uns der jugendliche Kellner gestern empfohlen hatte. Dazu mußten wir die Altstadt in Richtung Westen verlassen, was durch die verwirrenden Gassen gar nicht so leicht war. Dafür fanden wir die letzte Synagoge Andalusiens und einen kleinen Schmuck- und Andenkenladen, den Heidi später nochmal aufsuchen wollte. Durch die Puerta Almodóvar traten wir vor Senecas Denkmal, der in Cordoba gebürtig war. Entlang der Stadtmauer und den hübchen Teichen tasteten wir uns an den Mercado heran. Und richtig, es handelte sich um einen Supermarkt.

- Die Puente Romano

- Torre de la Calahorra
Über die Puente Romano wechselten wir ans andere Ufer des
Quadalquivir. Alles ist von Grund auf rekonstruiert und wie neu. In der Ferne lockte ein unbewegtes
Riesenrad und deshalb durchschritten wir den Campo de la Verdad und überschritten erneut den Fluß zu der im Aufbau befindlichen riesigen Festmeile. Nun gut,
wenn die Zelte in München gerade nicht gebraucht werden, kann man sie auch mal in Cordoba aufbauen. Am Ufer, das völlig neu gestaltet wurde, spazierten wir an der Molino de Martos vorbei
Und über die neue Pasarela de Miraflores in den noch in der Anpflanzung befindlichen Parque de Miraflores. Hinter den anderen Mühlen suchten wir uns ein schattiges Plätzchen für einen
Drink
Ein herrlich kühles Bier.

- Oleander in allen Farben

- Wasserspiele im Garten
Doch, jetzt waren wir bereit für die Schlossgärten. Auf dem Weg dorthin verfranzten wir uns ein klein wenig auf der Promenade an den Sotos de Albolafia, weil einige Wege und Durchgänge überholungsbeduerftig und aus diesem Grunde gesperrt sind. Der alte Palast war zu seiner Zeit sicher recht nett, aber mit dem in Sevilla ist er nicht zu vergleichen. Die Gärten sind aber wirklich gelungen angelegt. Viele Wasserspiele und das Denkmal mit den christlichen Königen und Kolumbus paßt gut zueinander. Ein Mittagsmahl in dem kleinen Hof hinter der Stadtmauer wäre jetzt genau das richtige.

- Farbenprächtige Beete

- Die Könige und Kolumbus
Leider hatten sie dort eine Scheibe mit heißen Rhythmen aufgelegt Und dazu auch noch laut. Das war uns dann doch nix. Ein Stück weiter fanden wir auf einer Plaza ein schattiges Plätzchen, dessen wir uns bemächtigten. Der obligatorische Sangria erfrischte uns angenehm. Auch mein Briebaguette mit Zwiebeln beschwerte sich nicht. Heidi hatte es nach Gazpacho und Eis gelechzt.
Und jetzt war Einkaufen angesagt. Ein neuer Gürtel für Heidi und eine Monte Christo für mich. Auch das kleine, vormittags entdeckte Schmuckgeschäft setzte ein Paar Ohrringe um. Alles ins Hostal verbracht und von den Anstrengungen ausgeruht haben wir uns. Diesen Abend wollten wir uns mal in Richtung östliche Altstadt orientieren. Es ist schon erschreckend ruhiger als in der anderen Richtung. Es ist ja noch Vorsaison.

- Einfach nur schön hier
Jedenfalls ließen wir uns diesmal vom "Museo de la tapa y el Vino" verführen. Leider wurden unsere Erwartungen nur zu einem geringen Teil erfüllt. Die Robo de Torro bestanden aus einem einzigen Stück, die panierten königsberger Klopskroketten waren nur lauwarm. Die Spinattapas konnten das auch nicht mehr retten. Ich war mit Käse, Curizzo und Schweinebäckchen auf sicherem Terrain geblieben. Da kann man auch nichts falsch machen. Aber wie gesagt, von einem Museum verlangt man auch dort besonderes. Und es wurde immer kühler. Dafür war der Degistivo auch nicht vorgesehen und so mussten wir uns erst einmal unsere Jacken holen. Cordoba um diese Jahreszeit bei circa 20� C zu erleben gelingt kaum jemanden. Noch einmal die Kathedrale bei Nacht sehen, ein Gläschen Wein trinken und sich wünschen, die alten Gemäuer könnten ihre Geschichte erzählen. Aber dann kämen wir hier wohl nicht mehr weg. Und so lang ist der Urlaub nun auch wieder nicht.



