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San Martin

Sonnabend
5. September 2015

 
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Noch 'ne Rundwanderung

Heute sollte das Wetter endlich besser werden. Leichte Bewölkung sollte am Nachmittag etwas schwerer werden. Nach dem Frühstück, heute bei mir mit Spiegelei, suchten wir nach einem geeigneten Rundkurs, der am besten hier Anfang und Ende haben sollte. Im Internet habe ich die Seite wiki.interlock.com gefunden, auf der auch spanische Wan­de­run­gen, natürlich spanisch kommentiert, aufgeführt sind. San Martin de Luiña ist ein direkter, nur zwei Kilometer entfernter Nachbarort Soto de Luiñas, was uns auf die Idee brachte, die beschriebene Streckenwanderung von San Martin über Salamir nach Soto durch die Anbindung von Soto an San Martin abzurunden.

Ich fragte an der Rezeption, ob ich die Wanderroute am dortigen Drucker materialisieren dürfte, was freundlich beci't wurde. Also richtete ich den gefundenen Drucker ein und schickte den Plan ab. Der Drucker druckte aber nicht. Das hatte die Dame vergessen, mir zu sagen, nämlich daß der Netzwerkdrucker nicht ginge und erst in Oviedo repariert werden müßte. Ich könnte aber auch ihren Drucker benutzen, um an die Wanderkarte zu kommen. Leider sah das Angebot der Seite es.wikiloc.com deutlich anders aus als das der deutschen. Die Die Autoren dieser Variante mit den selben Wanderungsausgangspunkten waren andere, wodurch sich sich auch die Routenführung leicht unterschied. Nur die Kommentare blieben spanisch. Aber das war ja egal.

Ich sprach also den direkt angeschlossenen Drucker an, bei dem aber offensichtlich mit der Kalibrierung etwas nicht stimmte. Jedenfalls blieb der Plan ziemlich verschwommen. Schwarzweiß wäre besser, meinte die, die es wissen mußte. Mit dem spanischen Menü kam sie auch besser zurecht als ich. Endlich konnte ich Heidi unsere Wanderkarte präsentieren. Ich übernahm noch eine kleine Variation von der anderen Variante und schon um 11.25 Uhr konnten wir aufbrechen.

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Blühende Agave___________Einladung zur Einkehr_____________Wunderschön

Nach einem Stück Straße, die sogar dem Jakobsweg angehört, konnten wir uns nach rechts absetzen und einer Dorfstraße nach San Martin folgen. Auch San Martin hat bessere Zeiten gesehen, wovon vor allem die Kirche ein beredtes Zeugnis ablegt. Andererseits gibt es in dem Nest vier Restaurationes und vor allen saßen Gäste. Irgendwie half uns der Plan dann nicht wirklich weiter, sodaß wir erstmal wieder die Straße frequentieren mußten. Zum Glück beschränkte sich das auf nur einen knappen Kilometer, nachdem wir erneut dem Jakobsweg folgen konnten.

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Toreinfahrt______________________Rustikales Ensemble______________Barock XVIII. Jhd.

Der hiesige Anwohner scheint aber kein Pilgerfreund zu sein, denn er hatte den Pfad gleich mit zwei Autos zugeparkt, so daß man sich daran vorbeiquetschen mußte. An einem der Gebäude prangte ein gelber Pfeil an der Stelle, an der wohl mal die Fliese mit der Jakobsmuschel geklebt hatte. Der Kleber war noch da. Wir waren zwar jetzt auf einer Nebenstraße, aber es war noch immer der gleiche, nervende, harte Untergrund. Hoffentlich ändert sich das noch und es wird kein Asphaltwanderung wie die gestrige. Und tatsächlich, wir durften den Asphalt gegen festgefahrenen Wald­boden tauschen - immer­hin.

