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Luarca

Sonntag
6. September 2015

 
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Lis Geburtstag

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_Valdés

Heidi schrieb Li noch vor dem Frühstück eine Geburtstagsmail. Beim Frühstück kamen wir erstmalig mit einem anderen Hotelgast ins Gespräch, der hier auch einige Tage seiner Ferien verbringt. Es handelte sich um einen einsamen Londoner, der sich für heute ein Fahrrad ausgeliehen hattte und das als Student für französische und deutsche Literatur. Nette Geschichte. Wir wollten uns heute Luarca, eine alte Hafenstadt anschauen und, so es noch existierte, das dortige Haus der Riesenkraken besuchen.


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Mitbringselstand_________________Palmen am Hafen________________Das Rathaus

Immerhin hat Heidi ein Mitbringsel für Maila gefunden. Ansonsten ist es hier wie überall in Asturien, es bröckelt nicht nur. Wir hatten den Eindruck, daß alle versuchen irgendwie durchzukommen. Jedes geschlossene Restaurant oder Geschäft läßt die existenten weiterhoffen. Es wird viel gefördert und gestützt aber immer nur punktuell. Und wie heißt es so schön, nicht nachhaltig. Die aufgestellten modernen Informationstafeln sind hier veraltet, die Touristeninformation umgezogen und so schlecht zu finden. Die ganze Fragerei hatte auch nichts genutzt, denn das Officina Tourismo war geschlossen. Macht sich super an einem Sonntag, an dem auch Spanier kommen könnten. Aber die kennen sich in ihrem Land ja sicher sowoeso aus.

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Verfall mit Katze________________Der Hafen__________________Der Leuchtturm

Wir fanden schließlich einen Plan, oder war es ein Hinweisschild, auf dem das Haus der Calmari ausgewiesen war. Leider hatte der erste Eindruck nicht getäuscht. Nur das Gebäude an sich existiert noch. Einzige noch genutzte Funktionalität ist die Dachterrasse und das dortige Restaurante. Der Rest wird suksessiv demontiert, hatten wir den Eindruck. Es war ziemlich deprimierend und Heidi war ununterbrochen am schimpfen und voller kluger Ideen, was man alles besser machen könnte, müßte, sollte.

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Tangberge
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Was fließt denn da?
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_Salas

Komm, wir fahren lieber in die Berge. Heidi hatte wiedermal einen Tip, in Salas gibt es was Historisches zu sehen. Die alte Burg- und Schloß­anlage ist das eigentliche Stadtzentrum. Als ich auf das alte Tor zuging, war darüber im Hintergrund das neue Autobahnviadukt zu sehen. Ich ging solange weiter, bis es hinter dem Torüberbau verschwand. So kann man das Tor bestens bestaunen und auch fotografieren. Und im Gegensatz zu Luarca war die Touristeninformation geöffnet und mit einer hilfreichen Informantin besetzt, was uns schon weiterhalf. Auch in der Bar wurden wir bestens aufgenommen und bedient. Nach dem riesigen sektlastigen Thunfischsalat mit Ei waren unser Akkus wieder aufgeladen und wir wollten doch noch unbedingt beim Dorffest in Soto vorbeischauen.


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Die Band spielt auf
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Und es wird getanzt

Dort sollte es schon seit 12.00 Uhr Bollos und Sidra geben. Wir kamen leider erst um 17.00 Uhr dazu. Da war schon alles alle. Die Einwohner saßen, ich schätze mal nach Familien geordnet, an langen Tafeln und taten sich am Mitgebrachten gütlich. Auf der improvisierten Bühnesang der Ortschor. Alle Darsteller waren kostümiert und voll bei der Sache. Es wurden Volkstänze aufgeführt und ich wäre beinahe hineingeraten wenn ich spanisch gekonnt hätte. Eine Art „Stühlchen wechsel dich”, das heißt sechs Mädels und sieben Jungs tanzten paarweise. Der Depp stand in der Mitte. Und irgendwann, vom Verklingen der Musik ausgelöst, mußten sich alle Tänzer eine neue Partnerin suchen. Ja richtig und der Depp stand in der Mitte.

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Alles tanzt im Kreise

Gottseidank konnte ich kein spanisch. Aber es war wirklich nett. Die Kinder machten ausgelassen mit. Und zum Abschluß wurde noch so eine Art Dorfreigen getanzt. „Mehr als zwei Strophen können die Wenigsten” war Heidis zutreffender Kommentar. Aber schön war's doch. Wir gingen noch einmal hinüber zur Kirchenbar, vor der uns vorhin eine betagte Pilgerin unbedingt beim Finden einer Herberge behilflich sein wollte. bdquo;Ach Ihr braucht garkeine, pardon!” Sie saß immer noch dort und belegte jeden, der auch nur den geringsten Anschein machte, ein Piger sein zu können, mit Beschlag. Da wir am Nebentisch Platz gefunden hatten, wurden wir zu irgendeinem Thema von der multilingualen Dame auf spanisch attackiert. Wir hätten vorhin schon darauf hingewiesen, daß uns englisch verständlicher wäre. Lustiges Gespräch.

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Soto de Luiñas Kirche
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Matchbox auf dem Dach

Wir aßen dann doch in Schneiders altem Hause. Wir baten, uns einen Salat und einen Hauptgang teilen zu dürfen. Kein Problem. Die Küche überzeugte erneut. Es gab überbackenes, frittiertes Gemüse (Tempura) und dann Thun vom Feinsten. Anschließend haben wir noch länger mit dem Literaturstudenten geplauscht. Als wir auf seine wissensdurstigen Fragen offen geantwortet hatten, fragte ich ihn, was man denn mit einem Abschluß in französischer und deutscher Literatur so anstellen könne. Eine Lehrstelle könne er sich durchaus vorstellen. Aus unseren vorherigen Diskursen schloß ich auf eine Privatschule. Oder eine reiche Frau heiraten. Geldsorgen schien er jedenfalls keine zu haben. Morgenmittag fährt er weiter nach Madrid.

¡Buenas noches!


P.S.: Als letzte verließen wir die gastliche Stätte. Anschließend haben wir noch mit Li und Maximilian gefacetimet.

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