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A Coruña

Dienstag
25. August 2015

 
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Die angeblich lebendigste Stadt Galiciens

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Ich bin ja mal gespannt, wie spät es ist, dachte ich so bei mir mitten in der Nacht, als Heidi die Nachttischlampe aktivierte. Gerade wollte ich sie fragen, als schon der Ruf „Zehn nach Acht!” erschallte. Stimmt, zeigte meine Uhr auch. Komisch, die Lichtverhältnisse sagten etwas anderes. Nach dem Frühstück prüften wir die meteorologischen Voraussetzungen für den heutigen Tag.

Nur eine Tour nach A Coruña schien die Möglichkeit zu eröffnen, dem Regen zu entkommen. Und die nächsten zwei Tage wird's noch schlimmer. Heidi wollte schon den Urlaub abbrechen. Die Fahrt in die feierfreudigste Stadt Galiciens dauerte anderthalb Stunden. In einem Parkhaus am Stadtstrand stand der Kia trocken und warm. Wir promenierten also in Richtung Altstadt, so war der Plan.

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Rettungsschwimmer mit Badegast

Am Strand saßen hier und da je zwei Rettungsschwimmer meist unter regen­abweisenden Son­nen­schirmen, denn es sprühte kurz ein klein wenig, und ver­dienten ihr Geld sozusagen im Schlafe. Sie hätten sogar schlafen kön­nen, weil niemand bei diesem Wetter baden ging. Oh doch, da eine Dame und zwei Bade­meister, was für ein ver­hält­nismäßig sicheres Schwimmen!

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Vor dem Museum

Die Straßenbahnschienen werden wohl bald ver­schwin­den wie auch die zugehörigen Ober­lei­tungen. Schade eigentlich, dafür fahren Busse. Am be­rühm­ten Museum „Casa del Hombre” beschlossen wir, die so hoch gelobte Altstadt zu suchen. Die Gebäude an der Strand­promenade sind schaurig modern und maximalfunktional. Und die dahinter stehenden Neubauten könnten auch in Marzahn stehen, wenn's nicht so hoch und runter ginge. Wir brauchten eine ganze Weile, bis wir diese Satellitensiedlung durch­quert hatten. Die Bar, vor der wir unsere täglichen Tapas genossen, lag etwa im Grenzbereich. Die Küche war absolut schmack­haft und preiswert. Die Terrine von Lachs und Muscheln war gar keine Suppe sondern kor­rek­ter­weise eine kulinarische Variante. Heidis Mondfisch am Spieß und meine zerzupften, schinken­ge­spickten, gebratenen Eier waren auch ein Genuß und paßten bestens zu den von uns gewählten Weinen.

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Weit kommt man nicht___________Alle wollen nach Hause___________Altstädtische Gastronomie

Durch die einfachen Häuserschluchten, auch hier war Baugrund offensichtlich immer teuer, näherten wir uns den erkergeschmückten Straßenzügen, hier Galerias genannt. Es wurde immer touristischer. Wir hatten vorhin die Qual der Wahl zwischen zwei Bars gehabt. In der Altstadt gibt es gefühlte hundert. Und die Schuhgeschäfte, Schmuck-, Klamotten- und Andenkenshops unterscheiden sich nicht im Geringsten von ähnlichen Ansammlungen in anderen historischen Ballungszentren, bis auf die obigen Galerias halt, die man aber schnell aus dem Auge verliert, wenn man sich auf die Auslagen konzentriert.

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Das Rathaus

Wir ließen uns einfach treiben und gerieten so auf die Plaza Maria Pita, wo gegenüber der Heldin das beeindruckende Rathaus steht. Das einzige, was wir bisher nicht gefunden hatten, war ein Büchergeschäft. Lesen ist für die Ortsansässigen wohl eher lästig, so scheint es. Uns fehlte aber immer noch eine Wanderkarte. Als wir am Hafen doch ein Leserattendomizil fanden, fehlte noch eine halbe Stunde am Ende der Siesta. Bars gibt's ja ausreichend. Leider hatte das erste galicische Büchergeschäft nichts, was unseren Anforderungen entsprach. Der wirklich bemühte Inhaber konnte uns immerhin die Adresse geben, wo sich der zweite Coruñaische Buchladen befand.

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Maria Pita
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Galerias am Hafen

Wir mußten zurück zur Plaza Maria Pita. Davon ließen wir uns nicht abschrecken. Nach diversen weiteren Nachfragen bei offensichtlich Einhei­mischen fanden wir tatsächlich den unscheinbaren Laden. „Täglich von 8.00-14.30 Uhr geöffnet”, wir waren nur drei Stunden zu spät. Das war's dann wohl für heute. O.K. machen wir uns eben auf zum Parkhaus.

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John Lennon

Ohne Stadtplan in den engen, ver­win­kelten Gassen die Richtung zu halten, war so schwierig, daß wir schon über­legten, ein Taxi zu nehmen. Viele Passanten halfen uns dann aber lie­benswerter weise, näher an das Park­haus am Strand zu gelangen. Gegen 19.00 Uhr war es nach vielen Wirren und der Benutzung der nigel­nagel­neuen Zweiweg-Schindler-Rolltreppe soweit, daß wir im Auto saßen. Die vier Teil­strecken überwindende technische Hilfe schaltet nach ca. 20 Sekunden mangel­hafter Benutzung in die ent­ge­gen­ge­setz­te Richtung um, so die Aus­sage des Servicepersonals. Nur die obere Treppe schien die Zeit ver­gessen zu haben. Da wird wohl eine Reklamation fällig.

Das Wetter hatte gehalten und sogar die Sonne hatte uns gestreichelt. Wenn wir die Badesachen dabei gehabt hätten, wäre bestimmt noch ein Seegang drin gewesen. Aber jetzt fuhren wir zurück ins Regengebiet. Wie vom Navi versprochen, kamen wir um 20.30 Uhr in Frixe an und waren trotzdem die ersten am Abendbrotstisch.

Ich fragte den Sohn des Hauses, was denn seiner Meinung das Beste sei, woraufhin er uns die gebratenen Mini­pap­rikaschoten empfahl. Prima, dazu bitte zwei Mal Muscheln und eine spa­nische Tortilla. Der Heidis Gefallen findende Weißwein war schon da. Dieses Abendmahl verlief geschmacklich zu unserer vollsten Zufriedenheit. Pous (Pou 22 stand auf seinem Shirt) Tip mit den kleinen gewürzten Schoten hatte voll ein­ge­schlagen. Leider reichten die Muscheln nur noch für eine Ración. Die zweite Schotenplatte paßte bestens zur Tortilla, die fast zum Nachtisch wurde. Ein Hierbas schloß den Kreis. Sonst alles wie immer, lesen und schreiben...

¡Buenas noches!

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