Deutschland - 11. August 2021
Zeulenrodaer Talsperre
Unsere Kaffeemaschine ist ziemlich zickig. Wenn alles vorbereitet ist und man sie anschaltet, passiert erst einmal garnichts, außer daß der Schalter seinen Status durch leuchten anzeigt. Mehrmaliges Aus- und wieder Einschalten sowie das Bewegen aller beweglichen Teile schafft meistens das Anlaufen des Brühprozesses - Made in China. Nach dem Frühstück wollten wir vom Bio-Hotel aus die kleine Stauseerunde (6 km) absolvieren.
- Am Alexanderplatz____________Das Städtchen_____________Vorm Hotelstrand
Das Navi führte uns sicher zum Startpunkt. Wir hatten schon wieder Glück, denn der Parkautomat war defekt und der Techniker traf gerade ein, um dem Automaten
wieder Leben einzuhauchen. Für uns blieb dadurch das Parken kostenlos. Die Strecke selbst war eher ein Wanderspaziergang. Über die Knüppelbrücke wechselten wir ans andere
Ufer und stiegen hinauf zum Alexanderplatz
Alexanderplatz, einem schönen Aussichtspunkt.
Über die Autobrücke kamen wir unserem Ausgangspunkt wieder näher. Diese Route hat den Vorteil, dass das Biohotel am Wege einen Biergarten betreibt. Das nutzen wir, um zu Mittag zu essen. Matjessalat für Heidi, Brätchen mit Brot für mich erfüllten ihren Zweck, den Hunger zu stillen und schmeckten auch noch gut. Der nachbestellte Windbeutel war aber leider lieblos zusammengeklatscht! Statt des angekündigten Morellenragouts gab es aufgetautes, saures Beerenmischmasch unter und gesüßter Sahne - eigentlich ein Affront. Wir baten um Zucker zum Nachsüßen. Ach und dann paßt an dieser Stelle das elektronische Bestellsystem, das Getränke sofort liefert und Speisen in die Warteschlange schickt, überhaupt nicht. Jedenfalls waren unsere Capuccine schon alle, als endlich der Summer die Abholbereitschaft des Windbeutels signalisierte. Also nächstes Mal erst den Kuchen bestellen und später den Kaffee.
- Mit Farbfernseher____________Schwarz-Weiß______________Ganz ohne
Wir wollten noch das vom Wirt empfohlene städtische Museum besuchen, in dem entsprechend der Tradition viele Möbel ausgestellt sind. Direkt vorm Museum ergatterten wir einen Parkplatz. Es war inzwischen Halbdrei und das Haus war unter der Woche bis 16.00 Uhr geöffnet. Das sollte reichen. Die Erweiterungsoptionen für lokale Malerei und Fotografie schlugen wir aus. Wir benötigten dann wirklich die anderthalb Stunden für die ständige Ausstellung, die mit einem Einführungsfilmchen begann. Dann bummelten wir durch die Stadtgeschichte mit Schwerpunkt Industrie, das heißt Möbel- und Maschinenbau. Viele Zimmer waren historisch eingerichtet, beginnend mit typischen DDR-Wohnzimmern ging es zeitlich rückwärts.
- Herrenzimmer____________Einzelstück_______________________Ich erinnere mich
Wir konnten Gemischtladeneinrichtungen bestaunen wie auch Vereinszimmer und Ausschankstätten. Möbeltechnisch bildete aber die Wohnung des einstigen Besitzers des Hauses, einem reichen Kaufmann, den Höhepunkt. Selbst ohne ein Möbelstück genial. Im Anschluß unterhielten wir uns noch mit dem Mitarbeiter des Museums, der uns vorhin den Einführungsfilm aktiviert hatte. 25-Stundenwoche hier, etliche Projekte in Halle, er komme hin. Wie ich hatte er in Jena studiert nur 30 Jahre später.
Nach dem inspirierenden Museumsbesuch stromerten wir durch die Fußgängerzone. Für das morgige Frühstück brauchten wir noch Brötchen. Leider hatte die Bäckerei Schneider Urlaub. Eine weitere Konditorei neben dem Eisladen hatte den Geschäftsbetrieb ganz eingestellt. Ich fragte einen Mann, der offensichtlich mit seiner Tochter auf dem Heimweg war, sich also auskennen sollte. Meine Frage nach dem nächsten nicht urlaubenden Bäcker brachte ihn zum stottern. Er suchte die Adresse per Handy raus, das Navi würde uns den Weg weisen. Vielen Dank.
Immerhin hat der Heidi zwei unter Trikot Etagen aus einheimischer Produktion zu guten Preisen erstanden. Als wir dann zum gesuchten Bäcker kamen, verkündete ein Schild an der Tür „Backwaren ausverkauft”. Na gut, es war inzwischen schon nach fünf. Der gerade mit seiner Arbeit beginnende Fensterputzer empfahl uns den Bäcker vorm „REWE”. Danke, dann versuchen wir es dort nochmal. Und tatsächlich bekamen wir dort unsere benötigten Backwaren. Sogar Prophetenkuchen war noch im Angebot. „Wir kommen bestimmt wieder!” meinte Heidi. Auf dem Heimweg kamen wir erneut am ausverkauften Bäcker vorbei. Der Fensterputzer war fleißig und ich bedankte mich im Vorbeifahren nochmals für den zielführende Tip.
Zu Abend aßen wir in unserer Ferienwohnung und schauten später dann doch zwei weitere Teile der Vietnam-Dokumentation, weil es keine wirklichen Alternativen gab, außer die Sternschnuppen, die heute und morgen Hochzeit haben sollen. Durch den geringen Lichtsmog hatten wir ganz tolle Sicht auf den Sternenhimmel inklusive Milchstraße - super!
Gute Nacht!