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Die Autobahn_________________Haus am Wege________________Haus am Wege

Spätestens als wir die Autobahn per Brückeimg_0921.jpg
Leere Autobahn
überquerten war es vorbei mit der Herr­lich­keit. Und Salamir beeindruckte durch großzügig umzäunte Investitionsobjekte im Niemandsland. Große Grundstücke O.K. aber hier aus dem Nichts erschaffen, sah es nicht so aus, als würde irgendetwas miteinander harmonieren geschweige denn zusammen­wachsen. Außer da, wo es schon immer zusammen­gehörte. Aslo es gibt schon so etwas wie einen harten Kern im Ort, aber der Rest trennt sich so offensichtlichab, daß es fast schon wehtut.

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Bunter Hórreo_________________Hórreo______________________Die Ortskapelle

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Playa San Pedro

Am nördlichen Ende des Ortes gibt es zum Ausgleich der Disharmonie einen schönen Aussichtspunkt, von dem aus man den Strand von San Pedro bestens im Blick hat. Und das Beste ist, daß von hier aus ein richtiger Waldweg bis zum Fluß samt Brücke führt. Von dort sind es noch anderthalb Kilometer bis nach Soto. Das hätte ja schon mal geklappt.

In der zentralsten Bar an der Kirche ließen wir uns die Gläser füllen. Beim Leeren der selben konnte man es zischen hören. Wir könnten noch zum Baden fahren. Das war an sich eine gute Idee, aber wie sich dann her­aus­stellte, wehte unten ein kalter Wind, der uns den Schatten der Strandbar suchen ließ. Auch hier schmeckten Kaffee und Wein ausgezeichnet. Aus dem Bade wurde dann doch nichts.

Zurück am Hotel bemerkte ich, daß ein unbekannter Verkehrsteilnehmer dem KIA die Stoßstange aufgedrückt hatte. Nichts Schlimmes, aber mal sehen, ob wir die Farbreste abbekommen - schon blöd. Da ich ja gestern das Deutschlandspiel verpaßt hatte, schlug ich vor, heute das Spiel Spanien gegen die Slowakei in einer Bar zu schauen. In weiser Voraussicht hatte ich vorhin in der Bar schon mal nachgefragt, ob das Spanienspiel hiergezeigt würde, was bejat wurde. Als wir eine Viertstunde vor Spielbeginn eintrafen liefen auf drei verschiedenen Fersehern drei verschiedene Programme, nur kein Fußball. Dann können wir auch in „unsere” Sideria gehen. Dort hatte ich vorhin schon im Vorbeigehen auf den Bildschirm gelugt und das Gesehene als Vorberichterstattung interprtiert. Und was zu essen gibt's da bestimmt auch.

Die hundert Meter waren schnell zurückgelegt. Trotz keiner gemeinsamen Sprache schaff­ten wir es, uns die restlichen Empanadas aufwärmen und Kartoffeln mit Knob­lauch­majonaise bereiten zu lassen. Bei den Getränken sah man der Wirtin an, daß sie an Heidis Geschmack zweifelte. Mein Rotwein war ja leicht zu bestellen gewesen, aber Heidis Bitte um einen Martini mit Eis wäre beinahe einer Fehlinterpretation von „Eis” zum Opfer gefallen. Ich konnte mit einem Zwischenruf gerade noch verhindern, daß der Martini mit Bier aufgefüllt wurde. Es muß auch nicht am „Eis” gelegen haben. Die Wirtin hatte auf Heidis Bierglas gezeigt und Heidi hatte genickt und gesagt, daß ihr die Form des Geladas gleichgültig sei, was natürlich nicht verstanden wurde. Aber es war ja alles gut gegangen.

Spanien schlug die Slowakei völlig verdient mit 2:0 auch wenn unsere zwischenzeitlich eingerittenen - früher sagte man mit dem Stahlroß - Tischnachbarn etwas traurig waren, denn sie stammten aus Bratislava. Und sie sprachen sehr gut deutsch. Wir unterhielten uns entsprechend intensiv über die schöne Slowakei, die an dem Tag zurückgelegten 20 Kilometer und wie sie es so bis Santiago schaffen wollten. Vor 9.00 Uhr wird hier nicht aufgestanden... Na dann.

¡Buenas noches!


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